Klimaschutzzeitung „KliMa" - Ausgabe 2/2000
Seite 1
- Trotz hoher Ölpreise niedrige Heizkosten!
- Natürliches Heizen mit Holz
Seite 2
- Interview mit Landrat Norbert Hofmann: Auf dem Weg zum Brundtlandkreis
- Warum schmilzt das Eis am Nordpol?
- Aufträge in der KlimaschutzRegion sichern Arbeitsplätze
Seite 3
- 30 Prozent Öko-Strom in kreiseigenen Gebäuden
- Energie-Agenten an Schulen entdecken Einsparpotenziale
- Öko-Profit im Kreis Bergstraße
Seite 4
- Das Brundtlandteam empfiehlt: Nachhaltige Weihnachtsgeschenke
- Energiesparlampen schonen ihren Geldbeutel und die Umwelt
Trotz hoher Ölpreise niedrige Heizkosten!
Tipps und Lösungsvorschläge für zahlreiche Einsparmöglichkeiten rund um den Heizkessel
Die Heizölpreise bewegen sich derzeit im Bereich von einer Mark pro Liter. Dies entspricht einer dreifachen Preissteigerung im Vergleich zum Oktober des vorigen Jahres.
Die Lösung: Austausch veralteter Heizkessel
Oberflächen- und Abgasverluste können sich bei alten Heizkesseln auf mehr als 30Prozent der eingesetzten Brennstoffenergie summieren. Bei neuen Kesseln betragen diese Verluste nur noch rund neun Prozent.
25 Prozent weniger Energieverbrauch
Durch den Austausch eines vor 1979 eingebauten Kessels lässt sich der Öl- bzw. Gasverbrauch in der Regel um über 25 Prozent reduzieren. Der damit einhergehende Schadstoffausstoß vermindert sich sogar um über 80 Prozent. Ein neuer Kessel entlastet somit sowohl die Umwelt als auch Ihren Geldbeutel.
Niedertemperatur- oder Brennwertkessel?
Brennwertkessel unterscheiden sich von Niedertemperaturkesseln dadurch, dass sie das Abgas stärker abkühlen und somit deutlich weniger Verluste aufweisen. Besonders bei Erdgas sprechen sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Gründe eindeutig für den Brennwertkessel. Gas-Brennwertkessel sparen gegenüber Niedertemperturkesseln circa zehn Prozent an Energie, Brennstoffkosten und Emissionen ein, wobei der Anschaffungspreis gleich ist oder nur unwesentlich höher liegt. Brennwertkessel benötigen ein spezielles Abgassystem. Bei ohnehin erforderlicher Schornsteinsanierung ist die Installation eines Brennwert-Abgassystems deutlich kostengünstiger als eine normale Schornsteinsanierung. Brennwertkessel arbeiten um so sparsamer, je niedriger die Rücklauftemperatur im Heizungssystem liegt. Besonders günstig sind daher Fußbodenheizungen. Sie eignen sich aber durchaus auch für Altbauten mit 90/70°C-Heizkörpersystemen, wenn durch Verbesserungen beim Wärmeschutz diese hohen Temperaturen gar nicht mehr erforderlich sind.
Der Tipp: Nutzen sie vorhandene Fördermöglichkeiten
Tun Sie etwas für Ihren Geldbeutel und den Umweltschutz und nutzten sie die vorhandenen Fördermöglichkeiten! Vor allem wenn Ihr Heizkessel schon über 20 Jahre alt ist, lohnt sich dies auf alle Fälle.
Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet zudem zinsgünstige Kredite für Brennwertkessel und in Verbindung mit Wärmedämm-Maßnahmen auch für Niedertemperaturkessel an. Anträge sind vor Beginn der Investition bei der Hausbank zu stellen. Dort erhalten entsprechende Formulare (KfW 141660). Auskunft unter: 01801/335577.
Weitere Informationen erteilen Bernd Müller vom Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (Telefon 06252/913460) und das Umweltamt des Kreises Bergstraße, Volker Döringer, Graben 15, 64646 Heppenheim (Telefon 06252 / 15-206, Telefax 15-561).
Interview mit Landrat Norbert Hofman
KliMa: Herr Hofmann, warum ist das Projekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried Chefsache?
