Klimaschutzzeitung "KliMa" - Ausgabe 2/2001
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Innovationskonzept für die KlimaschutzRegion
Allein 200 neue Arbeitsplätze für die Baubranche
Kreis Bergstraße. Für die KlimaschutzRegion Hessisches Ried wurde von unabhängigen Fachleuten ein „Klimaschutz- und Innovationskonzept" erstellt. Damit liegt, auf der Basis bereits bestehender Aktivitäten in den Bereichen Klimaschutz und Wirtschaftsförderung, ein Leitfaden für die zukünftige Arbeit des Brundtlandbüros vor. Die Experten errechneten, dass die Klimaschutzinvestitionen allein in den sieben Kommunen der KlimaschutzRegion Hessisches Ried bis zu 200 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, bei einer Ausweitung auf den gesamten Kreis Bergstraße wären es sogar 500. Das Konzept wurde vom Heidelberger ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro ebök aus Tübingen angefertigt
Arbeitsplätze für die Baubranche
Die Förderprogramme des Klimaschutzprojektes unterstützen Maßnahmen zur Wärmedämmung und Stromeinsparung. Von den verstärkten Energiespar-Bemühungen profitieren vor allem Handwerksbetriebe, die in der stagnierenden Baubranche neue Betätigungsfelder suchen. „Doch es ist nicht allein der Bereich Wärmedämmung, der angeschoben wird", so der Soziologe Dr. Ralf Schüle vom ifeu-Institut. „Viele Hausbesitzer werden durch die Öffentlichkeitsarbeit des Brundtlandbüros, oft in Kombination mit einer neutralen Beratung im Solar- und Energieberatungszentrum (SEBZ), auf weitere wirtschaftliche Energiesparmaßnahmen aufmerksam." Berücksichtigt man die positve Auftragslage bei Wärmedämmung, Heizungserneuerung, Solar- und Photovoltaikanlagen, so schaffen die Klimaschutz-Investitionen laut Berechnung allein in den sieben Kommunen der KlimaschutzRegion Hessisches Ried bis zu 200 zusätzliche Arbeitsplätze, insbesondere im Bauhandwerk und der damit verbundenen Zulieferung wie dem Baustoffhandel.
Höhere Qualität und besseres Standortimage
Bei einer Ausweitung des Projektes auf den ganzen Kreis Bergstraße ließen sich hochgerechnet etwa 500 neue Arbeitsplätze schaffen und sichern. Damit einher gehen Effekte wie die Verbesserung der Qualifikationsstruktur im Baubereich sowie die Erhöhung des Standortimages durch die Förderung technologischer Innovationen und die verminderte Luftverschmutzung. Die insgesamt 3,7 Millionen Mark, die das Hessische Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten für das Modellprojekt zur Verfügung gestellt hat, sind gut angelegtes Geld, erfüllen sie doch einen vielfachen Zweck: Neben der Förderung des Klimaschutzes und der Luftreinhaltung leisten sie auch einen gewichtigen Beitrag zur lokalen Wirtschaftsförderung.
587.000 Tonnen Kohlendioxid
Die Wissenschaftler ermittelten zunächst den derzeitigen Kohlendioxid (CO2)-Ausstoß in der KlimaschutzRegion sowie Möglichkeiten, die Erzeugung der klimaschädlichen Gase zu verringern. Dabei wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen von Klimaschutz-Investitionen und deren Folgen für den regionalen Arbeitsmarkt untersucht.
Von den 587.000 Tonnen Kohlendioxid, die jährlich in der KlimaschutzRegion in die Luft geblasen werden, könnten mehr als ein Drittel durch wirtschaftlich lohnenswerte Investitionen vermieden werden.
Positive wirtschaftliche Effekte: 10 - 13 Millionen Mark an Investitionen angestossen
Die beiden Institute haben bereits viel Erfahrung mit Klimaschutz- und Energiesparkonzepten. Neben Projektarbeiten für einzelne Kommunen hat beispielsweise auch der Freistaat Sachsen die Hilfe des Heidelberger Institutes in Anspruch genommen und ein Klimaschutzkonzept für das gesamte Bundesland erstellen lassen. „Beim Modellprojekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried wurde, im Gegensatz zu anderen Konzepten, großer Wert auf die wirtschaftlich positiven Aspekte des Klimaschutzes gelegt", erläutert Diplom-Ingenieur Markus Duscha vom ifeu-Institut, der das Konzept federführend erstellt hat. „Insbesondere durch die verstärkte Wärmedämmung von Gebäuden werden nach unseren Ermittlungen in der KlimaschutzRegion jährlich etwa 10 bis 13 Millionen Mark an Investitionen angestoßen, kreisweit sogar zwei bis drei mal soviel", so der Fachmann Duscha.
Prognos-Studie bestätigt: „Klimaschutz schafft Arbeitsplätze"
Im März diesen Jahres veröffentlichte das Europäische Zentrum für Wirtschaftsforschung und Strategieberatung "Prognos" eine Studie zum Thema "Arbeitsplätze durch Klimaschutz". Als Ergebnis der Studie wurde ermittelt, dass Klimaschutz und beschäftigungspolitische Ziele keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig positiv beeinflussen. Es sei sogar mit einem Anstieg bei der Beschäftigung zu rechnen, so die Prognos Studie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes erstellt wurde.
Berechnet wurden die Nettobeschäftigungseffekte, also sowohl die durch klimaschützende Investitionen entstehenden Arbeitsstellen als auch die durch die Nachfrageverschiebung wegfallenden Arbeitsplätze in den Sektoren der konventionellen Energiegewinnung. Dabei wurden nur die dauerhaft geschaffenen Arbeitsplätze berücksichtigt. Während vorwiegend im Bergbau mit Beschäftigungsverlusten zu rechnen ist, so wird für viele andere Sektoren ein Plus in der Statistik prognostiziert. So kommt es beispielsweise im Sektor Bau und Ausbau durch einen Anstieg der Wärmedämm-Maßnahmen zu einer deutlichen Zunahme an Arbeitsplätzen. Im Sektor Verkehr kompensiert die Nachfrage nach Leistungen des ÖPNV und des Güterverkehrs den Beschäftigungsrückgang in der Automobilindustrie. Bis 2005 werden, laut der Studie, in Deutschland rund 155.000 neue Arbeitsplätze durch Klimaschutzmaßnahmen entstehen, bis zum Jahr 2020 sollen es knapp eine halbe Million sein.
Eine wichtige Größe in dieser Berechnung ist der Wettbewerbsvorteil durch klimaschützende Schlüsseltechnologien. Durch eine aktive Klimaschutzpolitik und deren frühzeitige technische Umsetzung erlangt Deutschland einen erheblichen Know-how, und Erfahrungsvorsprung, der zu entsprechenden Exportgewinnen führen wird. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Entwicklung von Windenergieanlagen in Dänemark.
Das Kohlendioxid-Reduktionsziel der Bundesregierung von 25 Prozent bis 2005 könnte also sogar mit einem Beschäftigungszuwachs erreicht werden.
Eine Zusammenfassung der Studie kann im Internet unter www.prognos.com abgerufen werden.
