Nachhaltigkeit macht Spaß
Zur Zeit laufen weltweit die Vorbereitungen für den großen Nachhaltigkeitsgipfel in Johannesburg. Im September werden die Staaten der Welt zehn Jahre nach der ersten Konferenz in Rio zusammenkommen, um Bilanz zu ziehen. Viele Entwicklungen wurden für einen sorgsameren Umgang mit unseren Lebensgrundlagen in dieser Zeit angestoßen. Auch in Deutschland sind die positiven Wirkungen langsam aber sicher zu erkennen.
Ein Element dieser weltweiten Bewegung für die zukunftsfähige Weiterentwicklung unserer Wirtschafts- und Sozialsysteme ist das Modellprojekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried. Die Zwischenbilanz von Fraunhoferinstitut und Öko-Institut zeigt eindrucksvoll, dass dieses Projekt für alle Beteiligten ein Gewinn ist. Die Hauseigentümer profitieren nach der Modernisierung von einer höheren Wohnqualität und niedrigen Energiekosten. Die Handwerksbetriebe bekommen Aufträge, bei denen sie zukunftsfähige Technologien und Arbeitsweisen einsetzen können. Das kommt einem Innovationsschub gleich. Mit diesem Know-how können sie sich in einem Zukunftsmarkt gut platzieren und noch über viele Jahre hinweg ihr Geld verdienen. Auch für Politiker aller Ebenen ist das Projekt ein Gewinn. Die Fördergelder stärken die regionalen Wirtschaftskreisläufe und erhöhen die Wertschöpfung.
Auf Bundesebene trägt das Klimaschutzprojekt dazu bei, dass die Bundesrepublik die Ziele des gerade ratifizierten Kyoto-Protokolls erfüllen kann. In letzter Konsequenz steckt dahinter auch ein volkswirtschaflicher Nutzen: Die Emissionsrechte, die die Bundesrepublik nicht in Anspruch nimmt, kann sie an andere Staaten verkaufen und so aus den Investitionen für Klimaschutz einen ökonomischen Nutzen ziehen.
Ein weiteres Erfolgselement unserer Arbeit ist die Weiterbildungsreihe "Wärmeschutz konkret". Sowohl Bürger als auch Handwerker fragen die Seminare nach. Sie sind ausgebucht. Auch nach dem Ende des Modellprojektes wird es einen Bedarf für solche Angebote geben. Ob die Arbeit des Brundtlandbüros aber vom Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) fortgeführt werden kann, ist jedoch noch unklar. Es haben noch nicht alle Kommunen der KlimaschutzRegion ihre Unterstützung dafür zugesagt.
Im vergangenen Jahrzehnt konnten viele Menschen davon überzeugt werden, dass ein geringerer Energieverbrauch nicht gleichzeitig weniger Wohlstand bedeutet. Die Menschen, die in den wärmegedämmten Häusern leben, spüren das bessere Raumklima und erleben eine höhere Wohnqualität bei geringeren Kosten für Heizenergie. Das nächste Jahrzehnt wird diese Erkenntnis im Verkehrsbereich angehen müssen. Mobilität, die wenig Energie frisst, ist bequem, preiswert und macht Spaß. Mehrere Auto-Teil-Gruppen in der KlimaschutzRegion gehen schon heute Wege von morgen. Aber auch Verkehrsplaner werden neue Wege gehen müssen.
In den vergangenen vier Jahren hat sich der Kreis Bergstraße in Bezug auf nachhaltige Wirtschaftsweisen an eine Spitzenposition in Hessen emporgearbeitet. Die Erzeugung von Strom aus Abfall in der Vergärungsanlage oder das Energiemanagement in den Schulen sind nur zwei Beispiele. Mit seiner Entscheidung, Nachhaltigkeit als Leitlinie für politische Entscheidungen zu machen, hat der Kreistag am 18. März einen weiteren Meilenstein gesetzt. Auf diese Weise können wir in der Gegenwart erfolgreich wirtschaften und gleichzeitig die Lebensgrundlagen unserer Kinder und Enkel sichern.
Nachhaltigkeit macht Spaß und ist lebenswert. Machen Sie mit!
Dr. Andreas Schenkel
Projektleiter im Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen
Den Wärmeverlusten in Gebäuden auf der Spur
Moderne Aufnahmeverfahren wie Thermografie decken Schwachstellen in Wohngebäuden auf
Thermografiebilder von Gebäuden machen Wärmeverluste leicht erkennbar. Sie lohnen sich allerdings nur, wenn man ungeklärte Wärmeverluste aufspüren möchte. Erfahrene Energieberater wissen, wann eine solche Untersuchung sinnvoll ist.
Mit der Technik der Thermografie lassen sich Wärmeverluste bei Gebäuden sichtbar machen, die normalerweise für das menschliche Auge nicht sichtbar sind. Die unterschiedlichen Temperaturen auf der Oberfläche eines Wohngebäudes werden mit einer Spezialkamera aufgenommen und in Form eines Thermogramms in verschiedenen Farbtönen dargestellt. So erstrahlen dann gelbe und rote Farbtöne in Bereichen, in denen die Außenbauteile besonders warm sind. Sie sind der Beweis dafür, dass sie viel Wärmeenergie nach draußen transportieren. Dunkle blaue und grüne Farbtöne bezeugen, dass die Wärme dort bleibt, wo sie hingehört: im Haus.
Der Großteil der Energie, die ein Haushalt benötigt, geht auf das Konto der Raumwärme. Darum sollte man in diesem Bereich versuchen, den Verbrauch und damit auch die umweltschädlichen Emissionen zu reduzieren. Wenn eine Gebäudehülle viele Schwachstellen hat, ist der Wärmeverbrauch sehr groß und die Heizkostenrechnung entsprechend hoch. Wände und Dach sind häufig so ausgeführt, dass sie zwar vor Regen und Wind schützen, aber die Wärme nicht gut im Haus behalten, sondern konstant nach außen abgeben. Dieser Wärmeabfluss ist ein Geldabfluss!
Je besser ein Bauteil dämmt, desto langsamer leitet es die Wärme ab. Je schlechter ein Bauteil dämmt, desto schneller geht die Wärme verloren. Klinker leiten Wärme beispielsweise sehr gut, Styropor sehr schlecht.
Zusätzlich zu den von vornherein schlecht dämmenden Bauteilen gibt es so genannte „Wärmebrücken". Es handelt sich hierbei um Bereiche, die, verglichen mit dem Umfeld, besonders viel Wärme ableiten. Man unterscheidet stoffliche Wärmebrücken von geometrischen Wärmebrücken. Eine stoffliche Wärmebrücke ist beispielsweise der Fenstersturz aus Stahlbeton. Da Stahlbeton Wärme sehr gut leitet, geht hier im Gegensatz zur Wand besonders viel Wärme verloren. Eine geometrische Wärmebrücke liegt vor, wenn die äußere Bauteiloberfläche wesentlich größer ist als die innere: an allen Gebäudeaußenkanten sind die Verluste besonders groß. Weitere Beispiele für Wärmebrücken sind Schwachstellen im Gebäude wie Anschlüsse von Fenstern an der Wand, Rolladenkästen oder einbindende Geschossdecken.
Im Neubaubereich kann nach Bezug die Thermografie als Kontrolle für die fachgerechte Ausführung der Dämmung und den fachgerechten Einbau der Fenster dienen. Überall dort, wo Bereiche geschlossen werden - beispielsweise das Dach oder die Vorhangfassade - ist eine nachträgliche Überprüfung nur mit Thermografie-Aufnahmen möglich. Auf diese Weise können spätere Energieverluste ausgeschlossen werden. Es empfiehlt sich hier, mit einem Energieberater Kontakt aufzunehmen, um zu entscheiden, ob thermografische Aufnahmen von Nutzen sind.
Mit Hilfe von Thermografie-Aufnahmen können auch Fachfremde Wärmebrücken an einer Gebäudehülle leicht erkennen. Die Bilder machen einprägsam deutlich, wo die „Schlupflöcher" der Wärme sind. Der Fachmann allerdings weiß, wo im Gebäudebestand Problembereiche hinsichtlich extremer Wärmeverluste sind. Da die Kosten für thermografische Aufnahmen recht hoch liegen und die Schwachstellen meistens hinlänglich bekannt sind, stellt sich die Frage, inwieweit sich thermografische Aufnahmen „lohnen". Vom Staat gefördert wird die „Vor-Ort-Beratung": ein Energieberater analysiert genau das vorliegende Haus und gibt Tipps, welche Maßnahmen sinnvoll für die Umwelt und den Geldbeutel sind. Der Nutzen für Hauseigentümer ist damit wesentlich größer und die Kosten liegen mit rund 200 Euro deutlich unter den Kosten für thermografische Aufnahmen von etwa 500 Euro.
Beratung über den Energieverbrauch von Gebäuden und mögliche Einsparpotenziale gibt es kostenlos und neutral im Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) in Heppenheim, Telefon 06252/913460.
„Weltklima in Gefahr" - Energie ist ein wichtiges Thema im Schulunterricht
Das Brundtlandbüro veranstaltet Multivisionsschau für Bürstädter und Bensheimer Schulen
Bensheim. Mehr als 1 300 Schülerinnen und Schüler aus der KlimaschutzRegion zog eine Multivisionsschau zum Thema Klima und Energie in ihren Bann. Da die Auswirkungen des Klimawandels insbesondere die junge Generation treffen werden, wendet sich das Brundtlandbüro mit seiner Öffentlichkeitsarbeit auch an Kinder und Jugendliche. Deshalb veranstaltete es in Zusammenarbeit mit dem BUND eine großangelegte Multivisionsschau mit Diskussion zum Thema „Klima und Energie", zu der die Schüler aus insgesamt einer Heppenheimer und sechs Bensheimer Schulen eingeladen waren. Anschließend standen Klimaschutzexperten des BUND und kommunale Umweltberater den Schülern Rede und Antwort.
