Ausgabe 2008/2009 (erschienen 12. November 2008)

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Einzelne Texte aus der Klimaschutzzeitung haben wir für Sie in der Langversion eingestellt, ebenso wichtige Beiträge, die in dieser Ausgabe 2008 keinen Platz mehr gefunden haben.

Seite 1 (5,0 mb)

  • Wer dämmt gewinnt – wer heizt verliert
  • Pellets wieder so günstig wie 2005
  • Bergsträßer Sonnentrend
  • Hessen fördert Sanierung von Altbauten auf Passivhausstandard

Seite 2 (2,8 mb)

Seite 3 (3,2 mb)

Seite 4 (4,0)

Seite 5 (1,5 mb)

Seite 6 (3,8 mb)

  • Biodiesel im Chemie-Leistungskurs
  • Sonniger Jahresbeginn im Kindergarten Löwenzahn
  • Solarwette 2008 mit vier Gewinnern abgeschlossen
  • Don Cato startet zur Kinder-Umwelt-Expedition
  • Termine
  • Kindergärten sparen Energie
  • Verstehst du unser Klima?
  • Brettspiel

Heizsysteme im Kostenvergleich

Knappes Rennen bei Wärmepumpe und Pellets

Kreis Bergstraße. Auf dem Heizungsmarkt gibt es viele Arten von Heizungssystemen mit unterschiedlichen Vor- und Nachteilen. KliMa - na KLARO hat die wichtigsten Systeme unter die Kostenlupe genommen. Grundlage sind zwei ältere Wohngebäude mit einer Wohnfläche von jeweils 200 Quadratmetern.

Die Tabelle zeigt einen Kostenvergleich für einen ungedämmten Altbau aus den 70er Jahren, die Heizleistung liegt bei 20 Kilowatt die Heizkörpertemperatur bei 65 Grad Celsius.

In der Grafik ist zusätzlich ein auf Neubaustandard saniertes Gebäude mit einer Heizleistung  von 10 Kilowatt und einer Heizkörpertemperatur von 55 Grad Celsius dargestellt. (Die zugehörige Tabelle finden Sie unter www.sebz-bergstrasse.de) Für beide Gebäude wird bei der Sanierung der Heizungsanlage eine Solaranlage zur Warmwasserbereitung vorgesehen.

Betrachtet man nur die Anschaffungskosten, liegen die konventionellen Heizungen wie Gas- oder Ölbrennwertkessel weit vorne.

Altbau unsaniert

Bereits bei den laufenden Kosten für den unsanierten Altbau, die jedes Jahr in Form von Energierechnung, Schornsteinfeger und Wartung anfallen, verhält es sich schon umgekehrt. Hier schneiden Scheitholz-, Pelletkessel und Erdwärmepumpe mit Abstand am günstigsten ab, gefolgt von Luftwärmepumpe und Gasbrennwertkessel.

Gesamtkosten entscheidend

Finanziell maßgeblich sind die Gesamtkosten. Scheut der Betreiber die Mühen des täglichen Holzauflegens nicht liegt er mit dem Scheitholzkessel am günstigsten.

Scheitholzkessel günstig

Bei den automatischen Heizungsanlagen liegen Pelletkessel und Wärmepumpe vorne.

Rechnet man für die Erdwärmepumpe mit einer Laufzeit der Bohrung von 50 Jahren ist der Gesamtpreis sogar günstiger als bei Pelletbetrieb.

Altbau auf Neubaustandard saniert

Wird das Gebäude vor Einbau der Heizung gut gedämmt, sieht es für die Wirtschaftlichkeit des Heizsystems schon etwas anders aus.

Erdwärmepumpe gewinnt

Gegenüber dem Holzpelletkessel, der beim unsanierten Altbau einer der Favoriten war, spart die Erdwärmepumpe bei einem Gebäude mit Neubaustandard rund siebenhundert Euro jährlich.