Im Kreis Bergstraße wird „best practice"für ökonomischen Klimaschutz erforscht
„Weltklima im Wandel - Mensch kontra Natur" lautete der Titel einer Veranstaltung Ende März in Heppenheim. Der Frankfurter Klimatologe Prof. Dr. Christian Schönwiese referierte vor knapp 50 Teilnehmern über neue Erkenntnisse der Klimaforschung. Schönwiese ist Mitglied im Kuratorium des Modellprojektes KlimaschutzRegion Hessisches Ried, mit dem der Kreis Bergstraße dem globalen Klimawandel entgegenarbeitet. Im Anschluss an seinen Vortrag diskutierte Schönwiese mit drei weiteren Experten über die Möglichkeiten zum Schutz des Weltklimas. Dazu gehörten Rüdiger Schweer, Referatsleiter Klimaschutz im Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten, Dr. Peter Lennert, energiepolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag sowie Regine Günther, Referatsleiterin für Klimaschutz bei der Umweltschutzorganisation WWF Deutschland.
Klimaschutz wird im Kreis Bergstraße groß geschrieben. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Aussagen der USA zum Thema „Klimaschutz" wird deutlich, dass Klimaschutz alle betrifft und jeder seinen Teil zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen muss. Die Experten auf dem Podium präsentierten sich in erstaunlicher Einmütigkeit. Über die Fakten gab es keinen Dissens.
Bei der Debatte über die Folgen des Klimawandels und die notwendigen Schritte wurde deutlich, dass Klimaschutz nicht mit einem Verzicht auf Lebensqualität gleichgesetzt werden darf, sondern dass intelligente Lösungen das Klima schützen und gleichzeitig neue Technologien am Markt etablieren können.
Prof. Schönwiese schilderte die Zusammenhänge des Treibhauseffektes mit den Schadstoffen, die der Mensch in die Atmosphäre entlässt. Mit eindrucksvollen Zahlen belegte Schönwiese, dass Kohlendioxid (CO2) mit einem Anteil von über 60 Prozent das wichtigste Treibhausgas ist. CO2 entsteht vor allem in den Industrienationen bei der Verbrennung von Erdöl und anderen fossilen Energieträgern. Seiner Ansicht nach sind es auch die Industrienationen, die den Schlüssel zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Hand haben. Wenn die Konzentration von CO2 in der Atmosphäre auf dem international akzeptierten Wert von 445 ppm stabilisiert werden soll, dann müssten die Emissionen des Treibhausgases halbiert werden. „Dazu brauchen wir aber keinen Verzicht - wir brauchen Intelligenz. Allerdings ist eine CO2-Verdopplung nicht auszuschließen, wenn es noch mehr Präsidenten wie den US-Amerikaner George Bush geben wird", meinte Schönwiese pessimistisch.
Der Referatsleiter für Klimaschutz im Hessischen Umweltministerium Schweer erläuterte die Strategien der Hessischen Landesregierung. Diese testet in Südhessen drei kommunale Klimaschutzmodelle auf ihre Wirkung. Mit der Brundtlandstadt Viernheim, dem Drei-Städte-Klimaschutzprojekt Viernheim, Lampertheim, Lorsch und dem Modellprojekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried werden auf drei unterschiedlichen räumlichen Ebenen Innovationsstrategien für die Wärmedämmung von Gebäuden entwickelt. Schweer hob besonders die regionale Komponente hervor, die durch die Qualifizierung des lokalen Handwerks und durch die Information der Verbraucher erreicht wird. Die Realisierung der drei Projektstrategien - eine Stadt, drei Nachbarstädte und eine abgegrenzte Region - wird wissenschaftlich begleitet. Nach Abschluss der Projektlaufzeiten könne nach dem „best-practice"-Prinzip die wirkungsvollste Methode ausgelobt werden. Mit Blick auf das globale Ausmaß des Klimawandels warb Schweer für eine zukunftsorientierte Sichtweise dieser Herausforderung für die Menschheit: „Wir haben ein Zeitfenster von 20 bis 30 Jahren, um Energieeffizienz-Maßnahmen einzuführen. Dann müssen sie greifen und Wirkung zeigen. Wir müssen den Menschen klar machen, dass man mit Klimaschutz Geld verdienen kann." Er verwies darauf, dass deutschlandweit durch Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ein Investitionsvolumen von 14 Milliarden Mark für Energiesparmaßnahmen angestoßen worden sei. Schweer ließ allerdings keinen Zweifel daran, dass Klimaschutz auf Dauer nicht öffentlich finanziert werden kann. "Die Investitionen für den Klimaschutz müssen in den normalen Wirtschaftskreislauf einer Marktwirtschaft eingeführt werden," so Schweer.
Der CDU-Politiker Dr. Peter Lehnet erläuterte, dass eine 100-prozentige Gewissheit über die Klimaerwärmung und die menschlichen Urachen von keinem Wissenschaftler auf der Welt garantiert würde. „Trotzdem müssen wir Politiker heute Entscheidungen treffen, da das Vorsorgeprinzip schwerer wiegt als die letzte Gewissheit", betonte Lennert. Die politische Steuerung mit Hilfe von Subventionen sei dabei immer eine Gratwanderung zwischen der Förderung einer Ressourcenverminderung und der Erzeugung von Wettbewerbsvorteilen.
Die Referatsleiterin für Klimaschutz des WWF-Deutschland Regine Günther lenkte die Aufmerksamkeit auf den neuesten IPCC-Bericht der international renomiertesten Klimaforscher. Aus dem Bericht gehe hervor, dass die Hauptverursacher des Klimawandels die wirtschaftlich stärksten Länder, nämlich die so genannten G8-Staaten, sind. Diese acht Staaten stoßen nahezu die Hälfte der weltweiten Treibhausgase aus. Allein die USA sind zu einem Viertel am globalen Klimawandel beteiligt. Regine Günther hob hervor, dass sich Energieverbrauch und Wohlstand entkoppeln lassen. Sie erläuterte als vergleichendes Beispiel den um rund die Hälfte niedrigeren pro Kopf-Energieverbrauch in Deutschland gegenüber den der USA. „Selbst wenn die Vereinigten Staaten das Kyoto-Protokoll zunächst nicht anerkennen, sollten die Europäer als Beispiel vorangehen und sich weitere Verbündete suchen", so ihr Appell.
Weitere Informationen zum Klimaschutz sowie zu Fördermöglichkeiten in der KlimaschutzRegion Hessisches Ried für die Wärmedämmung von Altbauten, für stromsparende Elektrogeräte sowie für Energiesparmaßnahmen in Unternehmen erhalten Sie beim Kreis Bergstraße, Brundtlandlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen, Gräffstr. 5, 64646 Heppenheim, Tel: 06252/15-555 oder -558, email: klima@kreis-bergstrasse.de. Internet: www.kreis-bergstrasse.de
Clever sein: „Kohle" sparen
Es ist schon erstaunlich: Wir reden so viel vom Sparen, aber in unseren eigenen vier Wänden gehen wir sehr großzügig mit Strom und Wäre um.
Ein Beispiel: Die Energieverschwendung durch Leerlaufverluste von Elektrogeräten, also von Geräten, die auch dann Strom verbrauchen, wenn sie ihre eigentliche Funktion gar nicht erfüllen. Die ständige Bereitschaft - Stichwort „Stand by"- kostet in Deutschland pro Jahr 4,5 Milliarden Mark. Um die Stromvergeudung durch Leerlaufverluste zu decken, müssen ständig zwei Kraftwerke am Netz gehalten werden. In einen mit Elektrogeräten gut bestücktem Haushalt geht auf diese Weise ein Zehntel des Stromverbrauches drauf. Die zusätzliche Kosten dafür können pro Jahr rund 300 Mark betragen. Dabei ist es so einfach, Strom zu sparen, Geld zu sparen und gleichzeitig das Klima zu schützen.