Das Projekt passt in eine Energie-Region, die der Kreis Bergstraße durch das Kernkraftwerk in Biblis ja ohne Zweifel ist. Die Idee des Projekts KlimaschutzRegion Hessisches Ried basiert im Wesentlichen auf einem innovativen Energiemanagement, durch das der Verbrauch der sogenannten fossilen Energieträger zurückgefahren werden soll. Damit verringert sich der Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2).
Im Sinne der Agenda 21 müssen wir vermeiden, uns neue Altlasten von morgen zu schaffen. Gleichzeitig fördert das Projekt die Wirtschaft in der Region und trägt zur Profilierung nach Außen bei.
KliMa: Was unterscheidet das Klimaschutzprojekt Hessisches Ried von anderen Wirtschaftsförderungs- und Umweltschutzprogrammen?
Häufig ist es so: Programme zur Wirtschaftsförderung geben finanzielle Anreize für Unternehmen und schaffen Arbeitsplätze. Aber oft nur für die Dauer der Förderung. Wenn die Förderung weg ist, sind auch die Arbeitsplätze weg. Das ist nicht nachhaltig.
Ökologische Projekte liegen häufig "neben dem Markt". Sie können sich alleine wirtschaftlich nicht tragen. Auch das ist nicht nachhaltig im Sinne der Agenda 21.
KliMa: Neben dem Klima - Wer profitiert noch von dem Projekt?
Zum einen die Bürger der KlimaschutzRegion. Zunächst durch die Zuschüsse die sie für die wärmetechnische Sanierung ihrer Wohnhäuser direkt erhalten. Anschließend durch niedrigere Strom- und Heizkosten sowie durch die Wertsteigerung ihrer Gebäude nach der Sanierung.
Davon wiederum profitieren Unternehmen insbesondere im Bauwesen und den damit verbundenen Bereichen. Denn die Sanierung und Erhaltung von Altbauten wird zukünftig eine größere Rolle spielen als der Neubau von Gebäuden. Die Betriebe bekommen durch das Projekt die Chance, frühzeitig zu günstigen Bedingungen in einen Wachstumsmarkt einzusteigen. Dadurch haben sie einen Vorsprung an „Know-How" und Erfahrung gegenüber anderen Anbietern.
Aber nicht zuletzt nützt hier lokales Handeln der Umwelt. Es wirkt sich global aus, denn der geringere Kohlendioxidausstoß reduziert den Treibhauseffekt.
KliMa: Das hört sich einfach und wirkungsvoll an. Warum machen das andere Regionen nicht genauso?
Diese Zusammenhänge sind noch nicht in allen Köpfen gegenwärtig. Wir haben das Glück, dass wir als traditioneller Energiestandort unseren Blick für solche Zusammenhänge schon lange schärfen konnten.
Wir wollen den Energiestandort mit Energiesparstrategien und mit Zukunftsenergien weiterentwickeln. In der Mitte des Verdichtungsraumes Rhein-Main-Neckar kann die neue Technologie dann auch abgesetzt werden. Wir liegen hier sozusagen mitten im Markt. Diese Voraussetzungen sind nur an wenigen Standorten Deutschlands gegeben.
Wir nutzen diese Gunstlage bereits. Es gibt die Brundtlandstadt Viernheim, das Drei-Städte-Klimaschutzprojekt und das KlimaschutzProjekt Hessisches Ried im Kreis Bergstraße. So viele Klimaschutzprojekte in einem Landkreis - das macht uns so schnell keiner nach. Wir sind auf dem besten Weg, Brundtlandkreis zu werden.
KliMa: Was passiert nach dem Ende der Projektlaufzeit?
Ich bin davon überzeugt, dass die neu geschaffenen Strukturen das Projekt zu einem Selbstläufer machen. Die Betriebe, die sich das Know-how erarbeitet haben, werden durch ihren Erfahrungsvorsprung auch über die Kreisgrenzen hinaus Aufträge akquirieren können.
Ein nächster Schritt muss sein, die Gemeinden im Weschnitztal und im Überwald einzubeziehen. Die Visionen können dabei noch weiter gehen. Ich sehe die Solarregion Starkenburg schon vor mir.
KliMa: Herr Hofmann, wir danken ihnen für das Gespräch.
