Klimaschutzzeitung „KliMa" - Ausgabe 2/2002

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Liebe Leserinnen und Leser von KliMa,

Klimaschutz ist seit vielen Jahren eine feste Größe im Kreis Bergstraße. Die Auszeichnung von Viernheim zur Brundtlandstadt war nur der Anfang. In Folge der überzeugenden Vorarbeit konnten das 3-Städte-Klimaschutzprojekt Viernheim-Lampertheim-Lorsch und das Modellprojekt KlimaschutzRegion Hessisches Ried in den Kreis Bergstraße geholt werden. Die Erfolge können sich sehen lassen. Zukunftsfähige Arbeitsplätze wurden geschaffen und gesichert, der Standort Bergstraße konnte sich mit innovativen Arbeitstechniken im Bauhandwerk profilieren. Hauseigentümer kamen in den Genuss von Fördergeldern und nich zuletzt konnte ein positives Bewusstsein für den Klimaschutz als Gemeinschaftsaufgabe aller Menschen geschaffen werden. In der vorläufig letzten Ausgabe der Klimaschutzzeitung KliMa können wir Ihnen erneut eine bunte Mischung von Klimaschutzaktivitäten präsentieren.

In den Schulen zeigen Solardächer und Heizkessel, in denen regenerative Energieträger verwendet werden, unseren Kindern, wie faszinierend zukunftsorientierte Technik sein kann. Ausgeklügelte Energiesparstrategien schaffen den finanziellen Freiraum für Investitionen, wie das Energie-Spar-Contracting der Kläranlage in Bürstadt zeigt. Firmen aus ehemaligen "Umwelt-Schmuddel-Branchen" können andere Wege gehen und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken, wie das Beispiel einer Zwingenberger Chemie-Fabrik zeigt, die als erste in Europa als „Passiv-Haus" gebaut wurde.

Investitionen in den Klimaschutz sind Wirtschaftsförderung für Zukunftsbranchen. Die Klimaschutzprojekte sind der Beitrag des Kreises Bergstraße zur Erfüllung der Vorgaben des Kyoto-Protokolls. Dass Deutschland dadurch wirtschaftliche Vorteile im internationalen Wettbewerb hat, ist ein Verdienst der Bürger und Betriebe, die Hand anlegen und ihre Häuser und Betriebsabläufe zukunftsfähig gestalten.

Das Klimaschutzprojekt Hessisches Ried hat seine Pilot-Funktion gut erfüllt. Die Strategien, die sich bewährt haben, können im Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße weiterentwickelt werden. Es wird ab September seine Beratungsleistungen mit einer zusätzlichen halben Stelle ausweiten können.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der Klimaschutzzeitung und wünsche mir, dass wir sie ab Herbst in alle Haushalte des Kreises Bergstraße verteilen können.

Herzlichst Ihr

Norbert Hofmann
- Landrat -


Deutschland wird Weltmeister - Jedenfalls beim Klimaschutz

Umweltreport zeigt Erfolge auf

Berlin. „Wir haben es geschafft: Kein anderes westliches Industrieland hat seinen Ausstoß an Treibhausgasen so drastisch gesenkt. Deutsche Klimaschutz-Technologien sind ein Exportschlager und sichern zehntausende Arbeitsplätze." Mit dieser Aussage weist das Bundesumweltministerium in seinem aktuellen Umweltreport auf die Erfolge der deutschen Klimaschutzpolitik hin.

Deutschland ist mit einer Reduktion von 18,7 Prozent die einzige westliche Industrienation, die ihren Kohlendioxidausstoß seit 1990 deutlich reduziert hat. In Japan, den USA, Kanada und Australien erhöhten sich die Emissionen im gleichen Zeitraum zwischen 9,6 und 14,5 Prozent.

Bei den Klimaschutzkonferenzen habe sich Deutschland erfolgreich für wirksame Klimaschutzstrategien eingesetzt. So sei es aus Sicht der Bundesregierung erfreulich, dass der Bau von Atomkraftwerken nicht als Klimaschutz geltend gemacht werden durfte. Auch die Anrechnung von Wäldern als „Kohlendioxid-Senken" sollte für jedes Land begrenzt sein. Weiterhin werde Deutschland früher als verabredet aus umweltschädlichen Herstellungsmethoden aussteigen und Alternativen entwickeln. Die angestrebten Senkung des Kohlendioxidausstoßes um 21 Prozent lägen deutlich unter den im Kyoto-Protokoll festgeschriebenen fünf Prozent und zeigten aufs Neue die Vorreiterrolle Deutschlands.

Die landläufige Behauptung, Deutschland habe seine Treibhausgasreduktion durch den weitgehenden Zusammenbruch der DDR-Wirtschaft geschenkt bekommen, sei mittlerweile durch eine wissenschaftliche Studie widerlegt. Immerhin die Hälfte der Einsparungen seien auf politische Maßnahmen zurückzuführen.

Bis zum Jahr 2005 werde die Umsetzung des Klimaschutzprogrammes der Bundesregierung etwa 155000 neue, dauerhafte Arbeitsplätze schaffen, von denen der Maschinenbau, das Baugewerbe, der öffentliche Personennahverkehr und die Bahn am deutlichsten profitieren werden.

Außerdem habe sich die deutsche Wirtschaft gegebüber der Bundesregierung selbst verpflichtet, ihre Produkte in Jahr 2005 so herzustellen, dass dabei 28 Prozent weniger klimaschädliche Gase freigesetzt werden als 1990. Bis 2012 sollen es sogar 35 Prozent werden.