Welches Heizsystem im Einzelfall optimal ist, hängt jedoch nicht nur vom Preis ab: Wichtige Kriterien sind auch die Verfügbarkeit des Brennstoffs, der Wärmebedarf des Gebäudes, Lagermöglichkeit und ökologische Gesichtspunkte.

Holzheizung hat beste Umweltbilanz

Denn: wird der CO2-Ausstoss der Heizsysteme berücksichtigt, liegt der Scheitholzkessel und der Holzpelletkessel naturgemäß vorne, erst dann spielt die Erdwärmepumpe ihre Vorteile aus gegenüber den konventionellen Energieträgern wie Heizöl und Gas. Zur Nutzung der Wärmepumpen ist die Heizkreistemperatur - ideal ist eine Fußbodenheizung - ein entscheidendes Kriterium.

Luftwärmepumpe nur sinnvoll im Niedrigenergiehaus

Die Luftwärmepumpe bringt bei diesen Beispielen keinen ökologischen Vorteil. Erst im optimal gedämmten Niedrigenergiehaus mit Fußbodenheizung kann die Luftwärmepumpe wirtschaftlich und ökologisch mithalten.

 

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Es werden die aktuellen Zinssätze der KfW und sonstige aktuelle Fördermöglichkeiten bei den Kapitalkosten berücksichtigt. Alle Kosten beziehen sich auf eine Nutzungsdauer von zwanzig Jahren, bei der Erdwärmepumpe wird zusätzlich in der Grafik eine Variante mit einer Nutzungsdauer von 20 Jahren für die Wärmepumpe und 50 Jahren für die Erdsonde dargestellt.

Es ist eine jährliche Energiepreissteigerung von 5,5 Prozent für Wärme und 2,8 Prozent für Strom eingerechnet. Die Ergebnisse sind als Richtwerte zu betrachten.


Wann sind Wärmepumpen eine gute Wahl?

Wärmepumpen (WP) werden als die Wärmequelle der Zukunft angepriesen, tatsächlich sind sie aber nicht für jeden Anwendungsfall optimal. Sie können zwar durchaus Heizwassertemperaturen bis zu 70 Grad Celsius liefern, aber die Stromkosten steigen mit zunehmender Vorlauftemperatur rapide an.

Hohe Stromkosten bei hohen Heizwassertemperaturen

Die nachfolgend angegebenen ungefähren Kosten beziehen sich auf ein Einfamilienhaus mit einem Heizölverbrauch von 2050 Liter, einem WP-Strompreis von 15 Cent pro Kilowattstunde und einem Ölpreis von 85 Cent pro Liter.

Erdsonden-WP kosten auf Grund der Bohrung zwar deutlich mehr als Luft-WP (etwa 1000 Euro Bohrkosten je Kilowatt Heizleistung), ihre Verbrauchskosten sind aber deutlich geringer. Die Lebensdauer der Bohrung ist praktisch unbegrenzt, die des Wärmepumpenaggregates kann mit 15 Jahren angesetzt werden.

Am kostengünstigsten arbeiten WP in Verbindung mit einer Fußboden- oder Wandheizung, die mit maximal 35 Grad Celsius funktioniert. Die WP-Verbrauchskosten liegen hierbei ungefähr halb so hoch wie bei Heizöl.

Dem stehen unter Berücksichtigung von Altbaufördermitteln Investitionsmehrkosten gegenüber einer Ölheizung (inklusive Öltanks) von etwa 8300 Euro bei der Erd- und 0 Euro bei der Luft-WP gegenüber.

In Verbindung mit Niedertemperaturheizkörpern sind insbesondere Luft-WP weniger empfehlenswert. Die Stromkosten der Luft-WP liegen hierbei um über 40 Prozent über den Kosten einer Erd-WP.