30 Prozent Öko-Strom in kreiseigenen Gebäuden
Seit Ende April diesen Jahres bezieht der Kreis Bergstraße 30 Prozent seines Strombedarfes aus regenerativen Energiequellen. Mit dem sogenannten "Bergsträßer Mix" reagierte der Landkreis auf die neuen Rahmenbedingungen des liberalisierten Strommarktes. Der Kreis konnte niedrigere Stromtarife bei seinen Stromlieferanten aushandeln und investiert nun einen Teil der eingesparten Stromkosten in den Kauf von Ökostrom. Die Vertragspartner sind wie bisher die HEAG (Darmstadt), die GGEW (Bensheim), das EWR (Worms) sowie die Stadtwerke Viernheim.
Keine höheren Kosten duch Ökostrom
Ein TÜV-Siegel gewährleistet, dass beim Bergsträßer Energiemix tatsächlich 30 Prozent des vom Kreis Bergstraße verbrauchten Stromes aus regenerativen Energiequellen erzeugt wird. Egon Straub, der Erste Kreisbeigeordnete, sieht dies als einen Schritt auf dem Weg zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung. "Ein gesunder Mix, der sich langfristig auszahlt, auch wenn er teurer ist", so Straub bei der Unterzeichnung des Vertrages im April. "Durch seine Nachfrage nach Ökostrom sorgt der Kreis Bergstraße dafür, dass neue Anlagen auf Basis regenerativer Energieerzeugung in der Region gebaut werden können. Dadurch profitieren auch das regionale Gewerbe und der Arbeitsmarkt von dieser Entscheidung."
Bergsträßer Mix verstärkt Nachfrage nach Öko-Strom
Diese Einschätzung war richtig. Zwei Netzbetreiber installierten bereits im Oktober Fotovoltaikanlagen auf Dachflächen von Bergsträßer Schulen. Die Entscheidung für den Ökostrom aus der Region hat also schon nach kurzer Zeit wieder Aufträge für Handwerker in der Region gebracht.
Eine gute Idee setzt sich durch
In vielen Kommunen des Kreises Bergstraße ist diese Strategie für die Stromversorgung in der Diskussion oder sogar schon umgesetzt. Auch über die Kreisgrenzen hinweg findet sie Beachtung. Auf dem 6. Deutschen Fachkongress der kommunalen Energiebeauftragten Anfang November in Garbsen stellten die Energiebeauftragten des Kreises Bergstraße Adam Schmitt und Volker Döringer den "Bergsträßer Mix" vor.
Sonne, Biogas und Wasserkraft für mehr Wohlstand
Das Biogas aus der Kompostierungsanlage in Heppenheim sowie die Wasserkraftanlagen in Neckarsteinach und Hirschhorn treiben Generatoren an, aus denen der Öko-Strom ins Netz fließt. Die Fotovoltaikanlagen speisen den erzeugten Strom direkt ins Netz. All diese Anlagen zeigen, dass eine klimaverträgliche Mehrung des Wohlstandes möglich ist. Peter Hennecke, Direktor der Energieabteilung des Wuppertalinstitus für Klima, Umwelt und Energie ist sich sicher, dass bei konsequentem Ausbau regenerativer Energien und gesteigerter Energie-Effizienz bis zum Jahr 2050 eine klimaverträgliche Verdopplung des weltweiten Wohlstandes bei gleichbleibendem Weltenergieverbrauch erreicht werden kann. Für Egon Straub geht der Kreis Bergstraße mit dem "Bergsträßer Mix" in diesem Sinne als Vorbild voran.
Energie-Agenten entdecken Einsparpotenziale
Die Energie-AG des Starkenburggymnasiums wurde mit Beginn des Schuljahres 1998/99 gegründet. Derzeit arbeiten zehn Schüler der Klassen 8 bis 12 unter der Leitung ihres Lehrers Norbert Ober engagiert mit. Die Schüler haben sich hohe Ziele gesteckt: "Wir wollen Energie sparen und etwas für den Klimaschutz tun", begründet Christoph Bechthold sein Engagement. Sie konnten zusammen mit ihrem Lehrer erreichen, dass sich in jeder Klasse zwei Energie-Agenten darum kümmern, dass die Heizungen immer heruntergedreht werden, die Lampen in den Pausen abgeschaltet sind und die Fenster nach Unterrichtsende geschlossen werden. Die Mitglieder der Energie-AG überprüfen dann stichprobenartig nach der sechsten Stunde mehrere Klassensäle und halten die Mängel an der Tafel fest.