Der Umweltreport kann beim Bundesumweltministerium kostenlos bestellt werden. Fax: 01888/305-2044, Internet: www.bmu.de.


Strahlende Gewinner des Wettbewerbs "Ältester Heizkessel"

Die offizielle Übergabe der Gewinne durch Landrat Norbert Hofman fand am 28. Mai im Landratsamt in Heppenheim statt.

Heppenheim. Großen Zuspruch fand der Wettbewerb "Ältester Heizkessel", den das Brundtlandbüro in der letzten Ausgabe der KliMa ausgeschrieben hatte. Zusammen mit der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik, vertreten durch ihren Innungsobermeister Werner Winkelbach wurde der älteste, noch in Betrieb befindliche Heizkessel in der KlimaschutzRegion Hessisches Ried gesucht.

Ziel des Gewinnspiels war es, auch jene Kessel aus dem Verkehr zu ziehen, die trotz neuer Energieeinsparverordnung nicht erneuert werden müssen. Die Preisgelder sollen dem Einbau neuer energieeinsparender Heizungsanlagen dienen. Damit spart der Einzelne Geld, und die Gemeinschaft Kohlendioxid.

Unter den zahlreichen Einsendungen befanden sich drei Kessel aus dem Jahre 1964. Da bei den „Greisen" der HEizkessel kein Unterschied festzustellen war, entschied das Los über die Preisvergabe. Der erste Preis von 500 Euro ging an Hans Pecher aus Heppenheim. Der Kessel von Hildegard Fortmann aus Bürstadt bekam den zweiten Preis über 250 Euro und der dritte Preis ging mit 125 Euro an Karl Kämpf aus Heppenheim.


Mehr Personal für das SEBZ

Claudia Felske vom 3-Städte-Klimaschutzprojekt Viernheim-Lampertheim-Lorsch kommt nach Heppenheim

Kreis Bergstraße. Das Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) wird ab September seine Beratungsleistungen ausweiten. Dafür wurde eine zusätzliche halbe Stelle geschaffen, die jeweils zur Hälfte von den beteiligten Kommunen und vom Kreis Bergstraße finanziert wird. Die Diplom-Ingenieurin Claudia Felske vom Drei-Städte-Klimaschutzprojekt Viernheim-Lampertheim-Lorsch konnte für diese Aufgabe gewonnen werden.

Auf Grund ihres erhöhten Finanzierungsbeitrages erwarten die Städte und Gemeinden eine Aufstockung des derzeit zu geringen Beratungsangebotes für ihre kommunalen Gebäude. Die kommunale Energieberatung soll deshalb von einer halben Stelle auf eine dreiviertel Stelle aufgestockt werden. Nach der Ausweitung stünden demnach eineinhalb Stellen für Beratung und Geschäftsführung sowie eine viertel Stelle für Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung.

Neben der kommunalen Energieberatung soll das SEBZ künftig auch Klimaschutz-Marketing und Weiterbildungen in Kooperartion mit den Handwerkskammern und anderen Unternehmerverbänden betreiben. Wenn die derzeit noch unentschlossenen Kommunen ihren Finanzierungsbeitrag für das SEBZ erhöhen würden, könnte auch die Klimaschutzzeitung KliMa zukünftig vom SEBZ herausgegeben werden. Sie würde dann im gesamten Kreis Bergstraße erscheinen.


Regionales Klimabündnis Starkenburg wurde gegründet

Beim dritten Regionalforum in Griesheim wurden von der Region Starkenburg zukunftsfähige Maßnahmen für den Klimaschutz beschlossen

Griesheim. Am Samstag, den 27. April fand in der Wagenhalle Griesheim das dritte Regionalforum der Region Starkenburg statt. Als Höhepunkt wurde von Vertretern der Wirtschaft, Verwaltung und der Region das „Regionale Klimabündnis Starkenburg" ins Leben gerufen. Neben der Vorstellung bestehender Initiativen zum Klimaschutz in der Region Starkenburg zeigte eine Podiumsdiskussion über „Die Chancen des Klimaschutzes auf regionaler Ebene" die Möglichkeiten praktischer Umsetzung des Protokolls von Kyoto auf.

Es gibt bereits heute in allen Kreisen der Region Starkenburg Agenda 21-Aktivitäten im Bereich des Klimaschutzes. Im Rahmen des Projektes wurden weit über 100 Einzelaktivitäten zum Klimaschutz erfasst. Mit dem „Regionalen Klimabündnis Starkenburg" sollen diese Initiativen künftig aufeinander abgestimmt und unter gemeinsamer Zielsetzung umgesetzt werden. Das Projekt wurde vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Forsten im Rahmen des Wettbewerbs „Innovative Projekte zur Nachhaltigkeit" gefördert.

Die Podiumsdiskussion leitete Prof. Hans Reiner Böhm von der Technischen Universität Darmstadt mit der Forderung ein, dass sich Klimaschutz auch für den Einzelnen lohnen müsse. Rüdiger Schweer als Vertreter des Hessischen Umweltministeriums betonte, dass die Landesregierung auch weiterhin Impulse setzen werde und Initiativen begleiten und unterstützen wolle. Besonders wies er auf die Umweltallianz hin, in der auch die Wirtschaft zu nachhaltigem Handeln ermutigt werde. Prof. Horst Blechschmidt, Vorstandsvorsitzender der HEAG AG bedauerte, dass aufgrund von EU-Vorgaben und verstärktem Wettbewerb der Umweltschutz vernachlässigt werden müsse. Die HEAG allerdings versuche, in der Region für die hier lebenden Menschen nachhaltige Angebote zu machen, "die allen Beteiligten ein gutes Leben ermöglichen".