Der BUND-Kreisverband Bergstraße und das Brundtlandbüro des Kreises Bergstraße hatten die Multivisionsschau Ende Januar nach Bensheim und Bürstadt geholt. Allein in Bensheim füllte sie den großen Saal im Kolpinghaus dreimal bis auf den letzten Sitzplatz. Mehr als 600 Schüler erlebten eine spannende Stunde lang die Zusammenhänge zwischen unserem Umgang mit Energie und den Folgen für das Klima der Erde.
Die Schau malte den Jugendlichen kein Schreckensbild. Mit sechs Diaprojektoren und einem Video-Beamer zeigten Brundtlandbüro und BUND, dass der Wechsel von fossiler Energie zu regenerativen Energieträgern notwendig und machbar ist. Schließlich ist die weltweite Abhängigkeit von Öl, Kohle und Gas mit 90 Prozent Anteil an der gehandelten Energiemenge enorm. Noch sind die derzeit bekannten regenerativen Energiequellen kaum in der Lage, diese Abhängigkeit aufzuheben. Doch diese Situation kann und soll für die nächste Generation als Chance begriffen werden: „Es werden sich ausgezeichnete Berufschancen in Forschung, Entwicklung, Bau und vielen anderen Bereichen ergeben. Denn die Energiewende wird von den heutigen Kindern und Jugendlichen erdacht und geleistet werden" so der Projektleiter des Brundtlandbüros Dr. Andreas Schenkel.
Worüber auf den großen Konferenzen von Rio, Bonn und Marrakesch verhandelt wurde, versucht der Kreis Bergstraße im regionalen Rahmen konkrete Maßnahmen umzusetzen: durch Energieeinsparung und Förderung von Wärmedämmung und regenerativen Energien die Kohlendioxid-Emissionen, die für den Klimawandel hauptverantwortlich sind, zu reduzieren.
Nach der Medienpräsentation führen zwei Referenten des BUND und des Brundtlandbüros mit den Schülern Gespräche zum Thema, zur lokalen Situation im Kreis Bergstraße und zu ihren persönlichen Handlungsmöglichkeiten. In der anschließenden Diskussion standen auch der Energieberater Robert Persch sowie der Umweltbeauftragte Otto Weber als Vertreter der Stadt Bensheim für die Beantwortung von Fragen zur Verfügung.
Vereinte Nationen ziehen Bilanz - Weltkonferenz in Johannesburg im Sommer 2002
Zehn Jahre nach der UN-Konferenz für Umwelt- und Entwicklung 1992 in Rio kommt die Staatengemeinschaft im September 2002 zusammen, um Bilanz zu ziehen. Die damals gesetzten Ziele für eine nachhaltige Entwicklung müssen auf nationaler und lokaler Ebene umgesetzt werden. Der Kreis Bergstraße übernimmt hier eine Vorreiterrolle für Hessen.
Vom 26. August bis 4. September 2002 kommt die Staatengemeinschaft zum Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg, Südafrika, zusammen. Der Gipfel bietet Raum für eine Bestandsaufnahme, was seit Rio mit Blick auf die nachhaltige Entwicklung unserer Erde erreicht wurde. Dabei bietet der Gipfel die Gelegenheit, der globalen Umweltpolitik und dem gesamten Politikfeld „Nachhaltige Entwicklung" neue Impulse zu geben.
Nach und nach werden auf allen politischen Ebenen die Beschlüsse von Rio mit Leben erfüllt. Die Deutsche Bundesregierung hat mit der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls einen wichtigen Teil ihrer "Hausaufgaben" gemacht. Das Land Hessen erprobt im Kreis Bergstraße mit zwei Klimaschutzprojekten regionale Erfolgsstrategien für den Klimaschutz in Verbindung mit einer zukunftsorientierten Wirtschaftsförderung.
Der Kreistag des Kreises Bergstraße hat am 18. März beschlossen, dass die Leitlinien für eine nachhaltige Entwicklung (Agenda 21) bei den Beschlüssen des Kreistages stets berücksichtigt werden sollen.
Die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro markiert eine der bedeutendsten umwelt- und entwicklungspolitischen Weichenstellungen der vergangenen Jahrzehnte. Der „Erdgipfel" in Brasilien brachte Repräsentanten aus mehr als 179 Ländern zusammen, um die Belange menschlicher Entwicklung und der Umwelt in Einklang zu bringen. Die Konferenz, auf der „nachhaltige Entwicklung" zum internationalen Leitbild erklärt wurde, ergab eine Reihe wichtiger Vereinbarungen. Damit hat die Rio-Konferenz erheblich dazu beigetragen, dass Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung in vielen Ländern der Welt stärker in die Gestaltung und Umsetzung von Politik Eingang gefunden haben. In der Folge von Rio wurden weitere Abkommen zur Konkretisierung der Rio-Vereinbarungen, unter anderem das Kyoto-Protokoll, getroffen.
Auf die Themen des Gipfels in Johannesburg werden wir in einem Beitrag in unserer nächsten Ausgabe eingehen. Wer sich inzwischen umfassend über den Weltgipfel in Johannesburg informieren will, findet im Internet unter www.weltgipfel2002.de umfangreiche Materialien.
Wer hat den ältesten Heizkessel in der KlimaschutzRegion Hessisches Ried?
Beim Wettbewerb "Ältester Heizkessel" lohnt sich das Mitmachen
Das Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen Heppenheim und die Innung für Sanitär- und Heizungstechnik Bergstraße suchen den ältesten, noch genutzten Heizkessel in Privathäusern der KlimaschutzRegion Hessisches Ried (Bensheim, Biblis, Bürstadt, Einhausen, Groß-Rohrheim, Heppenheim und Zwingenberg).
Eine alte Heizung verschluckt Geld und Energie!
Ziel dieses Gewinnspiels ist, auch jene alten Heizkessel aus dem Verkehr zu ziehen, die trotz neuer Energieeinsparverordnung nicht erneuert werden müssen.
Mitmachen lohnt sich! Es gibt drei Gutscheine für den Einbau einer neuen energieeinsparenden Heizungsanlage zu gewinnen.
1. Preis 500 Euro
2. Preis 250 Euro
3. Preis 125 Euro
Überreicht werden sollen die Preise im Beisein von Vertretern des Kreises Bergstraße, Werner Winkelbach, dem Innungsobermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik und der Presse. Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.
Einfach den Gewinncoupon auf eine Postkarte kleben und ans Brundtlandbüro, Kellereigasse 2 in 64646 Heppenheim schicken oder an die Faxnummer 06252/15-377 faxen. Einsendeschluss ist der 20. Mai 2002. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Häufige Dämm-Vorurteile: Befürchtungen sind unbegründet
Vorurteil 1: Dämmen ist zu teuer
Richtig ist: Dämm-Maßnahmen rechnen sich immer, wenn die Fassade ohnehin saniert werden soll
Vorurteil 2: Dämmen erhöht die Schimmelgefahr
Richtig ist: Im Gegenteil: Je besser die Dämmung, desto geringer ist die Schimmelgefahr
Vorurteil 3: Wände müssen atmen. Man kann Gebäude auch zu Tode dämmen.
Richtig ist: Gebäude atmen durch die Fenster, nicht durch die Wände
Vorurteil 4: Dämmen verursacht Taupunktprobleme
Richtig ist: Im Gegenteil: Dämmen hält das Mauerwerk trocken
Vorurteil 5: Eine Außendämmung verträgt sich nicht mit einer Innendämmung
Richtig ist: Gerade bei einer Innendämmung ist eine zusätzliche Außendämmung bauphysikalisch optimal
Neuer Ratgeber für Hausbesitzer hilft Geld sparen
Das Brundtlandbüro hält diese kostenlose Broschüre für alle Interessenten bereit
Wiesbaden/Heppenheim. Das Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen hält für Hauseigentümer, die energiebewusst modernisieren wollen, einen kostenlosen Ratgeber bereit. Bis zu 65 Prozent weniger Heizkosten können bei intelligenter Sanierung nach den Erfahrungen der Sanierungsexperten erreicht werden. Der Ratgeber „Energie sparen - Heizkosten senken - CO2-Ausstoß mindern" wird vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung herausgegeben.
Die Broschüre gibt Auskünfte über vorbildliche Praxisbeispiele zur Modernisierung. Ebenfalls informiert sie über die wichtigsten Maßnahmen der energetischen Modernisierung und hält praktische Checklisten zur Vorbereitung der Sanierungsmaßnahmen bereit. Außerdem werden preisgekrönte sanierte Häuser vorgestellt.
Wie sinnvoll eine fachgerecht umgesetzte Wärmedämmung ist, zeigen die vielen erfolgreich sanierten Gebäude, die mit Hilfe der Förderung vom Brundtlandbüro modernisiert wurden. „Eine Bürgerin aus Bensheim bestätigte mir, dass ihr Heizölverbrauch um 65 Prozent gesunken ist, nachdem sie ihr Haus im Rahmen unseres Förderprogrammens modernisiert hatte", so Andreas Winterkemper, Technischer Fachkoordinator im Brundtlandbüro. „Neben einer Dämmung der Außenwand hatte sie auch ein effektiveres Heizungssystem einbauen lassen. Das ist nicht nur ein Erfolg für den Klimaschutz, durch die Reduktion von CO2, sondern auch ein Erfolg für den Geldbeutel."
Die Broschüren und sonstige Informationen rund um den Klimaschutz können kostenlos beim Brundtlandbüro angefordert werden. Kreis Bergstraße, Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen, Gräffstraße 5, 64646 Heppenheim, Tel: 06252 / 15-558, email: klima@kreis-bergstrasse.de oder im Internet unter www.kreis-bergstrasse.de.
Den Sanierungsmarkt erschließen und viel Geld sparen
Überwältigende Resonanz und großes Interesse von Handwerkern und Bürgern bei Weiterbildungsreihe "Wärmeschutz konkret"
Bensheim. Auch die zweite Staffel der Weiterbildungsreihe ‘Wärmeschutz konkret’ stößt bei Handwerkern und Bürgern auf große Resonanz. Am 15. Februar bot beispielsweise der Lehrbauhof der Kreishandwerkerschaft in Bensheim den geeigneten Rahmen für ein Praxis-Semiar und eine kleine Wärmedämm-Messe. Die Seminarreihe wurde von den Klimaschutzprojekten des Kreises Bergstraße und der Kreishandwerkerschaft gemeinsam abgehalten. Sie ist damit ein weiteres Beispiel dafür, wie sich Klimaschutz und Zukunftssicherung von Handwerksbetrieben positiv ergänzen.