Zwei Energie-Agenten in jeder Klasse
Melanie Lies freut sich: " Es macht Spaß zu sehen, dass die jüngeren Schüler unsere Vorschläge zum Energiesparen begeistert aufnehmen und befolgen. Bei den älteren Jahrgängen ist es leider nicht so." Christoph Bechthold lässt sich nicht beirren: "Die Arbeit lohnt sich trotzdem. Das durch unsere Arbeit eingesparte Geld wird an uns ausgezahlt und wir können damit neue Messgeräte kaufen."
"Von dem gesparten Geld können wir uns neue Messgeräte kaufen"
Darüber hinaus wurden mittlerweile Energiesparverträge mit dem Kreis Bergstraße über eine Laufzeit von zum Teil mehreren Jahren geschlossen, zum Beispiel über den Austausch der Leuchtmittel im Lehrerzimmer und der Aula. Weiterhin wurden einige überflüssige Untertischboiler von Netz genommen. Das Einsparpotenzial liegt derzeit bei etwa 5 000 Kilowattstunden pro Jahr.
Christoph ist begeistert von den Erfolgen der Energie-AG: "Das praktische Arbeiten, zum Beispiel die Messungen mit unseren Geräten, das macht am meisten Spaß." Durch das Messen der Lichtwerte in den Klassensälen wurden die Schüler darauf aufmerksam, dass die Lichtversorgung an den Arbeitsplätzen zu gering war. Gefordert sind 300 Lux, die Energie-Agentur stellte Werte zwischen 95 um 1 Lux fest.
Dunkle Klassenräume entlarvt
Sie meldeten diese Mängel dem Kreis Bergstraße und dort reagierte man prompt. "Wir haben gemerkt, dass wir von der Schulleitung und der Kreisverwaltung ernst genommen werden, wenn wir Möglichkeiten zum Energiesparen vorschlagen." sagt Melanie stolz.
Mittlerweile wurde das Starkenburggymnasium zusammen mit neun anderen Schulen im Kreis Bergstraße in ein Beleuchtungs-Contracting-Verfahren aufgenommen. Seit den Herbstferien sind alle Klassenräume mit neuen Beleuchtungskörpern ausgestattet. Die Energie-AG beabsichtigt nach und nach alle energetischen Fehlerquellen in der Schule zu beseitigen.
"Wir werden von der Schulleitung und vom Landratsamt ernst genommen"
Auch im Bereich Wasser wurden die Schüler fündig. Sie stellten fest, dass seit vielen Jahren die automatische Spülung in den Jungentoiletten auch am Samstag lief - 54 mal am Tag! Das entspricht einem Einsparpotenzial von 26 Kubikmetern Wasser im Jahr - nur durch verstellen der Schaltuhr! Sollte ein Leser von KliMa weitere gute Einsparideen haben, ist die Energie-Agentur natürlich für jede Anregung froh.
Das nächste Ziel: Eine Solarstromanlage auf dem Schuldach
Das neueste Projekt ist die Errichtung einer Fotovoltaikanlage auf der Schule. Christoph freut sich schon auf den Aufbau. Alle sammeln fleißig Geld dafür - noch reicht es leider nicht. Deshalb sind Spenden an die Energie-AG herzlich willkommen (Energie AG Starkenburggymnasium, Konto Nr.: 106 276 05, Vereinsbank Heppenheim, BLZ 509 914 00).
"Es ist wichtig, dass wir bei unseren Mitschülern und Lehrern ein Bewusstsein für Klima- und Umweltschutz wecken - wir besitzen nur diese eine Welt!" meint Melanie Lies.
"Wir besitzen nur diese eine Welt!"
Andere Schulen, die gerne von den Erfahrungen am Starkenburggymnasium profitieren wollen, können sich gerne an die Energie-Agentur wenden. Kontaktadresse: Energie-AG Starkenburggymnasium, Gerhard Hauptmann Str. 21, 64646 Heppenheim, Telefon 06252 / 99510.