Zum Schluss der Veranstaltung wurde das „Regionale Klimabündnis Starkenburg" begründet. Vertreter der Region Starkenburg und der Wirtschaft verpflichteten sich durch ihre Unterschrift, bis zum Jahr 2010 die klimarelevanten CO2-Emmissionen der Region um 25 Prozent zu senken. Dies soll durch ein Bündel an Maßnahmen erreicht werden, insbesondere Vernetzung von Aktivitäten, energieeffiziente Bau- und Siedlungsstrukturen, energieeffiziente Verkehrssysteme, den Einsatz regenerativer Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Unterstützung klein- und mittelständischer Betriebe.

Kontakt über Regionalbüro Starkenburg, Frau Elke Grimm, Telefon 06151/165172.


Dämmen senkt Energiekosten am effektivsten

Dämmen ist neben dem Austausch von alten Heizkesseln die effektivste Art, Energiekosten zu sparen und die Umwelt zu entlasten. Sofern nicht beides möglich ist, sollte daher zuerst gedämmt und erst dann eine Solaranlage installiert werden. Für die Wirtschaftlichkeit ist aber vor allem die Wahl des richtigen Zeitpunktes entscheidend. Eine Solaranlage sollte immer dann installiert werden, wenn der Warmwasserspeicher sowieso erneuert wird. Eine Außendämmung ist immer dann eine attraktive Geldanlage, wenn der Putz ohnehin erneuert werden soll. Auch wenn nur ein neuer Anstrich fällig ist, sollte eine Dämmung in Erwägung gezogen werden. Ebenfalls lohnend ist eine Dämmung des Dachbodens, der Dachschräge und der Kellerdecke. Mit wenigen Handgriffen lassen sich preiswerte Dämmplatten auf dem Dachboden auslegen oder von unten an die Kellerdecke kleben.

Eine Energiediagnose zeigt die Wirtschaftlichkeit

Wer Zweifel hat, ob sich in seinem Fall eine Dämmung lohnt, kann sich einen sogenannten Energiepass erstellen lassen. In dieser kostenlosen Energiediagnose wird genau berechnet, wie viel Brennstoff durch eine Dämm-Maßnahme eingespart wird und wie lange es dauert, bis sie sich auszahlt. Erhältlich ist die Energiediagnose beim Schornsteinfeger oder beim Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (Telefon 06252/913460).

Hanf und Altglas bieten dem Haus viel Wärme

Zwei neue Dämmstoffe bringen Kreislaufwirtschaft voran

Gesundheitsschäden durch Holzschutzmittel und Asbest, diese heikle Thematik ist vielen Menschen noch in schlechter Erinnerung. Seit kurzem beginnen sich deshalb andere Rohstoffe auf dem Baustoffmarkt durchzusetzen: Glas und Hanf dienen als ungefährliche Dämmstoffe bei Neubauten oder bei Sanierungen. Der nachwachsende Hanf und das Recyclingprodukt Misapor tragen so dazu bei, das Zeitalter der Kreislaufwirtschaft voran zu bringen.

Hanf in Streifen für ein angenehmes Raumklima

Mit einem Meter Breite und zwei Metern Länge in Stärken zwischen 40 und 200 Millimetern geliefert, können die Dämm-Matten aus Hanf je nach Bedarf in Streifen geschnitten werden. So sind sie auch für Heimwerker leicht zu verlegen. Ebenso leicht sind sie später wieder austauschbar. Ein großer Vorteil von Hanf ist, dass er nicht staubt, wie Glaswolle etwa. Er verursacht deshalb keine Hautreizungen und trägt zu einem guten Raumklima bei, weil die Matten feuchtigkeitsdurchlässig sind.

Motten haben keine Chance

Nach Angaben des Herstellers ist der Hanf-Dämmstoff verrottungsfest und vor Schädlingsbefall sicher, weil er trotz seines pflanzlichen Ursprungs kein Eiweiß enthält. Doch nicht nur einem gesunden Raumklima nutzt Hanf: weil die Pflanze auf deutschen Feldern reift - ohne chemische Pflanzenschutzmittel - , schont ihre Verwendung die Umwelt durch kurze Transportwege. Die Hanfmatten sind voll recyclingfähig. Aber auch eine Entsorgung ist kein Problem: Bei der Verbrennung von Hanf wird nur das Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, das die Pflanze zuvor im Wachstumsprozess ohnehin gespeichert hat. Dieser Kreislauf verhindert den Treibhauseffekt.

Im Kreis Bergstraße sind Hanfmatten leider noch nicht erhältlich, die nächste Adresse findet sich in Darmstadt bei der Firma Raab Karcher Baustoffe (Telefon 06151/81950) oder beim Naturbau Zentrum in Ladenburg (06203/930130).

Künstliches Vulkangestein aus Altglas ...