Knapp 30 Handwerker und 50 interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit, praxisnahe Detaillösungen bei Außenwanddämmungen direkt von Dämmstoff-Herstellern kennen zu lernen. Auf dem Programm der Schulung stand zunächst ein Fachvortrag über die Besonderheiten der unterschiedlichen Dämmstoffe und -systeme sowie über deren fachgerechte Montage. Insbesonders die Anschlussdetails stellen in der Baupraxis die größten Qualitätsansprüche an die Handwerker. Mit Hilfe von Bildern und Modellen wurde gezeigt, wie Fehler aussehen und wie man sie beheben kann.
Anschließend packten die Handwerker der Stuckateur-, Maler- und Zimmerer-Innungen selbst mit an: Gemeinsam mit den Herstellern dämmten Meister, Gesellen und Lehrlinge die von den Auszubildenden der Kreishandwerkerschaft sorgfältig erstellten Mauern samt Türen und Fenstern. Erläuterungen zu den wichtigsten Kniffen bei der Montage gaben die Spezialisten der Herstellerfirmen und Dipl-Ing. Claudia Felske, Fachexpertin des 3-Städte-Klimaschutzprojektes Viernheim-Lampertheim-Lorsch. In einem zweiten Teil der Veranstaltung waren interessierte Bürger eingeladen, sich über die Dämmsysteme zu informieren. Ein reger Austausch zwischen Handwerkern, Herstellern und den Bürgern fand so direkt an den Darstellungsobjekten statt.
Josef Plaha vom Lehrbauhof der Kreishandwerkerschaft Bergstraße zeigt sich von der Schulung begeistert: „Diese Veranstaltung nützt auch den Lehrlingen. Denn sie haben hier die einmalige Gelegenheit, den Aufbau von Dämmmaterialien der verschiedenen Hersteller praktisch kennen zu lernen und direkt am Objekt zu üben. Entsprechend engagiert sind die Auszubildenden auch zu Werke gegangen."
„Das Ziel der Schulungsreihe ist die Qualitätssicherung am Bau." so die Aussage von Claudia Felske. „Durch die Kombination von theoretischem Wissen und praktischer Anschauung sollen die Handwerker für den Sanierungsmarkt fit gemacht werden," betonte die Fachfrau damit den besonderen Charakter dieses Pilotprojektes.
Dr. Andreas Schenkel, Projektleiter im Heppenheimer Brundtlandbüro, ist sich sicher: „Durch die Schulungsreihe 'Wärmeschutz konkret' wird der Markt der wärmetechnischen Sanierung von Wohngebäuden stimuliert und gestärkt. Zukünftig werden solche modernen Dämmmaßnahmen von den Bürgern verstärkt nachgefragt."
Das Seminarangebot für Handwerker läuft seit September 2001 und endet im Juni 2002. Zahlreiche Experten aus der Region haben das Programm unterstützt. Das Angebot umfaßte in der ersten Staffel zehn Schulungen, die nun wiederholt werden. Mit einer Mischung aus Theorie und Praxis stehen marktrelevante Themen auf dem Programm. Dazu gehören Informationen über aktuelle technische und gesetzliche Rahmenbedingungen genauso wie die Berechnung der Wirtschaftlichkeit und ein geeignetes Marketing.
Praxisnah und an Beispielen lernen die Handwerker, wie sie mit ihrer Angebotspalette den Sanierungsmarkt optimal erschließen und neue Kunden gewinnen können. Die Fachxperten zeigen auf, wie die Betriebe sich mit aktivem Klimaschutz gut im Markt plazieren und damit gleichzeitig einen hohen Imagegewinn erzielen können.
Weitere Informationen sowie alle wichtigen Veranstaltungstermine und Inhalte der Schulungen finden Sie im Internet unter www.waermeschutz-konkret.de. Direkt bei Hannah Büttner und Natasha Walker von IFOK (Tel.: 06251/8416-80) können sich interessierte Betriebe oder Einzelpersonen informieren und anmelden.
Schimmelpilz in Wohnungen-Ursachen und Bekämpfung
Heppenheim. Seit September 2001 läuft die Weiterbildungsreihe „Wärmeschutz konkret" für Handwerker und Bürger. Da das Thema „Schimmelpilz vermeiden und sanieren" schon bei der ersten Staffel der Schulungen auf reges Interesse stieß, wurde es ein zweites Mal für interessierte Bürger angeboten. Der Vortrag richtete sich an alle, die in ihren Häusern mit dem Problem Schimmel zu tun haben und sich für Ursachen sowie Bekämpfungsmöglichkeiten interessieren.
Dipl.-Ing. Bernd Müller vom Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) informierte zu Beginn über die Ursachen von Schimmelpilz und dessen Auswirkungen. Dabei wurde deutlich, dass Schimmelpilz ein weit verbreitetes Problem und ein häufiger Konfliktpunkt zwischen Mietern und Vermietern ist. Schimmel ist zudem nicht nur optisch störend, sondern auch ungesund und kann zu Gesundheitsstörungen wie Allergien, Asthma, Atemwegserkrankungen, Infektionen und im Extremfall zu Krebs führen.
„Kein Schimmel ohne Feuchtigkeit" führte Müller weiter aus. Daher lasse sich Schimmel dauerhaft nur besiegen, wenn die Feuchtigkeitsquellen beseitigt werden. Schlechte Dämmung, fehlerhafte Lüftung, undichte Stellen in der Gebäudehülle oder eine ungünstige Beheizung können Ursachen von Feuchtigkeit sein. Der Leiter des SEBZ lieferte klare Fakten zur Entstehung und Hinweise zur Vermeidung dieses unangenehmen und bauschädigenden Phänomens, die für die Anwesenden interessant und hilfreich waren.
„Ich freue mich ganz besonders, dass wir mit diesem Thema auf so großes Interesse gestoßen sind", so Dr. Andreas Schenkel, Leiter des Brundtlandbüros. 40 Bürgerinnen und Bürger füllten den Vortragssaal bis zum letzten Platz. „Wir haben mit diesem Vortrag den Nerv vieler Hausbesitzer und Mieter getroffen und konnten unser Informationsmaterial gezielt an sie weitergeben" freute sich Andreas Winterkemper vom Brundtlandbüro. Im Anschluss berieten Bernd Müller und Andreas Winterkemper noch etwa eine Stunde lang die Teilnehmer. Beratung zum Thema gibt es auch zu den üblichen Öffnungszeiten beim SEBZ, Großer Markt 8 in Heppenheim, Telefon 06252/913460.
Bürgerberatung des SEBZ weist den Weg durch den Dschungel der verschiedenen Fördermittel
Kreis Bergstraße. Das Modellprojekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried läuft zum 31. Juli aus. Das Brundtlandbüro wird aufgelöst, die Beratungs- und Informationsleistung für die Bürger soll danach auf den gesamten Kreis Bergstraße ausgeweitet werden. Diese Aufgabe wird dem Solar- und Energieberatungszentrum des Kreises Bergstraße (SEBZ) in Heppenheim übertragen. Dazu hat der Kreisausschuss bereits die Hälfte der notwendigen Personalkosten bewilligt. Das Geld kann allerdings erst dann fließen, wenn die Kommunen des Kreises Bergstraße bereit sind, den Rest gemeinsam zu finanzieren.
Dipl. Ing. Bernd Müller erläutert, welche Vorteile die Erweiterung des SEBZ für die Bürger des Kreises Bergstraße hat.
KliMa: Herr Müller, seit über zehn Jahren gibt es bereits das SEBZ in Heppenheim. Sie beraten auch jetzt schon Bürger und Kommunen aus dem gesamten Kreis Bergstraße rund ums Energiesparen und den Einsatz regenerativer Energien. Warum brauchen Sie ab August Verstärkung?
Bernd Müller: Das SEBZ hat zwei Aufgabenbereiche: Die Energieberatung aller Bürger des Kreises Bergstraße und die Beratung der Kommunen bezüglich der Energieeinsparung in den kommunalen Gebäuden. In beiden Bereichen haben wir bereits derzeit zuwenig Personal.
So ist für die Bürgerberatung nur eine dreiviertel und für die Kommunalberatung lediglich eine halbe Beraterstelle vorhanden. Dies ist einfach zu wenig. Ab August soll das SEBZ jetzt zusätzlich Informations- und Beratungsleistungen übernehmen, die bisher vom Brundtlandbüro erbracht worden sind. Das ist mit der vorhandenen Personalkapazität einfach nicht machbar.
Ab August bekommen die Bürger keine Fördergelder mehr. Dies bedeutet, dass auch keine Baustellen mehr inspiziert werden müssen. Für welche Aufgaben ist denn dann im SEBZ zusätzliches Personal erforderlich?
Im Wesentlichen geht es um zwei Bereiche. Zum einen um die Beratung der Bürger und zum anderen um die Weiterführung der bisher vom Brundtlandbüro geleisteten Öffentlichkeitsarbeit in Form der Klimaschutzzeitung KliMa und der Weiterbildungsreihe „Wärmeschutz konkret".
Bedingt durch die intensive Öffentlichkeitsarbeit, die vom Brundtlandbüro geleistet wurde, kommen jetzt viel mehr Bürger als zuvor zu uns, die sich bei einer neutralen Stelle informieren wollen. Ohne zusätzliches Personal gibt es lange Wartezeiten. Außerdem würden wir gerne regelmäßige Sprechstunden im Odenwald anbieten, damit der Weg zur Beratungsstelle nicht so weit ist.
Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit sind Aktionen wie die Weiterbildungsreihe „Wärmeschutz konkret" mit dem vorhandenen Personal nicht zu bewältigen. Und gerade dieses Angebot stößt bei den Bürgern auf große Resonanz. Außerdem würden wir gerne die Klimaschutzzeitung KliMa weiterhin herausgeben, und zwar kreisweit. Sie ist eine wichtige Informationsquelle für die Bürger. Mit ihr kommen geldwerte Spartipps in jeden Haushalt.