Öko-Profit im Kreis
Betriebe sparen Geld und entlasten Umwelt
Der Kreis Bergstraße unterstützt im Rahmen der lokalen Agenda 21 die im Kreis ansässigen Betriebe, indem er die Workshop-Reihe "Öko-Profit" anbietet. Angeregt wurde das Projekt von der Agenda 21-Arbeitsgruppe "Wirtschaft und Arbeit" im Kreis Bergstraße. Öko-Profit startet im Dezember. 15 Betriebe aus dem Kreis Bergstraße können daran teilnehmen.
Betrieblicher Umwelt-Check in zehn Workshops
Bei Ökoprofit werden mit den beteiligten Unternehmen praxisnahe Maßnahmen erarbeitet und umgesetzt, mit denen die Unternehmen Geld sparen und die Umwelt entlasten. In zehn Workshops werden über ein Jahr hinweg alle umweltrelevanten Themen bearbeitet, die für die Betriebe interessant sind. Finanziert wird Ökoprofit gemeinsam vom Agenda-Büro des Kreises Bergstraße und den teilehmenden Betrieben. Die Eigenleistung der Betriebe beträgt zwischen 2 000 und 8 000 Mark. Ansprechpartner ist das Agenda 21-Büro Kreis Bergstraße, Dr. Andreas Schenkel, Telefon: 06252 - 15-458, Email: LA21@kreis-bergstrasse.de.
Das Brundtland-Team empfiehlt:
Weihnachtsgeschenke mit nachhaltiger Wirkung
Das Brundtlandteam hat Geschenktipps für Sie, mit denen Geld und Energie gespart werden kann.
Sie wissen noch nicht, was Sie Ihren Lieben in vier Wochen zu Weihnachten schenken können? Das Brundtland-Team hat einige Geschenktipps für Sie zusammengestellt, mit denen die Beschenkten Geld und Energie sparen können.
Geschenktipps von uns für Sie
Projektleiterin Elke Dünnhoff schwärmt von dem Öko-Test-Buch "Lebensräume": "Auf 480 Seiten wird in diesem Buch eine Fülle von Informationen geboten, die wirklich unschlagbar ist." Ökologisches Bauen und Sanieren, sparsames Heizen oder der Einsatz regenerativer Energien werden in diesem Schmökerbuch anhand vieler Bilder anschaulich dargestellt.
Wer das Buch vom Brundtlandbüro als Geschenk haben möchte, der kann bei einem Preisrätsel mitmachen. Unter den richtigen Einsendungen werden fünf Exemplare davon verlost. Das Preisrätsel ist auf Seite vier zu finden.
Zu Weihnachten ein neues Licht
Andreas Winterkemper, der technische Fachkoordinator im Team, empfiehlt Energiesparlampen. "Es gibt mittlerweile eine große Palette verschiedenster Energiesparlampen für jede Fassung und für jeden Leuchtzweck." Das Schöne an diesem Geschenk ist die nachhaltige Wirkung: Auch nach Weihnachten spart der Beschenkte bei jedem "Lichteinknippsen" Strom.
Kompakt-Leuchtstoffröhren bekommen Sie in jedem Elektro-Fachgeschäft. Sie kosten zwischen 15 und 25 Mark.
Der Schalter an der Steckerleiste
Helga Geil, die gute Seele in unserem Team, schwört auf Steckdosenleisten mit Ein/Aus-Schalter. Seit sie eine solche an Computer und Drucker hat, muss sie nicht mehr alle Geräte einzeln abschalten. Außerdem ist sie sicher, dass die Geräte nicht im "Stand-by-Betrieb" über Nacht durchlaufen und unnötig Strom verbrauchen. "Ich finde, das ist ein wirklich nützliches Geschenk."
Steckdosenleisten mit Schalter könnem Sie im Elektro-Fachhandel kaufen. Sie kosten etwa 10 bis 20 Mark, mit Überspannungsschutz etwas mehr.
Frohes Fest!