Neu ist auch die Verwendung von Altglas als Dämmstoff. Experten der schweizerischen Firma Misapor haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Altglas unter Zusatz mineralischer Stoffe erhitzt und zu Schaumglas aufgebläht wird. Dieser feinporige Glasschotter, der unter dem Namen Misapor erhältlich ist, ähnelt in Farbe, Aussehen und Konsistenz dem Bimsstein. Wie das Ausgangsmaterial selbst ist der Dämmstoff gesundheitlich unbedenklich. Er ist wasserabweisend, druckfest, feuerbeständig, geruchlos und resistent gegen Umwelteinflüsse. Darüber hinaus wirkt Misapor wärmeisolierend und kann beliebig oft wieder eingeschmolzen werden.

... so leicht, das es auf Wasser schwimmt

Das Recyclingprodukt ist so leicht, dass es mit Pressluftpumpen durch Schläuche 300 Meter weit und 30 Meter hoch geblasen werden kann. Es eignet sich deshalb als isolierender und gewichtssparender Füllstoff im Hoch- und Tiefbau, besonders zur Wärmedämmung von Stockwerken und Decken sowie als Dachisolierung für Flachdächer. Auch unter Anbauten die nicht unterkellert sind oder als Dämmung unter dem Keller, wenn dieser beheizt wird, eignet sich dieses Material. Wegen des geringen Gewichtes ist der Transport in großen Mengen preiswert.

Misapor wird zentral von Bad Dürrheim in Südbaden aus vertrieben. Außendienstmitarbeiter informieren Architekten, Ingenieure und Bauunternehmen von der neuen Dämmvariante. Weitere Informationen gibt es unter 07706/919001 oder im Internet: Hartl@misapor.de.


Die Dämm-Tour war ein voller Erfolg

Lorsch. Im Rahmen der Weiterbildungsreihe „Wärmeschutz konkret" erlebten Interessierte Anfang Mai verschiedene Möglichkeiten der Wärmedämmung in Theorie und Praxis. Zuerst bei einem Referat von Martin Giebeler, Bausachverständiger aus Zwingenberg-Rodau, dann konkret vor Ort in Lorsch an einem Wohnblock der Wohnbau Bergstraße und im Haus von Herrn Giebeler. In Lorsch erläuterten der Architekt Klaus Klinger und der Malermeister Hansjörg Täubel die Dämmung eines großen Wohnblocks. Anschließend zeigte Martin Giebeler in seinem eigenen Haus, wie effektive Wärmedämmung in Eigenleistung erfolgreich durchgeführt werden kann.

Sieben gute Gründe, sein Haus zu dämmen

1. Dämmen rechnet sich

Dämmen rechnet sich immer, wenn die Fassade eines Hauses saniert werden soll. Die Mehrkosten für die Dämmung finanzieren sich dann über die eingesparten Energiekosten von selbst. Ein um etwa 7 Liter geringerer Heizölverbrauch im Jahr sind pro Quadratmeter Außenwanddämmung drin. In unserer Beispielrechnung ergibt sich eine Amortisationszeit von 12 Jahren (siehe nebenstehende Tabelle). Aufgrund der zukünftig zu erwartenden Brennstoffpreissteigerungen ist sogar eine deutlich kürzere Amortisationszeit zu erwarten.

2. Schutz vor Schimmelpilzbefall

Eine Wärmedämmung schütz vor Schimmelpilzen in den Wänden. Schimmel bildet sich nur an feuchten Oberflächen. An kalten Wänden schlägt sich der in der Raumluft enthaltene Wasserdampf nieder und feuchte Stellen entstehen. In gut gedämmten Gebäuden sind die Wände so warm, dass sich selbst bei schlechter Lüftung keine Feuchtigkeit niederschlägt. Je dicker die Dämmung, desto wärmer die Wände, umso geringer die Schimmelgefahr.

3. Höhere Wohnqualität

Die Wohnqualität steigt nach einer Wärmedämmung. Gedämmte Flächen sind warm und strahlen ähnlich wie ein Kachelofen eine angenehme Wärme ab. An kalten Flächen kühlt die Luft ab und bildet einen "Kaltluftsee" auf dem Fußboden. Die Folge sind unbehagliche und erkältungsfördernde kalte Füße. Im Sommer sind gedämmte Gebäude angenehm kühl. Dies macht sich insbesondere in Dachgeschossräumen äußerst positiv bemerkbar.

4. Wertsteigerung durch Wärmedämmung

Eine Wärmedämmung ist immer auch eine Wertsteigerung des Gebäudes. Niedrige Nebenkosten werden mit steigenden Energiepreisen zunehmend wichtiger. In gedämmten Gebäuden lassen sich daher höhere Mieten erzielen und ihr Wiederverkaufswert liegt höher.

5. Dämmen wird vom Staat gefördert.

Die Förderbank des Bundes - die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) - bietet zinsgünstige Kredite für die Wärmedämmung an. Zum einen, den KfW-CO2-Minderungskredit für Wand- und Dachdämmung, Fenstererneuerung und Heizkesselmodernisierung. Der Zinssatz liegt bei etwa 4,9 Prozent effektiv. Zum anderen der KfW-CO2-Gebäude-Sanierungskredit für umfassende Sanierungsmaßnahmen im Bereich Wand- und Dachdämmung, Fenstererneuerung und Heizkesselmodernisierung. Hier ist der Zinssatz mit etwa 2,9 Prozent effektiv noch günstiger. Beide Kredite können bei der Hausbank beantragt werden.