Wenn es keine Fördergelder mehr gibt, welchen konkreten Nutzen hat denn dann der Bürger von einer Aufstockung des SEBZ?
Wir im SEBZ haben den Durchblick durch den Fördermitteldschungel. Eine gute Beratung über die erhältlichen Fördermittel kann den Bürger tausende von Euros sparen.
Hinzu kommt, dass sich Energiesparmaßnahmen wie Wärmedämmung und Kesselerneuerung in vielen Fällen auch ohne Fördergelder nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den eigenen Geldbeutel lohnen, wenn sie richtig und zum geeigneten Zeitpunkt durchgeführt werden. Auch hier spart eine gute Beratung viel Geld.
Ein weiterer Punkt ist die richtige Auslegung von Energiesparmaßnahmen. Wenn beispielsweise durch eine Beratung eine Solaranlage die richtige Größe hat oder eine Dämmung so ausgeführt wurde, dass sie keine Bauschäden verursacht und vom Kosten-Nutzen-Verhältnis her optimal ist, ist das für den Bürger viel Geld wert.
Ich will noch auf einen anderen Aspekt hinweisen. Energiesparmaßnahmen und die dafür eingesetzten Fördermittel fließen in den regionalen Wirtschaftskreislauf. Das stärkt die Handwerksbetriebe, die Aufträge zur Wärmedämmung bekommen und erhöht die Wertschöpfung im Kreis Bergstraße. Jeder Euro für das SEBZ ist eigentlich eine klassische Wirtschaftsförderung für zukunftsorientierte Wirtschaftszweige und sichert Arbeitsplätze in Zukunftsbranchen. Davon einmal abgesehen lohnen sich 80 Prozent der Investitionen in Energiesparmaßnahmen auch ohne Zuschüsse. Man muss nur wissen, wie es geht.
Herr Müller, vielen Dank für das Gespräch.
Das Team vom SEBZ ist zu erreichen unter 06252/913460 oder sebz-bergstrasse@t-online.de.
Energieberatung vor Ort - clever Geld gespart!
Das Förderprogramm der Bundesregierung läuft bis Ende 2002
Die Bundesanstalt für Ausfuhrkontrollen (BAFA) vergibt Zuschüsse für eine Energieberatung vor Ort. „Vor-Ort" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der betreffende Energieberater zu den Bürgern nach Hause kommt. Das Förderprogramm wird jeweils für ein Jahr aufgelegt, und wurde in den letzten Jahren immer um ein weiteres Jahr verlängert.
Jeder private Hauseigentümer kann diesen Zuschuss für sein Haus beantragen, wenn er einen Energie-Check von einem staatlich anerkannten Energieberater durchführen lässt. Unterstützt werden Eigentümer von Altbauten, deren Häuser oder Wohnungen vor dem 01. Januar 1984 gebaut wurden. Auch ist es wichtig, dass das Gebäude nicht auf Grund einer Sanierung nach 1984 zu mehr als 50 Prozent verändert wurde und dass mehr als die Hälfte der Gebäudefläche als Wohnraum genutzt wird.
Die Zuschüsse belaufen sich für ein Ein- oder Zweifamilienhaus auf 330 Euro und bei Wohngebäuden mit bis zu sechs Wohneinheiten auf 358 Euro. Ein Richtwert für die Gesamtkosten der Energiediagnose ist für ein Ein- bis Zweifamilienhaus 500 Euro und für ein größeres Wohngebäude 700 Euro. Es kann auch teurer sein. Den BAFA-Zuschuss gibt es allerdings nur, wenn eine Rechnung über mindestens 425 Euro eingereicht wird.
Stellt sich nun die Frage, was man im Einzelnen für sein Geld erhält. Zunächst einmal wird sich der Energieberater persönlich einen Eindruck über das Wohngebäude verschaffen. Aufgrund dessen, und der Angaben des Eigentümers über den Energiebedarf und ähnliches, wird ein ausführlicher Bericht verfasst, ähnlich dem Bergsträßer Energiepass. In dem Bericht wird unter anderem beschrieben, welche Energieverluste sich bei den einzelnen Bauteilen, wie zum Beispiel der Wand, ergeben. Es werden Sanierungsvorschläge unterbreitet, mit einer genauen Angabe darüber, welche Einsparung jede der einzelnen Maßnahmen energietechnisch bringen würde. Auch wird auf die Wirtschaftlichkeit und die technische Realisierbarkeit eingegangen, um keine unsinnigen Maßnahmen anzustoßen. Gebäudethermographien müssen in der Regel extra gezahlt werden. Um Missverständnisse auszuräumen, ist der Berater dazu verpflichtet den Bericht persönlich zu erläutern.
Der Bericht muss vom Energieberater bei der BAFA eingereicht werden, wo er kontrolliert wird. Ein von der BAFA anerkannter Energieberater muss ein Diplom in einem Ingenieursberuf aufweisen, unabhängig und herstellerneutral sein.
Namen von Ingenieuren, die eine „Vor-Ort-Beratung" im Kreis Bergstraße durchführen, können Eigenheimbesitzer beim Bundesamt für Wirtschaft in Eschborn per Telefon anfordern, Nummer 06196/908-400 oder -403.
Förderprogramme sind beendet
Heppenheim. Die Förderprogramme des Brundtlandbüros laufen in diesem Jahr aus. Wer in den Genuss von Fördermitteln kommen wollte, musste bis zum 31. März einen Antrag eingereicht haben.
Das Brundtlandbüro wird zum 31. Juli diesen Jahres geschlossen. Die geförderten Bauvorhaben müssen bis zum Datum der Schließung des Büros abgeschlossen sein.
Neue Anträge auf Förderung können nicht mehr angenommen werden, aber bis Ende Juli steht Ihnen das Team des Brundtlandbüros auch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, wenn Sie Probleme und Fragen im Bereich der Energiegewinnung und -einsparung haben (Telefon 06252/15-558). Weitere aktuelle Informationen zu den Förderungen erhalten Sie beim Solar- und Energieberatungszentrum (Telefon 06252/913460).
Niedrigenergiebauweise wird Standard
Energieeinsparverordnung ist seit dem 1. Februar diesen Jahres in Kraft
Seit 1. Februar 2002 ist die neue Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft. Diese neue Vorschrift nimmt sich jenen Verbrauchssektor vor, der neben dem Verkehrsbereich das größte Einsparpotential bietet: den Gebäudebereich. Es geht nun nicht nur mehr darum, die Wärmeverluste der Gebäudehülle einzugrenzen, sondern um die Begrenzung des gesamten Primärenergieverbrauchs, der durch die Beheizung eines Hauses entsteht.
Die EnEV berücksichtigt die beiden wichtigsten Möglichkeiten zur Senkung des Heizenergieverbrauchs in Gebäuden: Die Verbesserung des baulichen Wärmeschutzes und die Verbesserung der Heiztechnik. Darüber hinaus berücksichtigt sie auch Energieverbräuche, die außerhalb des Hauses, beispielsweise im Kraftwerk oder beim Transport des Brennstoffes ins Haus, entstehen.
Gute Niedrigenergiegebäude verbrauchen pro Jahr weniger als 6 Liter Heizöl pro Quadratmeter. Passivhäuser, deren Mehrkosten sich innerhalb von 15 bis 20 Jahren amortisieren, verbrauchen nur noch 1,5 Liter. Wer sich langfristig niedrige Heizkosten sichern und seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte, sollte daher deutlich besser dämmen, als die EnEV es vorschreibt.
Die EnEV betrifft nicht nur Neubauten sondern enthält auch Nachrüstpflichten und Anforderungen an Altbauten. Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die am 1. Februar 2002 selbst in ihren Häuser gewohnt haben, unterliegen keiner Nachrüstpflicht, auch nicht bezüglich ihrer Heizkessel. Altkessel müssen lediglich die vorgeschriebenen Abgasverlustgrenzwerte einhalten. Verbesserungen sind nur erforderlich, wenn Bauteile erneuert oder der Wohnraum vergrößert wird.
Mehr als 20 Jahre alte Kessel, die keine Niedertemperaturkessel sind, sollten jedoch auch dann erneuert werden, wenn es nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Sie benötigen etwa 20 Prozent mehr Brennstoff als neue Niedertemperatur- oder Brennwertkessel.
Das gilt selbst dann, wenn sie die Abgasverlustgrenzwerte einhalten. Ein neuer Kessel spart daher ein Fünftel an Energiekosten ein und entlastet damit auf Dauer den Geldbeutel und die Umwelt.
Wollen Hausbesitzer ihr Eigentum modernisieren, müssen die neuen Bauteile der aktuellen Verordnung entsprechen. Das ist allerdings nur der Fall, wenn mehr als 20 Prozent eines Bauteils betroffen sind. Bei einer Außenputzerneuerung muss zukünftig acht Zentimeter stark gedämmt werden, wenn der k-Wert der Hauswand schlechter als 0,9 ist. Wird das Dach neu gedeckt, muss es gleichzeitig mit einer festgelegten Qualität gedämmt werden. Weiterhin ist vorgeschrieben, dass in vermieteten Objekten oder bei Eigentumswechsel Heizkessel, die vor dem 1. Oktober 1978 installiert wurden, bis Ende 2006 ausgetauscht werden müssen. Die Übergangsfrist für Anlagen, deren Brenner nach dem 1. November 1996 erneuert wurden, reicht bis Ende 2008.
In der Regel muss in Altbauten also nicht nachgerüstet werden. Häufig lohnt sich jedoch eine wärmetechnische Sanierung trotzdem und sie verbessert zusätzlich die Wohnqualität.
Das Brundtlandbüro empfiehlt allen Hausbesitzern, bevor sie ihr Haus modernisieren eine Analyse erstellen zu lassen, mit welchen Sanierungsmaßnahmen die größtmöglichen Energieeinsparungen erzielt werden können. Der Bergsträßer Energiepass bietet dazu die Möglichkeit. Bürger des Kreises Bergstraße können sich beim Solar- und Energieberatungszentrum des Kreises Bergstraße (SEBZ) über die neue Energieeinsparverordnung und den Bergsträßer Energiepass informieren.