Heimliche Stromfresser erkennt man leicht an kleinen, rot glimmenden Lämpchen, beispielsweise an Fernsehern oder Hifi-Anlagen. Manchen Geräten sieht man überhaupt nichts an, stellt dafür aber eine Energieumwandlung in Wärme fest. Sogar Computer ziehen bei Nichtbenutzung Strom, sofern sie nicht durch Ziehen des Steckers vom Netz getrennt werden. Ist ein völliges Abschalten nicht möglich, weil das Gerät keinen „echten" Aus-Schalter hat, sollten Sie die Geräte an eine ausschaltbare Steckerleiste anschließen. Diese Investition von etwa 10 bis 20 Mark rechnet sich meist innerhalb weniger Monate. Elektrogeräte mit besonders niedrigem Energieverbrauch erkennt man übrigens am GEA-Energiesparzeichen. Mittlerweile gibt es sogar Videorekorder, die Daten auch bei Trennung vom Netz mit Hilfe verschiedener Puffertechniken speichern können. Sparsame Elektro-Großgeräten sind mit der Energie-Effizienzklasse A ausgewiesen.
Eine aktuelle Liste für Geräte mit entsprechender Auszeichnung erhalten Sie gegen Einsendung von 5 Mark in Briefmarken bei Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED), c/o IMPULS-Programm Hessen, Schleiermacherstrasse , 64283 Darmstadt Tel.: 06151/13850 oder über das Internet: www.impulsprogramm.de. Ein Liste sparsamer Haushaltgroßgeräte erhalten Sie kostenlos im Brundtlandbüro.
Quelle: Kommunale Ökologische Briefe Nr. 11, 23.05.2001
Stromfresser Heizungspumpe
Es gibt viele Möglichkeiten, Heizenergie einzusparen. Hier ein Tipp, der viel spart und wenig kostet.
Wer beim Duschen sofort heißes Wasser haben will, hat in der Regel eine Umwälzpumpe in der Warmwasser-Leitung eingebaut. Sie pumpt das erwärmte Wasser im Kreis herum, damit das in der Leitung stehende Wasser sich nicht abkühlt. Dies geschieht 24 Stunden am Tag, die meiste Zeit ohne eigentlich gebraucht zu werden. Denn warmes Wasser wird in der Regel nur zu bestimmten Zeiten benötigt. Wer etwa morgens warm Duschen will, benötigt die Umwälzpumpe nur fünf Minuten vor dem Dusche. Während des Duschens wird sowieso warmes Wasser nachgefördert.
Wer schlau ist, hat deshalb bereits eine Zeitschaltuhr installiert, welche die Umwälzpumpe in der Nacht und während der täglichen Abwesenheitszeiten abschaltet. Dennoch läuft auch dann die Pumpe meist mehrere Stunden am Tag.
Der Tipp: Installieren Sie an Ihrer Warmwasser-Umwälzpumpe einen Treppenhaus-Schalter, der den Strom nach wenigen Minuten automatisch wieder abstellt. Schalten Sie kurz bevor sie warmes Wasser zum Duschen oder Geschirrspülen brauchen, die Pumpe ein - den Rest des Tages steht sie still und spart damit viel Heizenergie und Strom.
Brücke ins Solarzeitalter - Der Kreis Bergstraße auf dem Weg zur Solarregion
Die Sonne ist der größte Energielieferant der Erde. Die gesamte Sonnenenergie, die auf die Erde einstrahlt, beträgt das zehntausendfache des heutigen Weltenergieverbrauches. Diese Energie können wir uns nutzbar machen. Alle heute verwendeten Energieträger werden von der Sonne gespeist. Sowohl die regenerativen Energieträger wie Biomasse, Wind und Wasserkraft als auch die fossilen Energieträger wie Kohle, Öl und Gas enthalten gepeicherte Sonnenenergie. Anstatt den „Umweg" über fossile Energieträger zu gehen, bei deren Verbrennung klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird, können wir die Sonnenenergie auf direktem Weg und auf vielfältige Weise nutzen:
Photovoltaikanlagen erzeugen mit Hilfe von Solarzellen Strom, thermische Solaranlagen erhitzen Wasser und erzeugen so warmes Duschwasser oder unterstützen die Heizungsanlagen. Durch eine geschickte Gebäudearchitektur, bei der die größten Fensterflächen nach Süden ausgerichtet werden, können wir Sonnenenergie „passiv" zur Gebäudeheizung nutzen. Sogar im Straßenverkehr können wir die Sonne anzapfen, beispielsweise mit innovativen Solarmobilen, die Sonnenstrom tanken. Bis Solarenergie auch in unseren Breiten konsequent genutzt wird, ist es noch ein weiter Weg. Die ersten Solarpioniere haben jedoch bereits viele Nachahmer gefunden.
Der Kreis Bergstraße gehört zu den sonnenreichsten Regionen in Deutschland. Die Sonne lässt hier den Wein gedeihen und die Obstbäume blühen. Aber jede Innovation braucht Zeit, sich durchzusetzen. In unserem Kreis wurden bereits viele Quadratmeter Solar- und Photovoltaikanlagen errichtet, größtenteils auf Initiative von Privatpersonen, Unternehmen oder Vereinen. Viele Investoren haben dazu staatliche Förderprogramme genutzt. Im Kreis Bergstraße wurden allein mit Hilfe der hessischen Landesförderung zwischen den Jahren 1992 und 2000 775 thermische Solaranlagen auf Wohngebäuden errichtet, was zu einem Investitionsvolumen von 12,9 Millionen Mark geführt hat. Leider ist dieses Programm mittlerweile ausgelaufen. Mit einem pro Kopf-Anteil von knapp drei (2,97) geförderten Solaranlagen pro 1000 Einwohner liegt der Kreis Bergstraße an 11. Stelle unter den 21 hessischen Landkreisen.
Der Kreis Bergstraße begrüßt diese Initiativen und leistet ebenfalls seinen Beitrag, die Sonne als Energieträger voranzubringen und gleichzeitig den Kohlendioxid-Ausstoß zu verringern. Bereits 1988 wurde das Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) mit Unterstützung des Kreises gegründet. Interessierte erhalten dort kostenlos Beratung zum Thema Sonnenenergie und weiteren Energiespartechniken. Zu seinem zehnjährigen Jubiläum organisierte das SEBZ die Solarmesse „SolAgenda" auf dem Heppenheimer Marktplatz. Der Kreis unterhält selbst 25 solarthermische Anlagen, die schulische Turnhallen und Hausmeisterwohnungen mit warmem Wasser versorgen. Deren Gesamtfläche von 450 Quadratmetern (m²) Solarkollektoren vermindert den CO2-Ausstoß um jährlich 175 Tonnen.
Der Kreis Bergstraße bezieht ferner seit April 2000 pro Jahr 30 Prozent Ökostrom zur Versorgung der kreiseigenen Gebäude. Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen enthält auch einen Anteil Sonnenstrom. Viele Kommunen im Kreis sind mittlerweile diesem Beispiel gefolgt. Im Gegegenzug errichten die Stromversorger kostenlos Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Im November letzten Jahres wurden 200 m² Solarzellen auf dem Dach der Heppenheimer Martin-Buber-Schule errichtet sowie eine circa 140 m² große Anlage auf der Bensheimer Seebergschule.