Nicht empfehlenswert sind WP in Verbindung mit Standardheizkörpern, die Vorlauftemperaturen von 65 Grad Celsius oder mehr benötigen. Hier sollte das Gebäude zuerst gedämmt werden. Dadurch vermindert sich die erforderliche Vorlauftemperatur, der Stromverbrauch der WP sinkt und sie kann kleiner dimensioniert werden. Dies senkt insbesondere bei Erd-WP die Anschaffungskosten.

Bei steigenden Strompreisen schneiden Erdwärmepumpen besser ab

Bei einem Vergleich zwischen Erd- und Luft-WP ist zu berücksichtigen, dass die Bohrkosten nur einmalig anfallen und dass Erd- und Luftwärmepumpen von der Bundesregierung unterschiedlich hoch bezuschusst werden. (Förderübersicht auf Seite 4) Betrachtet man die Gesamtkosten einschließlich Zins und Tilgung für die Investition, schneiden die Wärmepumpen deutlich besser ab als eine neue Ölbrennwertheizanlage, während die Erd- und Luft-WP bei den derzeitigen Strompreisen dicht bei einander liegen. Ökologisch steht die Erd-WP auf Grund ihres besseren Wirkungsgrades an erster Stelle. Da mit steigenden Strompreisen zu rechnen ist, dürfte die Erd-WP längerfristig aber auch finanziell die bessere Wahl darstellen.

weitere Infos: Tabelle Kostenvergleich Ölbrennwertkessel mit Luft- und Erdwärmepumpen bei unterschiedlichen Vorlauftemperaturen


Vorzeigebeispiele aus der Region

Lorsch: Altes Fachwerkhaus zum Niedrigenergiehaus verschönert

Nachdem das Ehepaar Bucher bereits 2007 zum ZDF-Energiesparmeister gekürt wurde, konnten sie nun 2008 bei der Biennale in Venedig als „Projekt für eine bessere Zukunft“ punkten. Prämiert wurden dort neue Konzepte, Denkweisen, Strategien, die Schritt für Schritt, Verhaltensweisen und Lebensvorstellungen erneuern.
So rückten die Buchers mit Flachs, Mineralwolle und Wärmeschutzfenstern den Heizkosten zu Leibe. Für frische Luft sorgt die Lüftungsanlage, die der alten Luft ihre Wärme beim Verlassen des Hauses über die Wärmerückgewinnung abnimmt.
Eine kleine Gas-Brennwerttherme und Solaranlage sorgen für den kleinen Rest an Wärme, der für das warme Wasser und die eisigkalten Wintertage noch benötigt wird.

Lorsch, Stiftstraße 21, Altbau-Fachwerk Baujahr1800, auf Neubaustandard saniert

Ein Traum zum Wohnen inmitten des Stadtkerns durch Flachs, Mineralwolle und Wärmeschutzfenster, Lüftungsanlage mit Wärme-Rückgewinnung und Solaranlage

Lampertheim: Ein Traum? - Im Alter unabhängig sein von den Heizkosten

Ab Mitte 2009 können 21 neue Passivhaus-Wohneinheiten der Baugenossenschaft Lampertheim in der Martin-Luther-Straße bezogen werden. Auf 48 bis 64 Quadratmeter großen Wohnungen wird älteren Menschen eine an das Alter räumlich angepasste, möglichst unabhängige Lebensform geboten. Die Energiebilanz des seniorengerechten Passivhauses wird zusätzlich zu der solarthermischen Anlage für das warme Wasser durch eine Photovoltaikanlage unterstützt.

Mehr Infos: Baugenossenschaft Lampertheim eG, Wilhelmstraße 64, 68623 Lampertheim, 06206-94230

Passivhaus-Neubau für Senioren

Der Rohbau steht. Vor dem Winter erhält das Passivhaus noch seinen Hut, dann kann mit dem Innenausbau begonnen werden.