Kontakt: Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße, Telefon 06252/913460
Der Solarfördertopf des Bundes wird erhöht
Berlin. Die Solarförderung für private Häuslebesitzer wird ausgeweitet. Mit rund 200 Millionen Euro stellt der Bund im Jahre 2002 fast 50 Millionen Euro mehr als im vergangenen Jahr zum Bau von Sonnenkollektoren zur Verfügung. Dadurch ist sichergestellt, dass jeder Bürger, der einen Antrag stellt, auch in den Genuss der Fördermittel kommt. Bisher galt eher das Windhundprinzip, da der Fördertopf nicht groß genug für alle Anträge war.
Dies ist auch ein positives Signal für innovative Unternehmen in der KlimaschutzRegion Hessisches Ried. Sie können weiterhin mit einer stabilen Auftragslage rechnen, da es sich mit dieser Förderung für Hausbesitzer lohnt, in eine umweltschonende Energieversorgung zu investieren.
Außerdem sollen die Fördersätze für Holzfeuerungsanlagen und Solarkollektoren erhöht werden. Die Fördersätze sind bereits festgelegt, wann die Richtlinie in Kraft tritt stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Mehr Infos im Internet unter www.bafa.de oder solarwirtschaft.de
Verbraucherzentrale in Bensheim - Sprechstunde immer samstags
Bensheim. Seit dem 20. April bietet die Verbraucherzentrale Hessen in Bensheim eine zusätzliche Energieberatung an. Jeden Samstag von 10.00 Uhr bis 13.00 Uhr können sich die Bürger im städtschen Bürgerbüro in der Fußgängerzone über Energiesparmaßnahmen im Haushalt beraten lassen. Möglich geworden ist dieser neue Energieberatungsstützpunkt durch eine Kooperation mit der Energieberatung der Stadt Bensheim. Die Beratung, die über ein vom Bundesministerium für Wirtschaft gefördertes Projekt angeboten wird, ist für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei.
Die Verbraucherzentrale Hessen hatte ihr Beratungskonzept überarbeitet. Dort, wo die Verbraucherzentrale nicht vor Ort präsent war, sollte es nun eine Energieberatung geben. Klaus Fey, der zuständige Abteilungsleiter für Energie und Umwelt bei der Verbraucherzentrale Hessen, ist froh über den zusätzlichen Beratungsstandort in Südhessen. "Die nächsten Beratungsstellen sind in Erbach im Odenwald und in Darmstadt. Mit unserem Angebot in Bensheim konnten wir eine Versorgungslücke schließen."
Heiztechnik, Wärmeschutz in Alt- und Neubauten, Warmwasserbereitung, Wirtschaftlichkeit regenerativer Energien, das sind einige der Themen, über die sich Verbraucher durch unabhängige Fachleute in individuellen Beratungsgesprächen beraten lassen können. Der Diplom-Ingenieur Karl Rösch, ein langjähriges Mitglied im Energietischverein Bensheim, konnte für diese Aufgabe gewonnen werden. Dadurch werden die Bürger von einem exzellenten Kenner der Materie und der lokalen Gegebenheiten beraten.
Fotovoltaikanlage auf Carl-Benz-Stadion
Diese Art der Geldanlage ist interessant für ökologisch orientierte Investoren
Mannheim. Seit Dezember produziert eine Solaranlage auf dem Dach des Mannheimer Carl-Benz-Fußballstadions Strom für die MVV Energie AG. Die Fotovoltaikanlage wird von der SolarEnergieMannheim GmbH & Co. KG betrieben. Ökologisch interessierte Investoren können sich mit mindestens 3 200 Euro beteiligen. Vorgesehen sind jährliche Auszahlungen, beginnend mit etwa 5,6 Prozent des eingesetzten Kommanditkapitals ab dem zweiten Betriebsjahr. Die Summe der Auszahlungen beträgt 133,32 Prozent des Eigenkapitals.
Das „Sonnenkraftwerk Carl-Benz-Stadion" hat eine Leistung von 106Kilowatt. Die 1080 Fotovoltaik-Module erzeugen jährlich rund 90000 Kilowattstunden umweltfreundlichen Solarstrom. Das entspricht dem Stromverbrauch von etwa 36 durchschnittlichen Haushalten.
Für das Solardach auf dem Fußballstadion schmiedete Dr. Roland Niebl von der Betreiberfirma eine enge Kooperation mit dem Mannheimer Energieversorger MVV Energie AG. Die MVV lieferte die Solarmodule, installierte sie und übernimmt künftig die Wartung der Anlage. Auch den produzierten Strom kauft die MVV. Um die Vermarktung der Anteile kümmert sich die Betreiberfirma, die die Investitionssumme von 640000 Euro vorfinanziert hat.
Eberhard Rössler, be der MVV zuständig für das Geschäftsfeld Regenerative Energien, freut sich über dieses Vorzeige-Objekt. „Wir wollen den Anteil an Grünem Strom ausbauen. Mit dem Sonnenkraftwerk Carl-Benz-Stadion gehen wir einen Weg, der für andere ein Vorbild sein kann. Außerdem können wir unsere technischen Kompetenzen ausbauen, weil wir nun ein Großprojekt warten, bei dem wir Langzeiterfahrung sammeln können", so Rössler.
Refinanziert wird die Anlage über die Einspeisevergütung für Solarstrom. Die Betreiber der Stromnetze - das ist hier die MVV - sind verpflichtet, den aus Sonnenenergie erzeugten Strom über 20 Jahre lang mit 50,54 Cent pro Kilowattstunde zu kaufen. Die MVV Energie AG legt beim Sonnenstrom aus dem Sonnenkraftwerk Carl-Benz-Stadion sogar noch einen Bonus von 7,67 Cent je Kilowattstunde drauf und kann so den Strom für den Ökostromtarif "Terra" nutzen.
Alle Bürgerinnen und Bürger können sich ab einer Mindesteinlage von 3200 Euro an diesem ökologisch und ökonomisch sinnvollen Projekt als Gesellschafter beteiligen und somit zum Unternehmer werden.
Mehr Informationen zum Sonnenkraftwerk Carl-Benz-Stadion gibt es im Internet unter www.solarenergie-mannheim.de, oder bei MVV Energie AG, Eberhard Rössler, 0621/290-3088.
Jahrhunderthochwasser in Zukunft häufiger?
Fragen nach den Auswirkungen der Erwärmung der Erdatmosphäre an der Bergstraße?
Frankfurt/Kreis Bergstraße. Der Klimaforscher Prof. Dr. Christian Schönwiese, Mitglied im Kuratorium des Modellprojektes KlimaschutzRegion Hessisches Ried im Gespräch.
KliMa: Professor Schönwiese, die Erdatmosphäre wird wärmer und Sie konnten im vergangenen Jahr belegen, dass der Mensch daran einen deutlichen Anteil hat. Wie wirkt sich die höhere Durchschnittstemperatur auf das Wettergeschehen in Mitteleuropa aus?
Schönwiese: Wir müssen mit deutlich mehr Regen im Winter und insgesamt etwas trockeneren Sommern rechnen. Die Folgen können erheblich sein. Im Winter ist das Wasserhaltevermögen von Pflanzen und Boden sehr viel geringer als im Sommer, was das Hochwasserrisiko erhöht. Bereits jetzt treten so genannte "Jahrhunderthochwasser" schon wesentlich häufiger auf. Wenn die Sommer trockener werden, fehlt das Wasser dann, wenn die Pflanzen viel davon brauchen. Das kann zu geringeren Erträgen in der Landwirtschaft führen. Außerdem könnten wir extreme Wetterereignisse wie Stürme, Hagel oder starke Regenfälle häufiger erleben als bisher.
Werden diese Veränderungen in ganz Deutschland gleichermaßen zu spüren sein?
Nein, es wird erhebliche regionale Unterschiede geben. Die relativ tockenen Regionen in Nordostdeutschland könnten noch weniger Regen abbekommen, insbesondere im Sommer. Die Niederschläge im Westen und Südwesten Deutschlands, so beispielsweise auch entlang der Bergstraße und im Odenwald, könnten im Winter ergiebiger werden. Das erhöht die Hochwassergefahr im Einzugsbereich von Rhein, Neckar und Mosel. Auch Sommergewitter könnten in Zukunft heftiger und zeitlich ungleichmäßiger verteilt sein. Das ist ein zusätzlicher Stress für Pflanzen, die an ein gleichmäßigeres Wasserdargebot angepasst sind. Das betrifft nicht nur die Landwirtschaft, auch der Wald wird in Mitleidenschaft gezogen.
Wenn wir jetzt etwas zur Verringerung der Treibhausgase tun, wann wird sich das auswirken?
Das wird nicht so schnell gehen, weil das Klima mit einigen Jahrzehnten Verzögerung auf menschliche Einflüsse reagiert. Daher werden sich die Erwärmung und Niederschlagsumverteilungen zunächst sogar dann noch fortsetzen, wenn die Industrienationen alle technischen Möglichkeiten zum Klimaschutz ausschöpfen würden.
Sollten wir dann nicht besser Deiche und Hochwasserdämme bauen, anstatt Kohlendioxid zu sparen?
Das sehe ich nicht so. Zwar wird es einerseits erforderlich sein, auf Klimaänderungen zu reagieren, die schon im Gang sind. Andererseits ist es aber viel wichtiger, das Übel an der Wurzel zu packen, also Klimaschutz im Sinn von Vorsorge zu betreiben. Der wichtigste Punkt ist dabei, den Kohlendioxidausstoss in Zusammenhang mit der Energienutzung zu verringern. Alternative Energieträger, effektiverer Umgang mit Energie und Sparsamkeit sind hier die Gebote der Stunde. Und da regionale Klimaänderungen besonders schwer prognostizierbar sind, wird es noch lange dauern, bevor wir sagen könnten, baut hier einen Deich und dort eine Beregnungsanlage.