6. Energiekrisen die kalte Schulter zeigen

Energiekrisen steuern unsere Heizölpreise. Bereits innerhalb der nächsten zehn Jahre werden Versorgungsengpässe mit gravierenden Auswirkungen auf die Energiepreise prognostiziert, da die Ölvorräte der Welt bereits zur Hälfte verbraucht sind, der Bedarf jedoch steigt. Wie real diese Gefahr ist, zeigte der Ölpreisanstieg auf über 0,50 Euro pro Liter im Winter 2000. Durch den wesentlich geringeren Energieverbrauch nach einer Wärmedämmung bleiben die Heizkosten auch bei zukünftigen Energiekrisen bezahlbar.

7. Persönlicher Beitrag zum Klimaschutz

Ein geringer Energieverbrauch ist ein Beitrag zum Klimaschutz. Durch die Verbrennung von Öl und Gas wird unser Klima im wärmer. Die Folge sind unter anderem verheerende Stürme, Überschwemmungen und Dürren. Wer seinen Energieverbrauch vermindert trägt dazu bei, dass die nächste Generation nicht durch unsere Umweltsünden belastet wird.


1,5 Quadratmeter Kollektorfläche pro Nase
Solarkollektoren richtig dimensionieren - Das SEBZ gibt Tipps dazu

Kreis Bergstraße. Mehr und mehr Haushalte in Deutschland nutzen die Energie der Sonne um ihr Wasser zu erwärmen. Allein im vergangenen Jahr wurden rund 100000 Solarwärme-Anlagen installiert, das sind zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Doch um beim Einsatz der Solarprodukte ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis zu erreichen, müssen die benötigte Solar-Kollektor-Fläche und das Speichervolumen richtig gewählt werden.

Das Solar- und Energieberatungszentrum Bergstraße (SEBZ) empfiehlt 1,5 Quadratmeter Kollektorfläche und etwa 80 Liter Speichervolumen pro Person. Für Drei-Personen-Haushalte mit einem täglichen Warmwasserverbrauch zwischen 90 und 150 Litern sind somit eine Kollektorfläche von vier bis fünf Quadratmeter und ein Speichervolumen von 300 Litern ausreichend.

Vier-Personen-Haushalte mit einem täglichen Bedarf von 120 bis 200 Liter warmem Wasser sollten eine Fläche von fünf bis sechs Quadratmetern bei einem Speichervolumen von 350 Liter wählen.

Haushalte mit fünf Personen benötigen bei einem Wasserverbrauch von 150 bis 250 Litern pro Tag eine Kollektorfläche von sechs bis acht Quadratmetern und ein Speichervolumen von 400 Litern.


Bauberatung im Internet

Auf der neuen Internetplattform www.baufoerderer.de finden Interessierte Wissenswertes rund um die Themen Bauen, Kaufen und Modernisieren. Interaktive Förderrechner bieten eine erste Einschätzung der Fördermöglichkeiten. Des Weiteren gibt es Informationen über das Wohneigentumsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einen Link direkt auf deren Tilgungsrechner. Im Service-Bereich finden sich alle Adressen und Links zu den Verbraucherzentralen und weitere zum Thema Bauen und Wohnen.

Die Website ist ein Gemeinschaftsprojekt des bundesweiten Dachverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Interessierte sollen so in ihrem Bau- oder Kaufvorhaben durch verbraucherorientierte und nicht-kommerzielle Angebote unterstützt werden.


Bensheimer Fotovoltaikförderung jetzt mit KfW-Krediten kumulierbar: 1 000 Solardächer für Bensheim

Bensheim. Die Bürger der Stadt Bensheim können sich über die Förderung von Fotovoltaikanlagen zur solaren Stromerzeugung von 280 Euro pro Kilowatt installierter Leistung freuen. Seit März diesen Jahres ist die städtische Förderrichtlinie so geändert, dass diese Fördergelder mit KfW-Krediten kumulierbar sind. Die verbleibende Investitionssumme kann nun mit einem zinsgünstigen Kredit aus dem 100000-Dächer-Programm des Bundes finanziert werden. Für Sonnenstrom gibt es 20 Jahre lang eine Einspeisevergütung von 48,1 Cent pro Kilowattstunde von den Energieversorgern. Dadurch rechnet sich die Fotovoltaikanlage auf dem Dach.

Mit dieser Förderung möchte die Stadt Bensheim einen Beitrag zur Verminderung des Schadstoffausstoßes leisten, Ressourcen schonen und der Klimaänderung entgegenwirken. Weitere Informationen erhalten sie bei dem Energieberater der Stadt Bensheim Robert Persch unter 06251/14280.


Eiskalt sparen: Europäisches Gütesiegel „energy+" für sparsame Kühlgeräte

Mit einem neuen Kühlschrank zur Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen beitragen, natürliche Ressourcen schützen und dazu Strom und Geld sparen? Dank der Initiative „energy+" ist das kein Problem. Mit Unterstützung der Europäischen Kommission und des Umweltbundesamtes fordert „energy+" Hersteller von super-effizienten Kühl- und Gefriergeräten auf, die besten Geräte für die Liste der sparsamsten „Kühler" zu melden. Von 78 europaweit gemeldeten Kühl- und Gefriergeräten sollen 52 in diesem Sommer auch in Deutschland erhältlich sein.

Hersteller melden effiziente Kühl- und Gefriergeräte

„Bisher haben wir allerdings erst 20 auf dem deutschen Markt gefunden. Aber die Hersteller melden uns auch Geräte, die sie erst in Kürze auf den Markt bringen wollen", erläutert Dr. Claus Barthel, vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie. „Wenn Hausgerätehersteller die entsprechenden Anreize bekommen, sind sie nämlich sehr schnell in der Lage, noch sparsamere Kühl- und Gefriergeräte auf den Markt zu bringen."