Bensheim: Bensheimer Förderprogramm zeigt Wirkung

Das im vergangenen Jahr aufgelegte Klimaschutzförderprogramm der Stadt Bensheim zeigt erste positive Auswirkungen. Mittlerweile haben rund dreißig Bürger einen Förderantrag gestellt in der Absicht den Energiebedarf von dreißig Wohngebäuden drastisch zu reduzieren. Zwei ältere Wohngebäude wurden bereits auf Neubaustandard saniert und bei zwei Neubauten die erhöhten Anforderungen an Wärmeschutz und Heizsystem umgesetzt. Außerdem wird es in Bensheim bald zwei weitere Passivhäuser geben.
Robert Persch, der Energieberater der Stadt Bensheim arbeitet für das Förderprogramm mit freiberuflichen Energieberatern, Architekturbüros und Handwerkern zusammen. Gemeinsam klären sie mit den Bürgern folgende Fragen: Wie lässt sich ein Altbau auf den aktuellen Neubaustandard trimmen? Was kann am Neubau verbessert werden, um die Anforderungen der EnEV um 30 Prozent zu unterschreiten? Wie baut man ein Passivhaus?
Genaue Infos zum Förderprogramm und zu den Projekten gibt es beim Energiebeauftragten der Stadt Bensheim, Robert Persch, unter .

Dieser Neubau in der Auerbacher Bachgasse wurde als KfW-40-Haus realisiert. Erreicht wurde das durch Einatz ökologisch hochwertiger Holzweichfaserdämmplatten, einer kontrollierten Lüftungsanlage mit integrierter Wärmepumpe und hochwertigen Fenstern mit Dreifachverglasung.

Ein weiterer Neubau steht in der Schönberger Straße. Hier wurde ebenfalls gut gedämmt, kompakt gebaut und eine Wärmepumpe mit Fußbodenheizung eingesetzt, um den KfW-60-Standard zu erreichen.

Dieser Altbau in der Märkerwaldstraße mauserte sich zu einem schmucken Energieeffizienthaus. Dämmung des Dachs, der Fassade und der Kellerdecke, sowie der Einsatz einer thermischen Solaranlage sorgen dafür, dass die Bewohner nun in einem Haus leben, das - was den Energieverbrauch angeht - einem Neubau gleicht.


Neue Fenster – geringere Heizkosten und spürbar mehr Behaglichkeit

In den letzten Jahren hat sich die Dämmqualität von Fenstern stark verbessert. Neue Zweifach-Wärmeschutzverglasungen dämmen mehr als doppelt so gut wie Isolierverglasungen (U-Wert neu 1,1,  alt 2,7 W/qm*K). Das halbiert nicht nur die Energieverluste, es schafft auch deutlich mehr Behaglichkeit. Wer große Fensterflächen hat, kennt den Effekt: Bei kaltem Wetter verursachen die kalten Fensteroberflächen ein unbehagliches Zugempfinden. Bei Zweifach-Wärmeschutz­verglasungen ist dieser Effekt kaum mehr spürbar. Noch wirksamer sind die immer häufiger eingesetzten Dreifachscheiben mit U-Werten im Bereich von 0,7 W/qm*K. Die Scheibenenergieverluste vermindern sich damit gegenüber einer Isolierverglasung um stolze 75 Prozent und gegenüber einer neuen Zweifachwärmeschutzverglasung immerhin noch um 40 Prozent. Je besser die Verglasung, desto wichtiger wird die Dämmqualität des Fensterrahmens.

Rahmen darf nicht schlechter dämmen als Fenster

Lassen Sie sich von Ihrem Anbieter den Rahmen-U-Wert nennen. Er sollte nicht viel schlechter als derjenige der Verglasung sein. Die Preise für eine Dreifachverglasung sind in den letzten Jahren deutlich gesunken und liegen mit etwa 380 Euro je Quadratmeter nur noch um 10 bis 20 Prozent über der Zweifachverglasung. Da sich der Mehrpreis über die Energieeinsparung amortisiert, erhält man die höhere Behaglichkeit praktisch kostenlos. Energieeinsparung und Behaglichkeitsgewinn machen die Dreifachverglasung bei einer Fenstererneuerung speziell bei großen Fensterflächen somit zur ersten Wahl.