Energiesparlampen schonen den Geldbeutel und die Umwelt
In der dunklen Jahreszeit sorgen meistens Glühbirnen für das rechte Licht. Lichtblicke für die Umwelt sind sie allerdings nicht, denn sie verbrauchen viel Energie. Energiesparlampen - in der Fachsprache heißen sie Kompakt- Leuchtstofflampen - sind hingegen einleuchtende Stromsparer.
Die Kompakten leuchten ein
Glühlampen produzieren hauptsächlich Hitze. Nur etwa fünf Prozent der eingesetzten Energie werden als Licht abgestrahlt. Kompakt-Leuchtstofflampen haben dagegen eine viele bessere Energieausnutzung. Um die gleiche Helligkeit zu erzeugen, wird eine viel geringere Wattzahl benötigt. Das spart Strom und Geld.
Was so einleuchtend klingt, lässt sich auch in Mark und Pfennig rechnen. Eine „Kompakte" mit elf Watt kostet bei 5 000 Betriebsstunden einschließlich Anschaffung rund 55 Mark. Der vergleichbare Betrieb einer Glühlampe mit 60 Watt kostet im gleichen Zeitraum satte 87 Mark!
Nach 5 000 Stunden: 32 Mark Stromkosten gespart!!
Beim Lampenkauf sollte man sich also nicht vom vergleichsweise günstigen Glühlampen-Preis hinters Licht führen lassen. Nicht nur der geringere Stromverbrauch, sondern auch die längere Lebensdauer der Energiesparlampen sind ein Lichtblick für Umwelt und Portmonee, der den höheren Anschaffungspreis mehr als ausgleicht. Während eine normale Glühbirne nach etwa 1 000 Betriebsstunden ausgewechselt werden muss, halten Kompakt-Leuchtstofflampen zwischen 8 000 und 12 000 Stunden.
Aber: Auch bei Energiesparlampen genau hinschauen!
Doch auch bei den verbrauchsarmen Energiesparlampen sollte man überlegen, was man kauft. Im Test der Stiftung Warentest zeigten Energiesparlampen, die weniger als zehn Mark kosteten, deutliche Schattenseiten und erreichten nur ein mangelhaftes Qualitätsurteil. Die billigeren Lampen verkraften deutlich weniger Schaltungen, ihre Lebensdauer nimmt ab. Das liegt an der schlechten Schaltfestigkeit der Leuchten. Beim Start werden die Elektroden nicht vorgeheizt. Das spart zunächst Elektronik und damit Materialkosten, bedeutet aber einen erheblich größeren Materialverschleiß.
Haben Energiesparlampen ausgedient, müssen sie als Sondermüll zum Recycling. Denn außer Glas und umweltverträglichen Stoffen enthalten sie eine kleine Menge Quecksilber. Deshalb sollte beim Kauf von Energiesparlampen auf Markenprodukte geachtet werden, auch wenn sie in der Anschaffung nicht die billigsten sind.
Aufträge in der KlimaschutzRegion sichern Arbeitsplätze
Die Fördermittel der KlimaschutzRegion Hessisches Ried werden ausschließlich in den sieben beteiligten Kommunen Bensheim, Biblis, Bürstadt, Einhausen, Groß-Rohrheim, Heppenheim und Zwingenberg ausgezahlt.
Diese Regelungen beruhen auf der Modellhaftigkeit des Projektes. Ziel ist, mit den Fördermitteln die Wirtschaftskraft der KlimaschutzRegion zu stärken und gleichzeitig neue Technologien am hiesigen Markt zu etablieren. Die Gelder sollen durch den Anschub privater Investitionen innerhalb der Region vervielfacht werden.
Neue Technologien, handwerkliches Know-How in Bezug auf einen hohen Wärmedämmstandard und ein effektives Energiemanagement sollen in der Region etabliert werden. Die Zuschüsse geben den Hausbesitzern innerhalb der KlimaschutzRegion einen Anreiz, besonders effektive Wärmedämm-Maßnahmen bei den Handwerkern nachzufragen. Dadurch werden die Handwerker dazu angehalten, sich das Know-How in diesem Marktsegment anzueignen. Das KlimaschutzProjekt Hessisches Ried schafft Anreize für mittelständische Betriebe, sich zukunftsfähigen Techniken zu öffnen. Das sichert Arbeitsplätze in der Region.