Coole Liste aus Wuppertal

Die Geräte der „energy+"-Liste verbrauchen mindestens 25 Prozent weniger Strom als es für das Strom-Spar-Label A erforderlich ist und nur etwa ein Drittel des Stromes von vergleichbaren Durchschnittsgeräten aus dem Jahr 1992. Der Stromverbrauch der Besten ist also um mehr als zwei Drittel zurückgegangen. „Das ist für einen Zeitraum von 10 Jahren durchaus beachtenswert", so Barthel.

Nachfrageseite wird einbezogen

Das Besondere bei „energy+" ist, dass nicht nur Hersteller, sondern gleichzeitig potenzielle Nachfrager angesprochen werden. So hat in Deutschland gleich zu Beginn das Versandhaus Neckermann großes Interesse gezeigt. Die Wünsche der Käuferseite können von Anfang an mit berücksichtigt werden. Das gibt den Herstellern eine größere Sicherheit bei der Entwicklung ihrer Modelle.

Weitergehende Informationen: www.energy-plus.org oder Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie, Dr. Claus Barthel, Telefon 0202/2492166.


Förderung von Fotovoltaikanlagen in Biblis und Bensheim

Kreis Bergstraße. Mit dem Ende des Klimaschutzprojektes Hessisches Ried ist es von besonderem Interesse, welche Fördermittel in den einzelnen Kommunen des Kreises zur Verfügung stehen. Leider sind Fördergelder nur in wenigen Gemeinden erhältlich. Meist gibt es allerdings keinerlei Zuschüsse für regenerative Energien und Wärmedämmmaßnahmen.

Das Drei-Städte-Klimaschutzprojekt Viernheim-Lampertheim-Lorsch beispielsweise wird in diesem Jahr abgeschlossen. Über eine Weiterführung in veränderter Form ist noch nicht entschieden.

Lediglich die Stadt Bensheim und die Gemeinde Biblis fördern Fotovoltaikanlagen ihrer Bürger. In Biblis werden zwölf Prozent der Beschaffungskosten erstattet, in Bensheim sind es 280 Euro pro Kilowatt installierter Leistung. Im Juni entscheiden die städtischen Gremien in Bürstadt, ob es Fördermittel ähnlich denen des Brundtlandbüros geben wird. In Wald-Michelbach wird im Rahmen der Lokale Agenda 21-Prozesses über Subventionen nachgedacht, in weiteren Gemeinden läuft der Agenda Prozess, doch ist hier nicht abzusehen, ob daraus Förderprogramme entstehen.

Innerhalb des Kreises sind die Fördermöglichkeiten also sehr rar, Auskünfte zum Thema gibt es beim Solar- und Energieberatungszentrum (SEBZ) in Heppenheim, Telefon 06252/913460.


Nachschlag aus Wiesbaden: Hessisches Umweltministerium gibt weitere Mittel für Wärmedämmung frei

Wiesbaden/Kreis Bergstraße. Wer seinen Förderantrag fristgerecht beim Brundtlandbüro eingereicht hat und ein förderfähiges Objekt modernisieren will, wird den Zuschuss vom Brundtlandbüro bekommen können. Das Hessische Umweltministerium gibt nicht abgerufene Mittel aus dem Gewerbeprogramm des Klimaschutzprojektes Hessisches Ried für private Hausbesitzer frei.

Die außergewöhnlich starke Nachfrage nach dem Förderprogramm zur Wärmedämmung von Altbauten in den ersten drei Monaten dieses Jahres hatte zur Folge, dass die bereitgestellten Mittel zunächst nicht ausreichten. Etwa 20 Antragsteller wären leer ausgegangen, auch wenn sie ihr Haus nach den Förderrichtlinien saniert hätten. Auf Drängen von Landrat Norbert Hofmann hat nun das Hessische Umweltministerium 170000 Euro aus dem Gewerbeprogramm für Investitionen in Privathaushalten freigegeben. Somit ist jetzt genug Geld für etwa 50 Antragsteller vorhanden.

Dem Wunsch nach Verlängerung der Fristen in die zweite Jahreshälfte ist das Umweltministerium allerdings nicht nachgekommen. Das Projekt wird zum 28. Juni beendet. Die Auszahlung der Wärmedämmprämien kann noch bis Jahresende erfolgen, wenn der Kreis Bergstraße das dafür notwendige Personal bereitstellt. Die Mitarbeiter des Brundtlandbüros werden nicht weiter beschäftigt.


Solarzellen für Naturdächer holen die Energie ins Haus

Frankfurt. In Schieferfdächer integrierten Solarzellen holen kostenlose Sonnenergie ins Haus. Eine neue Generation der Fotozellen, die fast unsichtbar in Schieferdachflächen integriert werden können, wurde im Mai bei der Fachmesse „Dach & Wand" in Frankfurt vorgestellt.

Über das Internet (www.schiefer.de) können Bauherren mit wenigen Mausklicks die Kosten für ein neues Naturdach ungefähr berechnen, sich über das bundesweite „Schieferdecker-Infonetz" Spezialisten in der Umgebung aussuchen - und per elektronischer Post direkt konkrete Angebote anfordern.

Das Naturmaterial Schiefer erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Zeitsparende Deckarten, leichtere Verarbeitungstechniken und der Wunsch vieler Bauherren nach unbedenklichen Baumaterialien sind einige Gründe dafür.