Achten Sie auch darauf, dass ihre guten neuen Fenster gegenüber dem Mauerwerk dauerhaft dicht eingebaut werden. Ausschäumen reicht da nicht, die Fugen sollten ausgestopft und mit Bändern abgedichtet werden. Wer seine neuen Fenster dann zum Lüften kippt, hätte sich den Austausch sparen können. Wesentlich effizienter ist es, die erforderliche Frischluft durch drei- bis viermaliges Stoßlüften pro Tag oder mit Hilfe einer Lüftungsanlage zuzuführen.


Neue energetische Anforderungen an Wohngebäude ab 2009

Regenerative Wärmeerzeugung wird bei Neubauten Pflicht

Ab 1. Januar 2009 soll die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) gelten. Gleichzeitig wird auch das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) wirksam.

Nachfolgend die wichtigsten Änderungen in Kurzform.

Vorgesehene Änderungen für Neubauten

Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV Kabinettsbeschluss)

  • Der zulässige Energieverbrauch vermindert sich um etwa 30 Prozent Dies erfordert eine bessere Dämmung oder effizientere Wärmeerzeuger als bisher. Ab 2012 soll der Energieverbrauch von Neubauten um weitere 30 Prozent abgesenkt werden.
  • Nachtstromheizungen sind nicht mehr zulässig.

Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)

Alle Neubauten müssen ab 2009 einen Teil ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien beziehen. Alternativ dazu kann auch besser gedämmt oder Wärme aus Blockheizkraftwerken genutzt werden.

Als erneuerbare Energiequellen gelten Solarwärme, Holz und andere Biomasse, sowie Wärmepumpen. Im Falle einer Solarwärmenutzung beträgt die Mindestkollektorfläche für Ein- bis Zweifamilienhäuser 0,04 Quadratmeter pro Quadratmeter Nutzfläche. Ein Gebäude mit 150 Quadratmetern Nutzfläche muss somit eine Kollektorfläche von sechs Quadratmetern installieren. Ersatzweise können statt dessen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung um 15 Prozent unterschritten werden

Tipp: Wer langfristig niedrige Energiekosten sicherstellen möchte, sollte sowohl besser dämmen als auch erneuerbare Energien nutzen.

Vorgesehene Änderungen für Bestandsgebäude

  • Werden Bauteile erneuert oder bearbeitet, müssen höhere Dämmanforderungen erfüllt werden. Eine Außenwanddämmung muss jetzt in der Regel mindestens 12 cm stark sein. Der Handwerker muss bescheinigen, dass geänderte Bauteile die Anforderungen der EnEV einhalten.
  • Oberste begehbare Geschossdecken oder das Dach müssen gedämmt werden (bei 2002 vom Besitzer bewohnten Gebäuden mit bis zu zwei Wohneinheiten erst nach einem Besitzerwechsel).
  • Der Schornsteinfeger überprüft einmalig, ob die Nachrüstpflichten bezüglich dem Austausch alter Heizkessel und Dämmung der Leitungen und Armaturen eingehalten werden. (Bei 2002 vom Besitzer bewohnten Gebäuden mit bis zu zwei Wohneinheiten ist das erst nach einem Besitzerwechsel nötig.) Bei neu eingebauten Heizungen prüft er, ob die Regelungsanforderungen an Kessel-, Umwälzpumpe, und Zirkulationspumpe eingehalten werden.
  • Elektrische Nachtspeicherheizungen müssen in Gebäuden ab sechs Wohneinheiten mit einer Übergangsfrist von 30 Jahren außer Betrieb genommen werden. Kleinere Gebäude sind davon nicht betroffen.