Energiesparen aber schadet niemandem. Im Gegenteil, es löst in vielen Wirtschaftszweigen einen Innovationsschub aus, weil es sich rechnet. Und unsere endlichen Erdölreserven können wir intelligenter nutzen, als durch Verbrennung Energie zu erzeugen, die wir in diesem Umfang eigentlich gar nicht brauchen.
Herr Professor Schönwiese, vielen Dank für das Gespräch.
Grüner Strom im Aufwind
In der Region Starkenburg steigen Produktion und Absatz
Region Starkenburg. Alle in Südhessen ansässigen Energieversorgungsunternehmen verzeichnen eine steigende Anzahl von Kunden, die „Grünen Strom beziehen".
Auch die erzeugte Strommenge wächst kontinuierlich an. Großkunden sind für die Ökostromversorger besonders interessant. Die Überzeugungsarbeit bei den Haushaltskunden ist schwierig. Trotzdem sind die verschiedenen Förderprogramme der Bundesregierung sinnvoll, weil sie Marktanreize in der Zukunftsbranche Solartechnik schaffen und den Anteil an kohlendioxidarm erzeugtem Strom insgesamt erhöhen.
Britta Sattig, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der HEAG NaturPur AG, rauft sich manchmal die Haare: „Privatkunden für Grünen Strom zu gewinnen, das ist schon eine schwierige Sache Da müssen wir noch viel Überzeugungsarbeit leisten." Seit 1999 verkauft die HEAGNaturPur AG der einzige Ökostromversorger Hessens ist eine Tochtergesellschaft des Darmstädter Stromversorgers HEAG - ausschließlich Strom aus regenerativen Energiequellen und Kraft-Wärme-Kopplung. In dieser Zeit hat sich die Menge des verkauften „Grünen Stroms" mehr als verzehnfacht. Die Zuwachsrate im Jahr 2001 erreichte 65 Prozent. Ähnlich gute Zahlen vorlegen kann Uwe Ewald, der Bereichsleiter Kommunikation und neue Medien des Bensheimer Energieversorgers GGEW AG. Seine Ökostromlieferungen hatten sich im Jahr 2000 im Vergleich zum Startjahr 1999 nahezu verzehnfacht. Die Zunahme im Jahr 2001 betrug noch einmal rund 35 Prozent.
Der meiste Öko-Strom fließt jedoch nicht in Einfamilienhäuser. Den Großteil des umweltfreundlich erzeugten Stromes nehmen Großkunden ab. Meist sind es Kommunen oder Kreisverwaltungen, ab und zu auch Firmen. Die springen aber auch leichter wieder ab, insbesondere wenn sie in eine bundesweit agierende Struktur eingebettet sind. Beim Elektrizitätswerk Rheinhessen (EWR AG) ist das im vergangenen Jahr passiert. Der Absatz von Ökostrom ging bei der EWR AG deshalb entgegen dem allgemeinen Trend um etwa 7 Prozent zurück.
Kommunen und Kreisverwaltungen haben daher eine wichtige Vorbildrolle. Der Kreis Bergstraße bezieht beispielsweise ein Drittel seines Stromes aus regenerativen Energiequellen. Das ist ohne Mehrkosten möglich, weil die höheren Kosten für den Grünen Strom durch Energiesparmaßnahmen wieder „reingeholt" werden konnten.
Ergänzend zu dem Förderprogramm der Bundesregierung für mehr Sonnenstrom (EEG) ist es wichtig, eine zweite Säule zu schaffen, damit umweltfreundliche Stromerzeugungsanlagen errichtet werden. Es muss die Nachfrage nach dem ökologisch erzeugten Strom gefördert werden, eben indem der Ökostrommarkt ausgebaut wird. Denn Gesetze sind als politisches Instrument immer gefährdet, bei einem Regierungswechsel geändert zu werden. Dem können die Wähler entgegenwirken, indem sie durch den Bezug von Ökostrom demonstrieren, dass sie eine nachhaltige Energieversorgung haben möchten.
Je mehr Privathaushalte, Gewerbe- und Industriebetriebe dem guten Beispiel der öffentlichen Hand folgen, desto mehr neue umweltfreundliche Stromerzeuger werden gebaut. Gleichzeitig werden die Stromwirtschaft und Politik gleichermaßen unter Druck gesetzt, sich mehr dafür zu engagieren, so dass langfristige Erfolge erzielt werden können und die Stromversorgung der Zukunft gesichtert werden kann. Durch die damit verbundene Dezentralisierung der Stromversorgung werden gleichzeitig das Handwerk und die regionale Wirtschaft gestärkt.
Anbieter von Öko-Strom in der KlimaschutzRegion Hessisches Ried sind:
- Seit Anfang des Jahres bin ich der Projektleiter des Brundtlandbüros. Bei meiner vorherigen Arbeit als Agendabeauftragter des Kreises Bergstraße gab es bereits zahlreiche Berührungspunkte mit dem Projekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried, so dass ich diese Aufgabe gerne übernommen habe.
- Elektrizitätswerk Rheinhessen (EWR AG), www.ewr.de
- GGEW Strom.Gas.Wasser, www. ggew.de
- HEAG NaturPur AG, www.natur-pur.ag.de
Positive Energiebilanz bei Solaranlagen, Windrädern und Dämmstoffen
Erzeugen Solarzellen wirklich mehr Energie, als ihre Herstellung verbraucht? In der politischen Debatte um den Nutzen regenerativer Energieerzeuger wird häufig behauptet, dass zur Herstellung von Solaranlagen oder Dämmstoffen mehr Energie benötigt würde, als diese Produkte hinterher lieferten oder einsparten. Die Realität sieht völlig anders aus.
Der Zeitraum, in dem eine Anlage die zu ihrer Herstellung erforderliche Energiemenge erzeugt oder einspart, wird als energetische Amortisationszeit bezeichnet. Kohle- und Atomkraftwerke amortisieren sich energetisch nie, da sie mit jeder Stunde Laufzeit unsere Energievorräte vermindern. Bei Solaranlagen, Windrädern und Dämmungen sieht dies ganz anders aus. Sie liefern und sparen sehr viel mehr Energie, als ihre Herstellung kostet. Je mehr derartige Produkte hergestellt werden, desto länger reichen unsere Energievorräte.
Besonders kurz ist die energetische Amortisationszeit bei Dämmstoffen und Windkraftanlagen. Beispielsweise hat eine Außendämmung mit Styropor bereits nach einer Heizperiode mehr Energie eingespart, als zu ihrer Herstellung benötigt wurde. Aber auch eine Fotovoltaikanlage hat sich nach zehn Jahren energetisch amortisiert und liefert über ihre Lebensdauer von etwa 30 Jahren das Dreifache ihrer Herstellungsenergie. Zukünftige Dünnschicht-Solarzellen werden mit deutlich weniger Energie hergestellt werden und dadurch auch wesentlich kürzere energetische Amortisationszeiten haben.
Solarstromanlage sucht Dach
Brundtlandbüro unterstützt Investoren auf der Suche nach geeigneten Dachflächen
Kreis Bergstraße. Ein Investor aus Bürstadt prüft derzeit, ob es sich lohnt, in Fotovoltaikanlagen auf Schulen in Bensheim, Bürstadt und Lampertheim zu investieren. Angeregt durch einen Bericht in KliMa hatte er Kontakt mit der Bergsträßer Kreisverwaltung aufgenommen und die notwendigen Informationen erhalten. Hauseigentümer, die geeignete Dachflächen für Investoren zur Verfügung stellen wollen, können einen Fragebogen beim Brundtlandbüro anfordern. Bei Interesse eines Investors stellt das Brundtlandbüro den Kontakt zwischen Hauseigentümer und Investor her.
Eigentlich hatte Erhard Renz es schon fast aufgegeben. Seine bisherigen Bemühungen, Solarstromanlagen auf Schuldächern im Kreis Bergstraße zu installieren, waren bisher stets im Sande verlaufen. Renz investiert in regenerative Energien. Mit Windenergie hat er schon gute Erfahrungen gemacht, bei Sonnenstrom klemmt es aber noch hie und da. Ein Artikel in der Klimaschutzzeitung KliMa ermutigte den Industriekaufmann dann aber, es im Kreis Bergstraße noch einmal zu versuchen. Mittlerweile liegen ihm die Baupläne von Schulen in Bensheim, Bürstadt und Lampertheim vor, so dass er prüfen kann, ob sein Vorhaben technisch überhaupt machbar ist. Die ersten Angebote für Solarmodule holt er auch schon ein. „Eigentlich rechnet sich das Ganze nur, wenn die Dachflächen richtig groß sind. Schulen und andere öffentliche Gebäude sind deshalb interessant. Aber auch auf Dächern von Gewerbebetrieben könnten sich Fotovoltaikanlagen rechnen. Ab einer Größe von 1000 Quadratmetern sind Dachflächen sogar für überregionale Investoren interessant", erläutert Renz.
Auf den Artikel in der Klimaschutzzeitung meldeten sich auch viele Besitzer von Einfamilienhäusern mit relativ kleinen Dachflächen. „Für diese Dächer gibt es aber eigentlich keine Nachfrage von Investoren", meint Volker Döringer, der mit seinen Partnern eine Anlage auf dem Landratsamt in Heppenheim installiert hat. Der Stromertrag ist zu gering im Verhältnis zu dem Aufwand, den der Investor betreiben müsste. Immerhin müsse man beispielsweise die Sicherheit haben, dass die Fotovoltaikanlage über mindestens 20 Jahre auf dem Dach verbleiben kann. Sonst lohnt sich das Ganze normalerweise nicht.
Eine Ausnahme ist allerdings die Gemeinde Biblis. Hier lohnen sich kleine Solardächer, weil das Stadtparlament nun schon im zehnten Jahr den Bau von Fotovoltaikanlagen mit einem Zuschuss von zwölf Prozent der Beschaffungskosten unterstützt. Pro Anlage zahlt die Gemeinde maximal 2045 Euro. Allerdings kommen bisher nur Mieter oder Hauseigentümer aus Biblis in den Genuss der Förderung. Bis jetzt ist noch nicht klar, ob Mieter von Dachflächen, auch wenn sie nicht in Biblis wohnen, als Mieter im Sinne der Fördersatzung gelten können. Der Hobby-Windmüller und Solarstrominvestor Renz bedauert das. „Es wäre sehr schade, wenn Mieter von Dächern nicht als Mieter im Sinne der Förderung gesehen werden könnten. Eigentlich geht es ja um eine gute Sache, nämlich darum, umweltschonend Strom zu erzeugen und das lokale Handwerk mit Aufträgen zu unterstützen. Da kann es doch letztlich egal sein, ob der Investor aus Biblis kommt oder nicht."