Das Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen des Kreises fördert die solarenergetische Optimierung von Neubaugebieten. Geprüft wird bei Neubauten die optimale Gebäude- und Fensterausrichtung zur Sonnenseite, um die passive Sonnenenergienutzung zu verbessern. Die Stadt Heppenheim hat daraufhin als Erste ihre Planungen für das Neubaugebiet „Alte Kaute" überprüfen lassen.
Im März 2001 setzte die Solarstrom AG im Kreis Bergstraße neue Maßstäbe. Das Unternehmen errichtete die kreisweit größte Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 700 m² auf dem Dach eines Bensheimer Baumarktes. Schon einen Monat später kündigt die Presse den Bau einer noch größeren Anlage auf der Bensheimer Weststadthalle an. Die Weichen sind also gestellt und viele Handwerksbetriebe notieren Auftragszuwächse in der Solarbranche. Die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen nimmt dank technischer Verbesserungen, Kostensenkungen beim Anlagenbau und günstiger finanzieller Rahmenbedingungen zu. Steigende Ölpreise und eine gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung von 99 Pfennig pro Kilowattstunde für Solarstrom haben der Sonnenenergie zum Durchbruch verholfen. Machen wir uns die Sonnenenergie als Zukunftstechnologie zu nutze, denn die Sonne schickt uns keine Rechnung.
Norbert Hofmann, Landrat des Kreises Bergstraße
Zukunftstechnik in Bürstadt
Umweltfreundliche Energieerzeugung durch Blockheizkraftwerk und Solaranlage
Seit über einem Jahr produziert Bürstadt im Altenpflegeheim St. Elisabeth Ökostrom. Im November 1999 wurde dort ein Blockheizkraftwerk (BHKW) in Betrieb genommen, dass gleichzeitig Strom und Wärme produziert und damit besonders umweltfreundlich arbeitet. Im März diesen Jahres produzierte das BHKW bereits die millionste Kilowattstunde Energie. „Etwa 20 000 Mark pro Jahr spart die Stadt an Energiekosten", erläutert Micha Jost, Umweltbeauftragter der Stadt Bürstadt. Nicht zu vergessen der umweltfreundliche Aspekt: Bislang seien der Umwelt dadurch 500 Tonnen Kohlendioxid erspart worden.
Eine Einrichtung wie das Altenheim ist ideal für diese Art der Stromerzeugung. Denn ein Blockheizkraftwerk muss zu jeder Tages- und Nachtzeit in etwa gleich viel Strom und Wärme erzeugen, damit sich die Investitionen rechnen. „Nur Einrichtungen, die auch im Sommer Wärme benötigen - wie hier die Küche - kommen für dieses System in Frage", so Jost.
Das Blockheizkraftwerk besteht aus einem gasbetriebenen Motor mit Katalysator und funktioniert ähnlich wie ein Automotor.
Betreiber des Blockheizkraftwerkes ist die Stadt Bürstadt. Sie hat es von der Firma „Sokratherm" in Hiddenhausen geleast; diese Firma übernimmt auch die Fernüberwachung und Wartung.
Doch nicht nur das Altenpflegeheim wird in Bürstadt mit umweltfreundlichem Strom versorgt, auch das Bürstädter Waldschwimmbad senkt mit effizienter Technik seine Energiekosten. Hier hilft die Sonne beim Sparen.
Bereits seit Anfang der 80-er Jahre erwärmt eine Solaranlage das Beckenwasser auf 24 Grad. Für angenehme Temperaturen beim Duschen sorgt in der neuen Badesaison eine zusätzliche solarthermische Anlage. Die Flüssigkeit in Solarkollektoren auf dem Besuchergebäude nimmt die Sonnenwärme auf und gibt sie über einen Wärmetauscher an das Leitungswasser ab. Auf rund 12 000 Mark beziffert Umweltbeauftragter Jost die Kosten für Anschaffung und Installation. „Auch diese Investition werde sich schnell rechnen. Die Warmduscher eines Badesommers verbrauchten bisher ebenso viel Gas, wie ein durchschnittlicher Privathaushalt pro Jahr verheizt", ergänzt Schwimmmeister Hans-Jürgen Bergmann.
Auf dem Dach des Maschinenhauses entsteht außerdem eine Fotovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung: Rund 25 Quadratmeter Siliziumzellen wandeln Sonnenlicht in Strom um. Das reicht, um im Sommer die Pumpen im Betriebsgebäude am Laufen zu halten- selbst bei bedecktem Himmel. Mit 30 000 Mark schlagen die Solarmodule zu Buche, die etwa 25 Jahre lang halten. Nach sieben Jahren hat die Stadt die Investitionskosten wieder raus. Schließlich spart die Anlage nicht nur Energiekosten. Im Winter kann die Kommune überschüssige Elektrizität ins allgemeine Stromnetz einspeisen und verdient dabei pro Kilowattstunde 99 Pfennig.
Solartankstelle liefert Sonnenstrom
Nutzer von Elektrofahrzeugen können aus ihrem Elektromobil ein richtiges Solarmobil machen. An der neuen Solartankstelle auf dem Parkplatz des Bensheimer OBI-Marktes am Berliner Ring 100 wird echter Sonnenstrom angeboten. Die neue Zapfstelle für Sonnenenergie wurde am 13.März 2001 von Landrat Norbert Hofmann und Bundesumweltminister Jürgen Trittin offiziell eingeweiht.
Fahrer, die an der neuen Solartankstelle die Akkus ihrer Elektrofahrzeuge aufladen, erhalten „Sonnenstrom Bergstraße", den die GGEW AG kostenlos zur Verfügung stellt. Der getankte Strom wird über einen separaten Zähler erfasst und die gleiche Menge Solarstrom aus Photovoltaikanlagen ins Netz eingespeist. Somit können sich Elektromobilfahrer nicht nur ohne Lärm und Luftverschmutzung durch den Verkehr bewegen, sondern haben auch die Gewissheit, dass durch die Erzeugung der von ihnen verbrauchten Energie kein klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird.
Eine weitere Solarstromtankstelle befindet sich in Lorsch bei der Firma Solar- und Mobil GmbH in der Neckarstraße 43. Auf dem Firmengebäude ist eine 52 Quadratmeter große Photovoltaikanlage mit einer Leistung von insgesamt 8,5 Kilowatt installiert.
Weitere Informationen zu Solartankstellen erhalten Sie unter www.solarmobil.de. Wer die Batterien seines Elektromobils an den Solartankstellen laden will, muss lediglich Mitglied beim Bundesverband Solar Mobil, Hamburg, Telefon: 040/7929329, werden. Die Mitglieder des Vereins erhalten einen Universalschlüssel, mit dem sie an allen angeschlossenen Tankstellen ihre Batterien aufladen können. Außerdem kann jeder sein Elektrofahrzeug auch zu Hause an der Steckdose betanken. Dabei empfiehlt das Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen allerdings den Bezug von Ökostrom, damit das Elektromobil zu einer echten Umweltentlastung führt.