Energieausweis

Der Energieausweis ist ab 1. Januar 2009 Pflicht für alle Gebäude, die verkauft oder neu vermietet werden sollen. Für Gebäude mit Bauantrag vor dem 1. November1977 mit weniger als fünf Wohnungen ist ein aus den Gebäudedaten berechneter Bedarfsausweis erforderlich, sofern diese nicht zwischenzeitlich energetisch saniert wurden. Für alle anderen Gebäude genügt auch ein aus den Verbrauchswerten der letzten drei Jahre errechneter Verbrauchsausweis den gesetzlichen Anforderungen.


Wohnbau plant Biogas-Anlage

Elf Millionen-Euro-Investition in Ost-Deutschland

Bergstrasse. Die Wohnbau Bergstraße eG plant den Bau einer Biogas-Anlage in Mecklenburg-Vorpommern. Seit gut eineinhalb Jahren befasst sich ein Planungsteam der Wohnbau mit Jakobi an der Sitze mit der Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Jetzt sind die Pläne so weit gediehen, dass man sowohl einen Standort als auch einen Anlagenbauer gefunden hat. Die Aufnahme des Betriebs der Anlage ist für den Winter 2009/2010 geplant.
Für das Biogas-Projekt will die Wohnbau eine Tochtergesellschaft gründen und das kommunale Energieversorgnungsunternehmen GGEW mit ins Boot nehmen.
Die Wohnbau will zwischen Rostock und Berlin eine Anlage bauen, die eine Leistung von 2,6 Megawatt liefert. Die Anlage soll ungefähr elf Millionen Euro kosten. In diesem Preis ist der Bau von großen Block-Heizkraftwerken enthalten.
Nach dem derzeitigen Stand soll die Biogas-Anlage mit Biomasse und nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden können. Das durch die Bio-Reaktoren gewonnene Gas soll zum Teil zu Heizzwecken in das Leitungssystem eingespeist, zum Teil dem Betrieb von Block-Heizkraftwerken dienen.
In den Block–Heizkraftwerken betreibt das Gas große, mit Generatoren gekoppelte Motoren. Das Gas erzeugt über diesen Prozess Wärme und Strom.
Wäre die Biogas-Anlage in der Nähe, könnte sie mühelos die rund 2000 Wohnungen, die die Wohnbau größtenteils in Bensheim, Lorsch und Heppenheim besitzt, mit Strom und Gas versorgen.
So wird die aus Biomasse und nachwachsenden Rohstoffen gewonnen Energien ins Netz eingespeist.
Laut Wohnbau-Vorstand Gernot Jakobi gibt es rund 4000 kleinere Anlagen in Deutschland. Nur acht von ihnen speisen auch Gas ein. Wenn die Anlage der Wohnbau realisiert wird, gehört die Wohnbau zu den großen Anlagenbetreibern dieser noch jungen Sparte der Energiegewinnung.

(Mit freundlicher Erlaubnis des Bergsträßer Anzeiger)


Lassen sich mit Holzöfen Heizkosten sparen?

Pellet- und Stückholzöfen als Ergänzung zu Gas- und Ölheizungen

Heizen Sie mit einer Öl- oder Gaszentralheizung und überlegen, mit einem Kamin- oder Pelletofen zuzuheizen? Wenn Sie einen freien Schornsteinzug besitzen, können Sie das, aber lohnt sich das auch? Wie lassen sich die Kosten für Scheitholz und Öl oder Gas vergleichen?

Ein Raummeter Hartholzscheite liefert unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Wirkungsgrade von Kaminöfen (75 Prozent) und Öl- bzw. Gaskesseln (90 Prozent) soviel Energie wie 125 Liter Heizöl oder 125 Kubikmeter Erdgas. Wird das Holz nach Gewicht gekauft, ersetzen 10 kg Holz etwa 3,5 Liter Heizöl.

Das Zuheizen mit einem Kaminofen lohnt sich also, sofern ein Raummeter Holz weniger als 125 Liter Heizöl oder 125 Kubikmeter Erdgas kostet. Bei einem Ölpreis von 90 Cent pro Liter sollte ein Raummeter Buchenholz somit weniger als 113 (125 Liter x 90 Cent), oder zehn Kilogramm weniger als 3,15 Euro (3,5 Liter x 90 Cent) kosten.