Mehr Informationen zur Förderung von Solaranlagen in Biblis gibt Heinrich Männl, Telefon 06245/2841, hmaennl@Gemeinde-Biblis.de.
200 Arbeitsplätze und ein Drittel weniger CO2
Hervorragende Zwischenbilanz für Modellprojekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried
Heppenheim. Das Brundtlandbüro des Kreises Bergstraße legte in einer Zwischenbilanz die Ergebnisse seiner zweieinhalbjährigen Arbeit vor. Mit einer Fördersumme von etwa 185000 Euro wurden Investitionen in Höhe von fast einer Million Euro angestoßen. Der Einzelhandel profitierte mit etwa 210 000 Euro von den Auszahlungen, die Betriebe des Baugewerbes mit etwa 750000 Euro. Dadurch konnten allein in den sieben beteiligten Kommunen bis zu 200 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Nach der wärmetechnischen Sanierung der geförderten Gebäude verbrauchen die Haushalte erheblich weniger Heizenergie. Dadurch reduziert sich bei diesen Haushalten der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) um etwa ein Drittel. Pro Jahr sind das rund 1000 Tonnen weniger dieses Treibhausgases.
Insgesamt wurde eine Fläche von mehr als 58 000 Quadratmetern Gebäudewände und Dächer gedämmt. Diese Fläche entspricht etwa zehn Fußballfeldern. Der Löwenanteil mit mehr als 70 Prozent der gedämmten Flächen waren Außenwände, etwa ein Viertel Dächer und Speicher.
Bestehende Gebäude bieten ein großes Energieeinsparpotenzial, die Erzeugung von Raumwärme ist mit rund einem Drittel am gesamten Energieverbrauch in Deutschland beteiligt. Die Ziele des Modellprojektes waren, mit der Modernisierung von Altbauten den Energieverbrauch zu senken, einen bleibenden Wohnwert zu schaffen und zukunftsfähige Arbeitsplätze im lokalen Bauhandwerk zu schaffen. Mit der Reduzierung des Energieverbrauches geht ein geringerer Kohlendioxidausstoß einher.
In der KlimaschutzRegion betragen betragen die CO2-Emissionen bei unverändertem Verhalten laut einer beim IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung in Auftrag gegebenen Studie 587000 Tonnen CO2 pro Jahr. Laut Ergebnis der Studie hat der Sektor "private Haushalte" mit über 300000 Tonnen den größten Anteil daran. Durch wirtschaftlich lohnenswerte Investitionen könnten rund ein Drittel dieser Emissionen vermieden werden.
Die Arbeit des Brundtlandteams wurde von mehreren Instituten wissenschaftlich begleitet und auf seine Wirkung hin untersucht. In einer gemeinsamen Evaluation kommen das Fraunhofer- und das Ökoinstitut zu dem Ergebnis, dass wärmetechnische Sanierungen einen klimafreundlich modernisierten Gebäudebestand ergeben, in dem es sich zu wohnen lohnt. Realisierte Vorhaben haben eine große Vorbildwirkung in der unmittelbaren Nachbarschaft und seien damit die beste Werbung für das Programm.
Auto-Umwelt Liste hilft beim Autokauf
Brundtlandbüro empfiehlt Hit-Liste für spritsparende Autos
Berlin. Das Brundtlandbüro empfiehlt, beim Neukauf eines Autos die Auto-Umwelt-Liste des Verkehrsclub Deutschland (VCD) zu Rate zu ziehen. In einem durchschnittlichen Haushalt wird fast ein Viertel der Energie beim Autofahren verbraucht. Neben der Heizung ist damit das Auto der größte Energieverbraucher und damit auch Kohlendioxid-Erzeuger. Die Auto-Umwelt-Liste kann beim VCD-Bundesverband bestellt werden.
Wer sich in diesen Tagen ein Auto kauft, achtet verstärkt auf den Spritverbrauch des möglichen Neuen. Dies lässt sich aus den Verbrauchszahlen beim Benzin und Diesel herauslesen, die in den letzten beiden Jahren um etwa je zwei Prozent sanken. Neben diesem Kriterium beachten die Fachleute des Verkehrsclub Deutschland (VCD) bei der Erstellung ihrer Auto-Umweltliste auch auf Lämbelastung, den Ausstoß von Schadstoffen und Kohlendioxid (CO2), eine umweltschonende und transparente Produktion sowie eine gute Informationspolitik in Umweltfragen durch die Unternehmen. Positiv hervorzuheben ist hierbei der Sportwagenhersteller Porsche, der den Fragenbogen des VCD immer sehr detailliert beantwortet, obwohl klar ist, dass kein Modell des Unternehmens in einer der Listen auftauchen wird.
Das Buch zur globalen Energiewende
Faktor-4-Strategien weltweit und leicht verständlich
Die Erfolgsautoren des Buches „Faktor 4" weiten in ihrem Folgewerk ihre Innovations-Strategien auf den globalen Maßstab aus. Sie geben Antworten auf die Frage „Wie lassen sich eine wirkliche Energiewende und eine nachhaltige, risikofreiere und klimaschonende Energieversorgung erreichen?" Trotz aller Absichtserklärungen wird in den meisten Ländern bisher nicht oder nur unzureichend gehandelt. Die Realität hinkt den tatsächlichen Möglichkeiten zur Energieeinsparung meilenweit hinterher - eine fatale Strategie für die Erde, die in der Katastrophe enden könnte.
Die Autoren Amory Lovins (Leiter des Rocky Mountains Institute in Colorado/USA) und Peter Hennicke (Vizepräsident und Direktor der Abteilung Energie des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie) entwickeln in ihrem Buch „Voller Energie. Die globale Faktor Vier-Strategie für Klimaschutz und Atomausstieg" eine langfristige Vision für das Weltenergiesystem. Sie knüpfen an das Aufsehen erregende Buch „Faktor Vier. Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch" an und zeigen, wie eine Energiewende global umgesetzt werden kann.
In ihrem Buch versuchen die Autoren von der technischen Machbarkeit ihre Vorschläge und deren ökologischer Vertretbarkeit zu überzeugen. Sie legen die Wirtschaftlichkeit einer energie-effizienten Ökonomie und den Einsatz erneuerbarer Energien anschaulich dar. Hierbei werden nationale und internationale Beispiele angeführt und mit zahlreichen Grafiken gut dargestellt.
Das Buch ist verständlich geschrieben und auch für Leser empfehlenswert, die bisher noch keinen direkten Bezug zum Thema Energieversorgung und Klimaschutz hatten.
Amory Lovins / Peter Hennicke
Voller Energie. Vision: Die globale Faktor Vier-Strategie für Klimaschutz und Atomausstieg. Visionen für das 21. Jahrhundert. Preis 19,90 €.
New Mobility - Neue Antriebe für klimaschonende Mobilität
Hannover/Kreis Bergstraße. Eine jüngst erschienene Studie hat den deutschen Markt für neuartige Automobilantriebe untersucht. Neben der Klimaschutzwirkung wurden unter anderem die technische Marktreife, der Nutzwert der Antriebe und vor allem die Rückendeckung durch den Staat und die Kraftfahrzeugindustrie untersucht. Darüber hinaus haben die Autoren Vorschläge erarbeitet, wie eine neue klimaschonende Mobilität modellhaft in einer Region erprobt werden könnte.
Nach Ansicht der Autoren sind Hybrid-Antriebe bereits serienreif. Dank eines hohen Interesses von Wirtschaft und Politik wird der Wasserstoffantrieb mittelfristig große Bedeutung gewinnen. Für Elektroautos sei die Akzeptanz in Politik und Wirtschaft dagegen nicht gegeben. Das Umweltbundesamt bewerte sie als nicht kosteneffizient im Bezug auf die Emissionsreduktion.
Individuelle Mobilität ist nach wie vor Ausdruck und Bedürfnis persönlicher Freiheit. Jedoch sind damit Umweltbelastungen und ein hoher Verbrauch an endlichen Ressourcen verbunden. Insbesondere aus der Sicht des Klimaschutzes gibt es enorme Einsparpotenziale beim Kohlendioxidausstoß. Das Kraftfahrzeug ist in einem durchschnittlichen Haushalt der zweitgrößte Kohlendioxiderzeuger. Nach Auffassung des Umweltbundesamtes kann jedoch auch der Verkehrssektor seinen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Eine Halbierung des Schadstoffausstoßes bis 2030 sei mit technisch weiterentwickelten Motoren möglich.
Mehr Infos zur New Mobility-Studie unter www.perraudin-konzepte.de und zur Zukunftsstudie des Umweltbundesamtes unter www.bmu.de.
ÖKOPROFIT Bergstraße - mit Umweltschutz Kosten sparen
Der Landkreis startet die zweite Runde des erfolgreichen Vorzeigeschutzprojektes
Kreis Bergstraße. Ökologisch arbeiten und trotzdem den Profit erhöhen, das ist auch in der zweiten Runde das Ziel von Ökoprofit. Der Landkreis Bergstraße startet Ökoprofit im April 2002. Betriebe aus Bensheim bekommen eine Sonderförderung von der Stadt. Interessierte Betriebe können sich ab sofort zur Teilnahme an Ökoprofit anmelden.
Ökoprofit ist eine einfache und kostengünstige Vorstufe zum Öko-Audit und bietet weiterhin große Imagevorteile durch die Ökoprofit-Auszeichnung, die am Ende des Projektes offiziell verliehen wird.
Die Kosten des Projektes teilen sich der Landkreis und die teilnehmenden Betriebe. Neu ist, dass Unternehmen aus Bensheim, die sich für eine Teilnahme an diesem Projekt interessieren, im Jahr 2002 zusätzlich von der Stadt finanziell gefördert werden.