Einen weiteren Aufschwung erhoffen sich die Anbieter von Dachschiefer auch aus der anstehenden Sanierung von rund zwei Millionen deutschen Dächern, die in den nächsten Jahren aus Alterungsgründen neu gedeckt werden müssen.


Bensheimer Sonnenlehrpfad eröffnet

Bensheim. Vielleicht sind sie dem Einen oder Anderen schon aufgefallen: seit Mitte Mai stehen in Bensheim zwölf Tafeln, die einen Überblick zum Thema Sonne geben. Am 6. Juni wurde der „Sonnenlehrpfad" feierlich eröffnet. Die Finanzierung sicherte die Stadt Bensheim und das Brundtlandbüro des Kreises Bergstraße sowie mehrere Bensheimer Firmen. Der „Sonnelehrpfad" führt vom Bahnhof in Richtung Norden entlang des Rad-Fußweges in der Bahnstraße. Er richtet sich an jeden Spaziergänger und dient als interessante Abwechslung. Sowohl für Familien als auch für Schulklassen ist er geeignet.

In vielfältiger Weise informieren die verschiedenen, am Wegesrand plazierten Tafeln über den feurigen Stern. Zunächst werden die wichtigsten Daten genannt, gezeigt wird wie die Sonne unsere zeitliche Wahrnehmung bestimmt. Im weiteren Verlauf des Lehrpfades wird die Sonne als Grundlage allen Lebens benannt. Die letzten Plakate beschreiben zum einen die klimarelevanten Auswirkungen des Tagesgestirns und zeigen es zum anderen als potenziellen Energielieferanten, der die Chance bietet die Energieversorgung der gesamten Menschheit zu bewältigen. Nähere Informationen rund um den Sonnenlehrpfad erhalten sie bei der Stadt Bensheim, Energieberater Robert Persch, Telefon 06251/14-280.


Die Energie kommt aus der nächsten Umgebung: Neue Holzheizanlage in der Ulfenbachtalschule in Wahlen

Wahlen. „Der größte Vorteil des neuen Holzheizkessels ist, dass der Energieträger nicht über eine Strecke von 10000 Kilometern angeliefert werden muss, sondern von örtlichen Bauern und vom hiesigen Forstamt aus den umliegenden Wäldern bereitgestellt werden kann", erklärte Adam Schmitt vom Heppenheimer Amt für Gebäudewirtschaft im Rahmen der Einweihung der neuen Holzheizanlage an der Ulfenbachtalschule in Wahlen.

So sind in der laufenden Heizperiode etwa 60 Festmeter Holz verbrannt worden, was einer Heizölmenge von 10 800 Litern entspricht. Damit konnten über 2 800 Euro eingespart werden. „Dies auf die nächsten Jahre hochgerechnet, werden sich die Kosten für die Holzanlage in Höhe von 16 000 Euro in acht bis zehn Jahren amortisiert haben, und wenn der Ölpreis weiterhin so hoch bleibt wie momentan, dann sogar noch früher", sagte Schmitt.

Und neben den Vorteilen für die einheimische Holzwirtschaft - „es hat sich hier inzwischen ein richtiger Markt gebildet", berichtet Schmitt -, bringt die Anlage durch die Einsparung von jährlich 250000 Kilogramm des Treibhausgases Kohlendioxid auch einen beachtlichen Umweltvorteil. Der Holzkessel wird mit einer Leistung von 100 Kilowatt gefahren und kann damit die Schule komplett heizen.


Holz-Erdgas-Heizung für Auerbacher Schule: Modernste Heizanlage für die Schillerschule in Auerbach

Bensheim. Die Schillerschule in Auerbach wird im Rahmen ihres Umbaus eine neue Heizungsanlage bekommen. Es handelt sich um eine kombinierte Gas- Holzhackschnitzel-Anlage. Beide Kessel haben eine Leistung von jeweils 320 Kilowatt. Für einen milden Winter reicht die Wärme der Holzhackschnitzel-Anlage aus. Ist der Winter streng, muss mit Gas nachgefeuert werden. In der Übergangszeit wird der Gaskessel genutzt, weil der Holzkessel bei niedrigem Wärmebedarf nicht effektiv betrieben werden kann. Ein besonderer Vorteil in der Schillerschule ist, dass ein geeigneter Lagerraum für die Hackschnitzel bereits vorhanden ist.

Ein ähnlicher Kessel steht in der Wald-Michelbacher Adam-Karillon-Schule. Dort wird die Holzanlage durch einen Ölkessel ergänzt. Die Erfahrungen mit der Kombination zweier unterschiedlich befeuerter Heizkessel dort waren so gut, dass dieses Konzept in Auerbach übernommen werden konnte. Da in Auerbach ein Gasanschluss vorhanden war, konnte anstelle von Öl das umweltfreundlichere Erdgas eingesetzt werden.


Energieeinsparung in der Kläranlage Bürstadt: Mit Energie-Spar-Contracting Einsparungen bis zur Hälfte möglich

Bürstadt. Derzeit wird in Bürstadt die Kläranlage auf mögliche Einspar- und Verbesserungsmöglichkeiten hin untersucht. Dabei musste zuerst der Gesamtstrombedarf der Kläranlage überprüft werden. Die Berechnung ergab einen Bedarf von knapp 900 000 Kilowattstunden, der zu zwei Dritteln von der Elektrizitätswerk Rheinhessen AG (EWR) bezogen wurde. Das restliche Drittel liefern die Blockheizkraftwerke im Rathaus und der Kläranlage.