Stückholz um Drittel billiger als Öl

Derzeit liegt der Scheitholzpreis mit Anlieferung bei etwa 75 Euro pro Raummeter und ist also etwa um ein Drittel billiger als Heizöl.

Wer Spaß am Holzmachen hat, über das erforderliche Equipment verfügt und die eigene Arbeitszeit nicht rechnet, kann sich Holz auch bereits für 30 Euro aus dem Wald holen.

Wer seinen Kaminofen an drei bis vier Tagen benutzt und dabei 2 Raummeter Holz über den Winter verbrennt, spart bei Holzkosten von 75 Euro pro Raummeter 72 Euro im Jahr. Nach Abzug der Schornsteinfegerkosten bleibt da nicht viel zur Amortisation der Kaminofenkosten von rund 1.500 € übrig

1.000 Euro Zuschuss für Pelletöfen

An Stelle eines Stückholzofens kann auch ein Pelletofen installiert werden. Kostenpunkt rund 3.500 Euro. Der ist zwar teurer, hat aber einen deutlich höheren Wirkungsgrad, regelt sich automatisch, brennt bis zu 36 Stunden und verursacht weniger schädliche Emissionen. Im Unterschied zu Kaminöfen werden effiziente Pelletöfen mit 1.000 Euro staatlich gefördert.

Werden bei einer täglichen Ofennutzung über den Winter 2.300 kg Pellets verbrannt - dies entspricht 150 Säcke à 15 Kilogramm - beläuft sich die Einsparung auf rund 370 Euro pro Jahr. Damit amortisiert sich ein Pelletofen unter Berücksichtigung von 1.000 Euro Förderung in rund 7 Jahren.

Pellets günstiger als Stückholz

Eine Wärmeeinheit (Kilowattstunde) aus Pellets kostet bei Verwendung von Sackware etwa 6,4 Cent (4,20 Euro pro 15 kg), eine Wärmeeinheit aus Scheitholz mit Anlieferung ca. 6,8 Cent (75 Euro pro Festmeter). Die Wärme aus Scheitholz ist somit etwas teurer als die Wärme aus Pellets. Zum Vergleich: Eine Wärmeeinheit aus Heizöl kostet derzeit rund 10 Cent (90 Cent pro Liter; 9 Nutzwärmeeinheiten).

Wird ein Pelletofen mit Wassertasche eingebaut, kann dieser die Zentralheizung unterstützen oder sogar komplett ersetzen. Pelletöfen mit Wassertasche kosten etwa 6.500 Euro. Diese Investition lohnt sich nur, sofern der Ofen durchgängig betrieben wird. Werden über den Winter 3 Tonnen Pellets, - 200 Säcke à 15 Kilogramm - verheizt und damit auch geschleppt, beläuft sich die Einsparung auf etwa 800 Euro jährlich: Die Amortisationszeit beträgt etwa 7 Jahre.

Die komfortablere Lösung

Die Zahlen zeigen, dass bei einer fälligen Heizungssanierung ein kompletter Umstieg auf einen vollautomatischen Pellet-Zentralheizungskessel die wirtschaftlichere und vor allem auch komfortablere Lösung darstellt. Da hierbei die kostengünstigeren losen Pellets zum Einsatz kommen können - eine Wärmeeinheit kostet 4,1 Cent - vermindern sich die Heizkosten gegenüber einem Pelletofen um etwa 35 Prozent und gegenüber Heizöl um rund 60 Prozent. Ein Pelletzentralheizungskessel kostet mit Lager und Austragungseinheit um die 20.000 Euro und wird mit 2.500 Euro vom Staat gefördert. Pro Tonne Pellets, entsprechend 490 Liter Heizöl, beträgt die Ersparnis derzeit 260 Euro. Je höher der Verbrauch, desto kürzer die Amortisationszeit der Anlage.