In der ersten Runde im Kreis Bergstraße konnten die 14 beteiligten Unternehmen mehr als eine Million Mark an Betriebskosten einsparen und beispielsweise den Wasserverbrauch um fast 24 Millionen Liter reduzieren. 1900 Tonnen weniger Kohlendioxidausstoß ist ihr Beitrag zum Klimaschutz.
In gemeinsamen Workshops bearbeiten die Betriebe über ein Jahr hinweg umweltrelevante Themen, wie beispielsweise die Erfassung der Umweltkosten, Optimierung der Abfalllogistik, Stoffstrom- und Energieanalysen, Rechtsaspekte und Arbeitssicherheit.
Zusätzlich wird der Betrieb fachkundig durch professionelle Beratung einer Beraterfirma, die auf Arbeitssicherheit, Qualitäts- und Umweltmanagement spezialisiert ist, vor Ort betreut. Hier werden Schwachstellen und mögliche Einsparpotenziale der Betriebe unter anderem in den Bereichen Abfall, Gefahrstofflagerung und Energiemanagement gesucht und gefunden.
Gemeinsam mit den Umweltberatern werden Lösungen erarbeitet und wird überprüft, ob diese wirtschaftlich sind.
Ökoprofit stammt ursprünglich aus Graz und wird bereits in mehreren deutschen Städten durchgeführt. Dass sogar die Fußball-Bundesligisten Schalke 04 und Bayern München am Ökoprofit teilnehmen, zeigt, wie populär und effektiv dieses Programm ist.
Die zehn Unternehmen, die an Ökoprofit 2001 beteiligt waren, werden ihre Bemühungen im betrieblichen Umweltschutz fortführen. Sie haben ein Unternehmernetzwerk, den „Ökoprofit-Klub" ins Leben gerufen. Ziele des Netzwerkes sind die Erarbeitung neuer Maßnahmen, weiterhin Sicherstellung der Rechtssicherheit durch regelmäßige Information über gesetzliche Änderungen, Erfahrungsaustausch durch regelmäßige gemeinsame Veranstaltungen der beteiligten Unternehmen. Beteiligt am „Ökoprofit-Klub" sind: Das Caritasheim St. Elisabeth in Bensheim, das Coronet Kunststoffwerk und die Metallwarenfabrik, Jakob Gärtner & Söhne, die Landmetzgerei Gunther Hornung, Langnese-Iglo, das Seniorenheim Parkhöhe, PEDEX, Röhrig-Granit und das Zentrum für Soziale Psychiatrie Bergstraße. „Das Projekt ist ein hervorragendes Beispiel dafür, dass sich ökologisches Wirtschaften mit der Gewinnorientierung von Unternehmen durchaus vereinbaren lässt. Durch die Teilnahme leisten die Betriebe ihren Beitrag zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Wirtschaftsstandortes Bergstraße und zur lokalen Agenda 21", freut sich Landrat Norbert Hofmann.
Interessierte Betriebe können sich bei Michael Runkwitz, dem für Agenda 21 zuständigen Mann bei der Kreisverwaltung Bergstraße (Telefon 06252/700725) oder bei der Beraterfirma Arcum (Telefon 069/60607331) anmelden.
Klimaschonend ins Wochenende
Kreisvolkshochschule bietet Exkursionen in der KlimaschutzRegion an
Kreis Bergstraße. Die Kreisvolkshochschule Bergstraße bietet in ihrem aktuellen Programm geführte Wochenendausflüge in der KlimaschutzRegion an. Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln können interessierte Bürgerinnen und Bürger Zeitreisen in die Vergangenheit unternehmen oder sich die südhessische Landschaft erwandern.
Zum Hundertwasserhaus in Darmstadt startet eine Radtour am 11. Mai von Bensheim aus.
Am Pfingstwochenende (18. und 19. Mai) macht sich eine Reisegruppe auf den Weg die Weschnitz entlang - zu Fuß von der Quelle bei Hammelbach im Odenwald bis zur Mündung in den Rhein bei Biblis. Einen Teil der Strecke legen die Weschnitzwanderer mit der Bahn und dem Linienbus zurück.
Unter der Überschrift „Erdzeit - Eiszeit - Römerzeit" steht eine Radtour für Familien am 8. Juni, die in Heppenheim beginnt und mit einer „Kleinen Eiszeit" in einem Eiscafé endet.
Bei den beschriebenen Ausflügen sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ohne Auto unterwegs und sparen allein durch diese umweltschonende Fortbewegungsart Kohlendioxid. So kann auch ein gelungener Wochenendausflug ein Beitrag zum Klimaschutz sein.
Mehr Informationen zu den Ausflügen der Kreisvolkshochschule gibt es im Internet unter www.kvhs-bergstrasse.de oder per Telefon unter 06251/17296-0.
Meeresspiegel steigt schneller
Allein die Gletscherschmelze bringt 20 Zentimeter
Boston. Der Meeresspiegel wird neuen US-Studien zufolge schneller steigen als bislang vorhergesagt. Die Gletscher und Polkappen seien im vergangenen Jahrhundert deutlich geschmolzen und der Eisrückgang habe sich seit 1988 stark beschleunigt, berichteten Wissenschaftler auf der weltgrößten fachübergreifenden Forschertagung der Amerikanischen Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften (AAAS) in Boston.
„Die Rate des Eisverlustes hat sich seit 1988 mehr als verdoppelt", teilte Geologe Mark Meier von der Universität Colorado mit. Das zwischenstaatliche Forschergremium zum Klimawandel IPCC habe die weltweite Eisschmelze womöglich unterschätzt. So habe es die Beschleunigung seit den späten 80er Jahren nicht einbezogen.
Allein die Eisschmelze könne in diesem Jahrhundert zu einem Meeresspiegelanstieg von mindestens 20 Zentimetern beitragen. Das IPCC war laut Meier von fünf bis elf Zentimetern ausgegangen. Zudem steigt der Meeresspiegel, weil sich das Wasser erwärmt und damit ausdehnt. Das IPCC hatte Anfang 2001 für dieses Jahrhundert einen Anstieg des Meeresspiegels um insgesamt neun bis 88 Zentimeter vorhergesagt. Vor allem die Gletscher der Nordhalbkugel werden laut IPCC schmelzen.
Nach Auskunft von David Robinson von der Rutgers Universität in New Jersey, USA, geht nicht nur die Schneebedeckung in Nordamerika und Europa zurück, sondern die Schneeschmelze im Frühjahr setze auch früher ein. Robinson hatte Satellitendaten der Nordhalbkugel aus den vergangenen 30 Jahren ausgewertet.
Mit dem Hessenticket zur Eiszeit-Ausstellung
Sonderausstellung im Museum Wiesbaden zur Eiszeit
Wiesbaden. Das Museum Wiesbaden bietet noch bis zum 26. Mai eine Zeitreise zurück in die letzte Kaltzeit. Dabei wird Mitteleuropa vor 12500 Jahren gezeigt, als ein deutlich kühleres Klima Europa beherrschte. Jeden Dienstag um 16.30 Uhr finden öffentliche Führungen statt. Voranmeldung ist nicht notwendig, allerdings muss eine Gruppe bei mehr als 30 Besuchern geteilt werden. Am Sonntag den 28. April 2002 von 14.00 bis 16.45 Uhr finden zum letzten Mal ein besonderer Spieltag für Kinder unter dem Motto "Eistage" statt. Das Programm wird jeweils kurzfristig festgelegt.
Öffnungszeiten: Dienstag, 10 bis 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen, 10 bis 17 Uhr, montags, sowie am 1. und 21. Mai 2002 geschlossen.
Eintritt: Erwachsene 3 Euro (ermäßigt 2, 50 Euro), Kinder (3 bis16 Jahre) 2 Euro, Familien 6 Euro.
Das Museum ist etwa sieben Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt. Mit dem Hessen-Ticket können bis zu fünf Personen für 25 Euro mit Bus und Bahn nach Wiesbaden und zurück fahren. Weitere Informationen und Kontakt: Museum Wiesbaden, Friedrich-Ebert-Allee 2, 65185 Wiesbaden, Tel.: 0611/225-2194, Fax: 0611/335-2192, E-mail: nws@museum-wiesbaden.de
Naturpark ausgeweitet
Drei Gemeinden der KlimaschutzRegion neu im Naturpark Bergstraße-Odenwald
Biblis/Bürstadt/Groß-Rohrheim. Die drei Kommunen Biblis, Bürstadt und Groß-Rohrheim der KlimaschutzRegion Hessisches Ried haben Anfang des Jahres ihren Beitritt zum Verein Naturpark-Bergstsraße-Odenwald beschlossen. Damit können weitere landschaftlich ansprechende und kulturell bedeutende Ziele der Region für Wanderer und Radfahrer erschlossen werden.
Das Wanderwegenetz der drei neuen Naturparkkommunen wird bereits überarbeitet und in der Qualität markiert, die sich im Naturpark bewährt hat. Wanderer können dann in der Region zwischen Grube Messel im Norden, dem Neckar im Süden, Aschaffenburg im Osten und dem Rhein im Westen einer einheitlichen Markierung folgen. Außerdem werden für den gesamten Raum Wanderkarten im Maßstab 1:20 000 herausgegeben. Die Kartographen des Landesvermessungsamtes werden bis zum Herbst in Zusammenarbeit mit Rainer Türk, dem Hauptwegewart des Naturparks, zwei neue Wanderkarten für das Gebiet zwischen Bergstraße und Rhein erstellen. Das Besondere dieser beiden neuen Wanderkarten für das Südhessische Ried ist, dass auch die Radwanderwege darin enthalten sind. Damit kommt der Naturpark Bergstraße-Odenwald den Bedürfnissen der vielen Radwanderer in der Region entgegen.
Außerdem werden in den neuen Mitgliedskommunen an ausgewählten Ausgangspunkten für Spaziergänge großformatige Wandertafeln aufgestellt.
Mehr Informationen über den Naturpark Bergstraße-Odenwald gibt es im Internet unter www.geo-naturpark.de oder per Telefon unter 06251/586253.