Die ökonomischen, sozialen und ökologischen Effekte wirken im Sinne der Agenda 21 für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Wirtschaftsraumes.
Warum schmilzt das Eis am Nordpol?
Die schwimmende Eiskappe der Arktis schmilzt und wird kleiner. In den letzten 50 Jahren schrumpfte sie um 40 %. Die Ursache dafür ist die ständig steigende Temperatur des Meerwassers, in dem das Packeis schwimmt und die kontinuierliche Erwärmung der Erdatmosphäre. Beide - das Meer und die Atmosphäre - sind in den vergangenen hundert Jahren um etwa ein halbes Grad Celsius wärmer geworden.
Meer und Luft werden wärmer
Dass die Eisdecke an den Polen mal größer oder kleiner wird, ist völlig normal. Auch Risse und Spalten sind nichts Außergewöhnliches. Zur Zeit befindet sich genau über dem Nordpol ein Loch in der Eisdecke und erregt die Aufmerksamkeit vieler Menschen. Viel gravierender ist aber das rasante und seit Jahrzehnten andauernde Schmelzen des schwimmenden Eises und der Gletscher weltweit. Etwa 10.000 Kubikmeter Schmelzwasser - das sind zehn Schwimmbecken voll - fließen pro Sekunde allein aus der arktischen Eisdecke ins Nordmeer.
Rasantes Schmelzen des Nordpoleises
Man könnte vermuten, dass die Schmelzwassermassen für den Anstieg des Meeresspiegels verantwortlich sind. Seit 50 Jahren steigt er um jährlich 2,4 Millimeter. Doch vom Schmelzwasser steigt der Meeresspiegel nicht an. So wie ein randvoll gefülltes Glas Whisky auch nicht überlauft, wenn die Eiswürfel, die über den Glasrand reichen, schmelzen. Auch der Anstieg des Meeresspiegels ist eine Folge der Erwärmung des Meerwassers. Das wärmere Wasser dehnt sich aus und beansprucht ein größeres Volumen. Der Meeresspiegel steigt und besonders die Küstenregionen der Kontinente werden dadurch gefährdet. Die Küsten sind aber ein von den Menschen bevorzugter Lebensraum.
Von Menschen bevorzugte Siedlungsräume werden gefährdet
Eine weitere Folge des Klimawandels ist eine stärkere Variabilität der Witterung. Davon ist insbesondere die Landwirtschaft betroffen. Durch die höhere Meerestemperatur kann mehr Wasser verdunsten, es gib häufigere und heftigere Niederschläge und die Zahl der Sturmkatastrophen steigt. Die Folge sind eine schlechtere Qualität der Ernte oder Totalausfälle, zum Beispiel durch Hagel. Der Deutsche Bauernverband fordert mittlerweile die Einführung eines staatlich unterstützten Versicherungssystems, das die Bauern vor den existenzbedrohenden finanziellen Folgen der Wetterausschläge Landwirtschaft schützen soll.
Ernteausfälle durch häufigere Unwetter
Die Frankfurter Klimaforscher um Prof. Dr. Christian Schönwiese konnten vor kurzem belegen, dass der Mensch zu einem großen Teil für die Erwärmung der Erdatmosphäre verantwortlich ist. Das ist einerseits erschreckend, aber es birgt auch die Chance, etwas dagegen zu tun. Zum Beispiel durch eine konsequente Reduzierung des Ausstoßes von Kohlendioxid (CO2), des wichtigsten Klimagases, könnte das Ruder noch einmal umgeworfen werden. CO2 gelangt vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Erdöl in die Atmosphäre.
Deutschland ist Spitzenreiter beim CO2-Sparen
Dass dieses Unterfangen nicht hoffnungslos ist, zeigen neue Zahlen, die die regierungsunabhängige Nord-Süd-Organisation Germanwatch im September vorstellte. Danach ist der Ausstoß von CO2 in den Industrieländern von 1990 bis 1999 um knapp drei Prozent zurückgegangen. Dass Deutschland dabei mit minus 13 Prozent an der Spitze aller westlichen Industrienationen steht, ist weniger auf einen sparsamen Verbrauch, als vor allem auf den Zusammenbruch der Wirtschaft in den Neuen Bundesländern zurückzuführen. Es bleibt also viel zu tun!
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