Brennstoffzelle - Energie erzeugen wie ein Zitteraal
Brennstoffzelle und Zitteraal haben etwas gemeinsam:
Sie erzeugen durch eine chemische Reaktion Energie. Im Aus Wasserstoff und Sauerstoff stellen beide elektrischen Strom und Wärme her. Inneren einer Brennstoffzelle werden die beiden Gase zusammengeführt und reagieren unter Energieabgabe zu Wasser - ein unschädlicheres Abfallprodukt bei der Energiegewinnung kann man sich kaum vorstellen.
Wasserstoff + Sauerstoff = Energie
Dieses Prinzip ist der Wissenschaft schon seit über 160 Jahren bekannt, dennoch begann man erst vor rund 50 Jahren, sich dieser Technik zu bedienen. In der Raumfahrt zum Beispiel wird die Brennstoffzelle schon seit langem zur Elektrizitäts- und Wassergewinnung genutzt. Seit geraumer Zeit interessiert sich auch die Automobilindustrie für die Brennstoffzellentechnik als Antrieb für Elektrofahrzeuge. Auf kommunaler Ebene ist geplant, bis Ende 2002 in 30 europäischen Großstädten Linienbusse mit Brennstoffzellentechnik zum Einsatz zu bringen.
Schwierigkeiten bereiten jedoch die physikalischen Eigenschaften des Gases. Wasserstoff ist nur bei extrem tiefen Temperaturen flüssig und lässt sich daher nur schwer lagern und abfüllen, schon gar nicht mit den herkömmlichen Tanksystemen. Mittels sogenannter "Reformer" kann im Auto aus Methanol, welches zuvor aus Erdgas gewonnen wurde, direkt Wasserstoff erzeugt werden. Methanol ist eine Flüssigkeit, die ohne Probleme mit herkömmlichen Zapfanlagen abgefüllt werden könnte.
CO2-neutral nur mit regenerativ erzeugtem Wasserstoff
Allerdings ist Methanol wie Benzin ein fossiler Energieträger, so dass neben Wasser auch klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) als Abfallprodukt freigesetzt wird. Das "Null-Emmission-Auto", wie die Brennstoffzellenfahrzeuge gerne genannt werden, wäre mit Methanol im Tank also eine Mogelpackung. Solange der Wasserstoff nicht aus regenerativen Energiequellen gewonnen wird, gibt es keine zwingende Notwendigkeit für Brennstoffzellen-PKW.
Heizen mit der Brennstoffzelle - 90 Prozent Wirkungsgrad
Anders sieht es bei einer Brennstoffzellen-Heizung aus. Hier wird, ähnlich wie bei einem BHKW, neben der elektrischen Energie auch die erzeugte Wärme genutzt. Die Brennstoffzelle erreicht damit einen elektrischen Wirkungsgrad von 40 Prozent und mit der Wärmenutzung einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 90 Prozent. In den nächsten zwei Jahren will ein großer Heizungshersteller mit einem Gerät auf den Markt kommen, welches mit Hilfe eines Reformers aus Erdgas Wasserstoff erzeugt und die Strom- und Wärmeversorgung von Wohngebäuden deckt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Vom Keller bis ins Wohnzimmer sind die Verluste wesentlich geringer als vom Kraftwerk bis zum Hausanschluss. Das Gerät soll an jeden herkömmlichen Erdgasanschluss installiert werden können und im Vergleich zu Niedertemperaturkesseln und dem Strom aus der Steckdose den Kohlendioxid-Ausstoß um bis zu 50 Prozent reduzieren helfen.
Erste Serienproduktion in Köln
Obwohl die Brennstoffzelle noch einige Hürden zu überwinden hat, wurde vor zwei Monaten in Köln die weltweit erste Produktionsstätte für industrielle Brennstoffzellenfertigung eröffnet. Nicht zuletzt, weil das Interesse an alternativen Antrieben dank staatlicher Förderung sowohl bei Wirtschaft als auch bei Privathaushalten stetig wächst.
Mieterhöhung nach der Wärmedämmung
Wenn Modernisierungsarbeiten durchgeführt wurden, lässt Paragraph 3 des Miethöhegesetzes bei nicht preisgebundenen Wohnungen eine Mieterhöhung zu. Der Vermieter muss allerdings alle Kosten zusammenstellen und in der Umlageberechnung erläutern, dass tatsächlich Heizenergie eingespart wird. So entschied ein Kammergericht im August 2000. Das Gericht sah es entgegen der anderslautenden juristischen Literatur als entscheidend an, dass das Gesetz dem Vermieter die Möglichkeit gibt, eine Mietzinserhöhung durch einseitige Erklärung durchzusetzen. Diese Auffassung weicht von den allgemeinen Grundsätzen des Vertragsrechts ab. Als Gegengewicht zu dieser Befugnis wird die Berechnungs- und Erläuterungspflicht des Vermieters gesehen. Legt er seinem Mieter einen Wärmebedarfsausweis vor aus dem hervorgeht mit welchen Einsparungen nach der durchgeführten Wärmedämmung gerechnet werden kann, genügt er damit der Erläuterungspflicht. Nach Auffassung des Gerichts wird der Mieter durch diese Handhabung nicht unangemessen benachteiligt.
Streichen ist nicht gleich Dämmen
Kreis Bergstraße. Aufgrund wiederholter Anfragen weist das Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen des Kreises Bergstraße darauf hin, dass im Rahmen seiner Förderprogramme nur Wärmedämmstoffe bezuschusst werden, deren wärmedämmende Wirkung nachgewiesen ist.
Andreas Winterkemper, Technischer Fachkoordinater des Brundtlandbüros empfiehlt den Bürgern, sich frühzeitig beim Brundtlandbüro nach förderwürdigen Dämmstoffen zu erkundigen. „Nicht alle Produkte, deren wärmedämmende Wirkung in der Werbung angepriesen wird, halten, was sie versprechen. Auch wenn bestimmte Wandfarben ihre angeblich wärmedämmende Wirkungsweise im Namen tragen, bedeutet das nicht, dass sie sie auch wirklich haben", so Winterkemper.
Welche Dämmstoffe verwendet werden können, erfahren Sie beim Brundtlandbüro unter der Telefonnummer 06252/15-555.
Geld und Energie sparen durch richtige Wärmedämmung
Positive Erfahrungen von Hausbesitzern und Handwerkern
Die meisten Menschen leben in Häusern, die gebaut wurden, bevor gesetzliche Regelungen einen Mindestwärmeschutz vorschrieben. In diesen Gebäuden muss entsprechend viel Energie zum Heizen aufgewendet werden. Mit den steigenden Energiekosten kam im letzten Jahr für viele "Heizer" ein böses Erwachen.
Nicht zuletzt durch die Einführung eines Förderprogrammes für die nachträgliche Wärmedämmung von Altbauten wurde die Dämmung für viele Hauseigentümer in der KlimaschutzRegion Hessisches Ried lukrativ. Bis zu 60 Prozent der Kohlendioxid (CO2) Emissionen der privaten Haushalte entstehen im Bereich Raumwärme. "Hier gibt es noch ein gewaltiges Einsparpotential, das in den nächsten Jahren erschlossen werden muss", so Dipl.-Ing. Andreas Winterkemper, der das Förderprogramm im Brundtlandbüro betreut.
Der richtige Zeitpunkt macht's.
Der richtige Zeitpunkt zur wärmetechnischen Sanierung ist gekommen, wenn sowieso Arbeiten wie Putzerneuerung, Fassadenanstrich oder Dachsanierung geplant werden. Mit geringem Mehraufwand lässt sich dann auch eine Wärmedämmung integrieren. Die Mehrkosten stehen in einem sinnvollen Verhältnis zur künftig eingesparten Heizenergie, so dass sich die zusätzliche Maßnahme rechnet.
Die richtige Technik für alle Anwendungen
Wärmetechnische Verbesserungsmaßnahmen sind an allen Bauteilen der Gebäudehülle möglich. Leicht realisierbar, auch in Eigenleistung, ist die Dämmung von Dachschrägen, oberster Geschossdecke und Kellerdecke. Mit wenig Aufwand und oft geringen Kosten lassen sich hier respektable Energieeinsparungen erzielen.
Technisch und baulich aufwendiger ist hingegen die Dämmung der Außenwand, die meistens mit einem preisgünstigen Wärmeverbundsystem (Thermohaut) realisiert wird. Dabei werden Dämmstoffplatten von zwölf Zentimetern Stärke auf den Außenputz geklebt und zusätzlich gedübelt. Auf den Dämmstoff wird ein sogenannter Armierungsmörtel aufgetragen, in den ein Armierungsgewebe eingebettet wird. Dieses nimmt Dehnungsspannungen auf und dient als Träger für die Haftgrundierung und den neuen Außenputz. Fensterlaibungen und Kellersockel werden zwar nicht finanziell gefördert, sollten aber mitgedämmt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.
Zugluft gebannt
Die Wärmedämmung an Außenbauteilen, beispielsweise der Wand, bewirkt, dass die gesamte Masse der Wand dem Innenraum zugerechnet wird. Die Oberflächentemperatur an der Innenseite der Außenwand steigt um drei bis vier Grad Celsius. Dies vermindert zum einen die Gefahr von Tauwasserbildung, zum anderen steigern warme Wände das Behaglichkeitsgefühl. In einem gut gedämmten Haus fühlt man sich schon bei einer Lufttemperatur von 18 bis 19 Grad Celsius wohl. "Zuglufterscheinungen", wie sie ansonsten durch kalte Wände verursacht werden, treten nicht auf. Mit der Dämmung der Kellerdecke, der obersten Geschossdecke oder des Dachs erzielt man prinzipiell die gleichen Effekte.
Bei der Fenstersanierung ergibt sich noch eine Besonderheit. In der Regel waren die alten Fenster undicht, so dass unkontrolliert Kaltluft einströmte. Das Lüften konnte man sich in vielen Fällen sparen, musste aber unangenehme Zugluft in Kauf nehmen. Ein neues Fenster schließt dicht ab. Bewohnte Räume sollten deshalb mehrfach am Tag durch weites Öffnen der Fenster drei bis fünf Minuten lang gelüftet werden. Die im Sommer unproblematische Dauerlüftung durch gekippte Fensterflügel verursacht in der Heizperiode hohe Wärmeverluste und vermindert die Luftfeuchtigkeit im Raum nur geringfügig.
Die Kosten zahlen sich aus
Das Anbringen eines Wärmedämmverbundsystems durch eine Fachfirma kostet je nach Gebäude und dem damit verbundenen Aufwand 90 bis 170 Mark pro Quadratmeter Wandfläche. Die oft ohnehin nötige Sanierung des alten Verputzes inklusive Neuanstrich, die bis zu 100 Mark pro Quadratmeter kostet, kann dann entfallen. Die Mehrkosten für eine zusätzliche Wärmedämmung sind also relativ gering.
Die Wirtschaftlichkeit von Wärmedämm-Maßnahmen ist abhängig von der bestehenden Altbausituation, von Art und Umfang der Dämmung, deren Realisierungskosten sowie der daraus resultierenden Heizkosteneinsparung und dem Zuschuss, den es aus dem Förderprogramm des Brundtlandbüros gibt. Die Nutzungsdauer von Wärmedämmsystemen ist mit mindestens 25 Jahren anzusetzen, so dass sich viele Maßnahmen rentabel darstellen.
Nutzen Sie auch die Fördermöglichkeiten vom Bund
Neben den Fördermitteln des Brundtlandbüros kann zusätzlich ein zinsgünstiger Kredit aus dem CO2 Gebäudesanierungsprogramm oder dem CO2-Minderungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch genommen werden. Dieser deckt bis 100 Prozent der Investitionskosten, maximal 250 EURO pro Quadratmeter Wohnfläche. Der gegenwärtig gültige Zinssatz für das CO2 Gebäudesanierungsprogramm liegt bei 3,5 Prozent. Vermittelt wird der Kredit durch alle Banken und Sparkassen. Bei Fragen helfen die Mitarbeiter des Brundtlandbüros auch hier gerne weiter.
Arbeitskreis "Wald und Energie": Nachfrage nach heimischem Holz als Energieträger steigt
Der Arbeitskreis "Wald und Energie" trifft sich auf Einladung von Robert Persch, dem Energieberater der Stadt Bensheim, regelmäßig im Bensheimer Rathaus. Zum Arbeitskreis gehören Vertreter von Institutionen und Unternehmen, die aus verschiedenen Gründen Interesse an der Nutzung des heimischen Holzes als „Energieholz" haben: Mit dabei sind beispielsweise die Forstbetriebsgemeinschaft Heppenheim, regionale Sägewerksbetreiber, Heizungsinstallateure, Energieversorger, die Kreisabfallwirtschaft, Schornsteinfeger und Privatpersonen. Auch das Brundtlandbüro für Klimaschutzmaßnahmen unterstützt die Kohlendioxid (CO2)-neutrale Nutzung von Holz als Energieträger, da bei der Verbrennung nur soviel CO2 freigesetzt wird, wie die Bäume im Laufe ihres Wachstums gebunden haben. „Dieses Prinzip funktioniert allerdings nur bei einer nachhaltigen Forstwirtschaft, wie sie in Deutschland betrieben wird", so Elke Dünnhoff, Projektleiterin im Brundtlandbüro.
Ziel des Arbeitskreises ist es, alle Informationen zum Thema „Holz als Energieträger" zu bündeln, die Öffentlichkeit zu informieren und Projekte zu initiieren.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff Biomasse? „Für den Arbeitskreis in erster Linie Holz aus den hiesigen Wäldern sowie Grünschnittabfälle aus den Kommunen und Straßenbauämtern," erklärt der Energieberater Persch. Die Vorteile der Biomasse als Energielieferant liegen auf der Hand:
Holz verbrennt CO2-neutral und leistet damit einen Beitrag zum Klimaschutz und zum sparsamen Umgang mit Ressourcen.
Die Energie wird nicht aus fernen Ländern importiert, sondern kommt aus der näheren Umgebung. Das mindert den Verkehr, schafft Arbeitsplätze und hält das Kapital in der Region.
Vom Verkauf von Waldrestholz und Industrieholz als Energielieferant können die regionale Forstwirtschaft und holzverarbeitende Betriebe profitieren. Weitere Arbeitsplätze werden durch die kapitalintensive Holzverbrennungstechnik geschaffen.
Bei einer Waldfläche von 28.500 Hektar im Kreis Bergstraße ist kaum mit Engpässen bei der Versorgung mit Biomasse zu rechnen, während die Erdöl- und Erdgasvorräte immer mehr abnehmen.
Moderne Heizkessel nutzen Holz in Form von Stückholz, Hackschnitzeln oder Pellets. Für jeden Anwendungsfall kann der passende Kessel verwendet werden. Besonders wirtschaftlich lassen sich Holzhackschnitzel-Kessel in größeren Gebäuden mit einem hohen Wärmebedarf realisieren, z.B. Rathäuser, Schulen, Hallenbäder, Sporthallen, Verwaltungsgebäude usw. Hier sind also vor allem die kommunalen Gebäude von Interesse. Für Wohngebäude bietet die Pelletheizung eine umweltfreundliche Alternative zur Gas- oder Ölheizung. Um Anbieter und Nachfrager von Holz als Brennstoff sowie der passenden Heizanlagen zusammenzubringen, erarbeitet das Heidelberger ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung zur Zeit im Auftrag des Brundtlandbüros ein entsprechendes Vermarktungskonzept. Dieses Konzept dient unter anderem als Hilfestellung für den Aufbau einer Infrastruktur zur Energieholzvermarktung. Für Fragen zum Thema Holz/Biomasse steht der Arbeitskreis „Wald und Energie" gerne zur Verfügung. Ansprechpartner sind Bernd Müller vom Solar- und Energieberatungszentrum (SEBZ) in Heppenheim Tel.: 06252/913460, der Energieberater der Stadt Bensheim, Robert Persch, Tel.: 06251/14-280 oder Burkhard Klose von der Forstbetriebsgemeinschaft Heppenheim, Tel.: 06252/992118.
Heizen mit Holz: Kohlendioxid - neutral und kostengünstig
Heizen mit Holz ist eine altbewährte und wieder neu entdeckte Möglichkeit einer umweltfreundlichen und zukunftssicheren Wärmeversorgung. Gründe wie Komfortgewinn, Versorgungssicherheit, Preisstabilität, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz sprechen dafür, sich dieser Art zu Heizen anzuschließen.
Moderne Holz-Pelletheizungen beispielsweise arbeiten vollautomatisch und sind daher sehr komfortabel. Das Holz wird mit einer Förderschnecke oder einem Saugschlauch automatisch vom Vorraum in den Keller transportiert. Der Kessel zündet selbständig und passt seine Leistung wie ein Öl- oder Gaskessel dem Bedarf an.
Die Holzpreise sind seit zehn Jahren stabil, wogegen der Ölpreis in den letzten zwei Jahren um 50 Prozent gestiegen ist. Langfristig dürfte Holz der preiswertere Brennstoff bleiben, da bei Öl und Gas mit deutlichen Preissteigerungen zu rechnen ist.
Die Kosten der Brennholzversorgung richten sich nach der verwendeten Holzart. Prinzipiell unterscheidet man zwei Holzgruppen: aufbereitetes Material wie Pellets und Hackschnitzel sowie das unaufbereitete Material wie Stück- und Waldrestholz. Um vergleichen zu können, wie teuer ein Brennstoff ist, misst man seinen Energiegehalt in der Einheit Kilowattstunde (kWh). Ein Liter Heizöl oder auch ein Kubikmeter Gas enthalten etwa 10 kWh Wärme. Bei einem Ölpreis von 75 Pfennig pro Liter kostet 1 kWh Öl-Wärme somit 7,5 Pfennig. In nebenstehender Tabelle ist dargestellt, wieviel eine kWh-Wärme bei den verschiedenen Holzsorten kostet. Holzpellets sind derzeit etwa so teuer wie Öl.
Welche Holzheizung ist die richtige? Holzheizungen gibt es für alle Zwecke. Soll sie zur alleinigen Wärmeerzeugung in Wohnhäusern dienen, ist dies in Form einer Zentralheizung für Stückholz oder Pellets möglich. Holzhackschnitzel-Kessel eignen sich dagegen eher für größere Gebäude wie Schulen oder Firmengebäude mit einem hohen Wärmebedarf.
Wichtig ist zu entscheiden, in welchem Umfang man eigene Arbeitskraft einsetzen möchte, da er sich spürbar auf die laufenden Kosten auswirkt. Die beiden genannten Varianten bieten zum einen maximalen Komfort, zum anderen fordern sie maximale Eigenleistung. Wer lieber arbeiten lässt, legt sich eine Holzheizung mit vollautomatischem Betrieb, entsprechend einer Ölheizung, zu. Hierfür ist eine Pelletheizung erforderlich. Holz-Pellets sind eine Art gepresster Naturholztabletten. Das Heizmaterial wird jährlich geliefert. Die Pellets können lose in einen Lagerraum eingeblasen oder sackweise gekauft werden. Pelletkessel arbeiten in der Regel nur mit Pellets, nicht mit Stückholz. Es gibt aber auch Holzkessel, an die bei Bedarf ein Pelletbrenner angebaut werden kann.
Wer hingegen selbst Anpacken will um damit Kosten zu sparen, kann sich das „Recht" erkaufen, in einem Waldgebiet Holz zu sammeln. Verbrannt wird es in einem Stückholzkessel. Für diese Art zu heizen, fallen nur geringe Kosten an.
Zur Unterstützung der bestehenden Heizungsanlage kann man sich auch einen Stückholz-Zusatzkessel im Keller einbauen lassen. In diesem Fall muss entweder ein eigener Zug im Schornstein vorhanden oder durch eine entsprechende Regelung sichergestellt sein, dass nicht beide Kessel gleichzeitig laufen. Eine Holzheizung kann auch als dezentrale Unterstützung der Heizungsanlage mit Zimmer,- Kamin,- und Kachelöfen fungieren. Hierbei muss ein zweiter Schornstein vorhanden sein.
Allgemein unterscheiden sich die Preise für Holzheizungen je nachdem, ob es sich um Kessel oder Ofen, Stückholz- oder Pelletheizung handelt. Die nachfolgend angegebenen Preise (ohne Montage) sind lediglich Richtwerte für eine erste Orientierung. Bei Stückholz-Einzelöfen gibt es eine große Preisspanne, je nach Ausstattung. Kaminöfen kosten zwischen 1 000 und 5 000 Mark, bei Kachelöfen muss man schon mit 10 000 bis 25 000 Mark rechnen. Pellet-Einzelöfen sind für etwa 7 000 bis 9 000 Mark zu erwerben. Entscheidet man sich für einen Stückholzkessel mit Regelung, zahlt man etwa 13 000 Mark.
Pellet-Kessel lassen sich vom Preis her noch einmal unterscheiden. Am kostengünstigsten sind Kessel mit angebautem Wochen- oder Monatsvorratsbehälter, die per Hand zu füllen sind. Etwas teurer ist eine vollautomatische Raumaustragung mit Förderschnecke oder Saugschlauch, bei der die Pellets vollautomatisch aus dem Lagerraum in den Ofen transportiert werden. Eine Anlage kostet mit Wochenbehälter etwa 17 000 Mark, die vollautomatische Version etwa 20 000 Mark.
Holzzentralheizungen werden im Rahmen des „Erneuerbaren Energien-Förderprogrammes der Bundesregierung" gefördert. Bei Stückholz-Kesseln steuert der Staat 80 Mark pro Kilowatt (kW) bei, Pellet- oder Holzhackschnitzel-Kessel werden mit 120 Mark pro kW, mindestens aber mit 4 000 Mark gefördert. Ansprechpartner ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Frankfurter Straße 29-35, 65760 Eschborn, Tel: 06196/908-625.
| Öl / Holzpellets |
7,5 Pf |
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Hackschnitzel (ab Händler)
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2,5 Pf |
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Stückholz (mit Anlieferung)
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6,5 Pf |
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Waldrestholz (ab Wald)
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1,1 Pf
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Entscheidet man sich für die Umstellung auf eine Holzheizung, muss als erster Schritt die bestehende Heizungsanlage überprüft werden. Oft sind Heizungsanlagen durch falsche Auslegung und nachträgliche Verbesserungen der Gebäudedämmung in ihrer Leistung überdimensioniert. Dies führt zu häufigem An- und Abschalten und dadurch zu einem überhöhten Brennstoffverbrauch. Dieser sollte also unbedingt durch einen Heizungsbauer überprüft oder im Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) abgeklärt und die zukünftig benötigte Leistung neu festgelegt werden.
Der zweite Schritt besteht in der Erstellung eines Fragenkataloges, anhand dessen verschiedene Fragen abgearbeitet werden: „Wo und wie kann ich in Zukunft Holz beschaffen?" und „Welchen Heizkomfort strebe ich an?" Danach wird der Heizungsbauer angesprochen. Er zeigt Ihnen das Heizungssystem, das zu den Kundenvorstellungen passt. Auch die Frage der Kosten und die der Kaminanforderungen werden hier geklärt.
Einige Heizungsbetriebe haben bereits Erfahrung mit Holzheizungen, gegebenenfalls kann im SEBZ nach Adressen gefragt werden. Sind die Kaminanforderungen geklärt, muss der Schornsteinfeger überprüfen, ob der vorhandene Schornstein für das neue Heizungssystem geeignet ist. Um beispielsweise einer Durchnässung des Schornsteins vorzubeugen, sollte dieser ausreichend isoliert sein. Sind die nötigen Planungs- und Vorbereitungsschritte durchgeführt, gilt es mehrere Angebote einzuholen und schließlich den Auftrag zu erteilen.
Einige wichtige Adressen in der Klimaschutzregion:
Scheitholzlieferung, Selbstwerbung :
Forstbetriebsgemeinschaft Heppenheim, Herr Klose Tel.: 06252/9921-0, email: FAHeppenheim@FORST.HESSEN.de
Informationen und Beratung:
Solar- u. Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ), Dipl.-Ing. Bernd Müller, Tel.: 06252/913460, email: SEBZ-bergstrasse@t-online.de
Passivhaus in Bensheim gesucht!
3000 Mark Prämie für den Bau des ersten Passivhauses
Bensheim. Wer baut das erste Passivhaus in Bensheim? Der Energietisch Bensheim und der Energieberater der Stadt Bensheim, Robert Persch, wollen das herausfinden. Ein modernes Passivhaus verbraucht nur etwa ein Zehntel so viel Heizenergie wie ein typisches Altbaugebäude und kommt mit einem Energieverbrauch von 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter im Jahr aus. Für den ersten Bauherren eines Passivhauses stellt der Magistrat der Stadt Bensheim einen Zuschuss von 3000 Mark zur Verfügung. Der Bensheimer Energieberater sichert dem ersten Passivhausbauer seine persönliche Hilfe zu. „Hier in Bensheim sind grundsätzlich gute Rahmenbedingungen für ein solches Vorhaben. Aber gerade den ersten, der sich zum Bau eines Passivhauses entschließt, werde ich individuell beraten und begleiten. Mir ist es wichtig, dass die Menschen, die „Pionierarbeit" leisten, eine besondere Unterstützung erfahren."
Mehr Informationen zum Passivhaus-Zuschuss in Bensheim gibt es bei Robert Persch, Energieberater der Stadt Bensheim, Kirchbergstraße 18, 64625 Bensheim, Telefon: 06251/14-280.
KliMa-Rätsel: Dauerbrenner
Im kalifornischen Livermore hat kürzlich eine vier Watt starke Glühbirne ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Antiquität beleuchtet seit 1901 im Dauerbetrieb die Fahrzeughalle einer Feuerwehr. Sogar das große Erdbeben von 1906 und die Energiekrise der letzten Monate konnten der handgeblasenen Glühbirne dank eines Notstromaggregates nichts anhaben. Aufgrund ihrer Funktion als Notbeleuchtung blieb sie Tag und Nacht eingeschaltet und wurde nur für einen Umzug der Feuerwache 1976 kurz ausgeschaltet. Laut dem Guinness-Buch der Rekorde ist sie die älteste brennende Glühbirne der Welt. Zu ihrem 100-jährigen Jubiläum richtete die Stadt sogar ein Fest aus. Die Birne ist längst zu einer Touristenattraktion geworden und ihr bernsteinfarbiges Licht kann über eine Web-Kamera unter www.centennialbulb.org in aller Welt betrachtet werden.
Im Zeitalter der Energiesparlampen wirkt diese Birne wie ein Saurier aus grauer Vorzeit. Wie viele Kilowattstunden Strom hat diese Glühbirne wohl im Laufe ihres Lebens verbraucht?
Für die richtige Antwort gibt es tolle Preise zu gewinnen: 1. Preis: ein Solarbaukasten, 2. Preis: ein solarbetriebenes Modellflugzeug, 3. Preis: ein Solar-Hubschrauber, 4.-20. Preis: je ein T-Shirt "Klimaschutz - gemeinsam Handeln!". Einsendeschluss ist der 15. August 2001. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Tipp: Ein Kilowatt (kW) sind 1 000 Watt (W). Eine Kilowattstunde (kWh) Stromverbrauch ist erreicht, wenn eine Stunde (h) lang 1 000 Watt verbraucht wurden, oder 10 Stunden lang 100 Watt. Zur Vereinfachung gibt es in unserer Rechnung keine Schaltjahre!
Birne brennt seit 100 Jahren
Eine Glühbirne, die 1906 das große Erdbeben und die Energiekrise der letzten Monate unbeschadet überstand, hat gestern ihren 100. Geburtstag gefeiert. Zu Ehren der vier Watt starken Birne, die seit 1901 ununterbrochen eine Feuerwache in Livermore (US-Bundesstaat Kalifornien) beleuchtet, lud die Stadt zu einer Party mit Musik, Paraden und Ansprachen ein.
Laut Guiness Buch der Rekorde ist die handgeblasene Glühbirne die älteste brennende Birne der Welt. Nur 1976, beim Umzug in eine neue Feuerwache, wurde sie kurzfristig ausgeschaltet, um dann sofort wieder rund um die Uhr ihren Dienst zu tun. Nicht einmal die Stromausfälle der letzten Monate konnten ihr etwas anhaben. Sie ist an ein Notstromaggregat der Feuerwehr angeschlossen.
Das bernsteinfarbene Licht der historischen Glühbirne hat schon zahlreiche Besucher aus aller Welt nach Livermore gelockt. Eine Web-Kamera (www.centennialbulb.org) ist auf die „Touristenattraktion" gerichtet und liefert alle 30 Sekunden als Beweis ihrer Ausdauer einen Schnappschuss von der leuchtenden Glühbirne. Nach Angaben des Festkomitees hat die Glühbirne in Livermore keine leuchtende Konkurrenz. Eine Birne in der englischen Stadt Ipswich soll nach 70-jähriger Brennzeit im Januar 2001 geplatzt sein.
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