Eine Grobanalyse eines beauftragten Ingenieurbüros hat ein großes Einsparpotenzial ergeben. Bisher scheiterte die Umsetzung der Maßnahmen an fehlenden Haushalts- und knappen Personalmitteln. Daher schloss die Stadt Bürstadt eine Vereinbarung mit einem Ingenieurbüro für Abwassertechnik aus Darmstadt. Bei diesem Vertrag handelt es sich um ein Energie-Spar-Contracting über eine Vertragsdauer von fünf Jahren. Die Stadt Bürstadt realisiert die vom Ingebieurbüro vorgeschlagenen Energiesparmaßnahmen. Sie zahlt die Kosten für die Investition aus den gesparten Energiekosten. Die Einsparungen sind so hoch, dass sogar noch Geld übrig bleibt. 80 Prozent davon erhält das Ingenieurbüro, 20 Prozent fließen in die Stadtkasse. Nach fünf Jahren, wenn der Contracting-Vertrag beendet ist, profitiert die Kommune in voller Höhe von den Einsparungen. Für die Stadt Bürstadt entstehen somit keine unmittelbaren Kosten. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Optimierung aus einer Hand erfolgt.

Die Höhe des Energieverbrauchs lässt sich am besten am auf den einzelnen Bürger umgelegten Stromverbrauch der Anlage darstellen. Dieser Wert liegt bei energieoptimierten Anlagen zwischen 15 und 25 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr. In Bürstadt liegt dieser Wert bei knapp 60 Kilowattstunden pro Einwohner und Jahr, also etwa beim Dreifachen.

Durch Sofortmaßnahmen konnten im ersten Jahr die Energiekosten um 10000 Euro gesenkt werden. Veränderungen im Tarifsystem und die Vermeidung von Spitzenlasten bewirkten diese Einsparungen.

Weitere geplante Maßnahmen zielen auf Einsparungen von insgesamt 20000 bis 30 000 Euro. Das entspräche einer Halbierung der bisherigen Energiekosten.

Das Projekt zeigt, dass Ökonomie und Ökologie sich nicht zwangsläufig gegenseitig ausschließen. Der ökonomischere Betrieb der Kläranlage trägt auch zum Klimaschutz durch die Einsparung von Kohlendioxid bei.

Weitere Informationen gibt es beim Umweltbeauftragten der Stadt Bürstadt, Micha Jost, Telefon 06206/701235.


Deutschlands schönste Ölfelder: Rapsöl ist eine umweltfreundliche Alternative zu Erdölprodukten

Deutschlands Ölfelder liegen nicht unter der Erde, sondern mitten in unserer Feldflur. Deutschlands Ölfelder, das sind die leuchtend gelben Rapsfelder, die jeder kennt. Auf diesen Feldern wächst ein Stück Zukunft, denn aus Raps entstehen viele Produkte, die wir für unser tägliches Leben brauchen.

Jedem Profi- oder Hobbykoch steht mit Rapsspeiseöl eines der besten Pflanzenöle zur Verfügung. Weitaus bekannter ist die Verwendung von Rapsöl in der Technik. Als Hydrauliköl, Getriebeöl, Sägekettenöl und in anderen, vor allem land- und forstwirtschaftlichen Einsatzgebieten bietet Rapsöl eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Betriebsstoffen. Da Rapsöl biologisch schnell abbaubar ist, ist der Einsatz auch in sensiblen Bereichen die Lösung der Wahl. Muss bei Leckagen mit Mineralöl verseuchtes Erdreich sehr aufwendig abgetragen und entsorgt werden, so ist dies mit Rapsölprodukten nicht notwendig.

Die bekannteste Verwendung von Rapsöl ist Biodiesel. Es ist zwar möglich, ein Diesel-Kraftfahrzeug mit reinem Rapsöl zu betreiben, aber die höhere Viskosität im Vergleich zu Dieselkraftstoff erfordert in der kalten Jahreszeit ein Zusatz-Heizsystem, um ein „Versulzen" zu verhindern. Dies kann mit Biodiesel nicht passieren. Biodiesel wird aus Rapsöl durch chemische Modifikation - der Fachmann spricht von Umesterung - hergestellt. Vor der Verwendung im PKW sollte allerdings überprüft werden, ob der Fahrzeughersteller eine Freigabe für Biodiesel erteilt hat, oder ob bestimmte Auflagen zu erfüllen sind. Biodiesel besitzt ein sehr gutes Lösungsvermögen. Er kann daher Rückstände von Dieselkraftstoff lösen und den Kraftstofffilter verstopfen. Außerdem können Leitungen in älteren Pkws von Biodiesel angegriffen werden, so dass ein Austausch notwendig ist. Da Biodiesel nicht der Mineralölsteuer unterliegt, liegt der Preis im allgemeinen etwa zehn Cent unter dem von mineralischem Diesel. Der Einsatz rechnet sich also trotz eines etwas höheren Verbrauchs. Und Biodiesel ist CO2-neutral, es wird also durch die Verbrennung im Motor nur soviel Kohlendioxid freigesetzt, wie vom Raps aus der Atmosphäre aufgenommen wurde.

Deutschlandweit gibt es über 700 Tankstellen, die Biodiesel anbieten. Im Kreis Bergstraße sind vier Tankstellen entsprechend ausgerüstet:

bft-Tankstelle Schmitt, Am Junkergarten 17 in Bensheim-Schwanheim, DEA-Tankstelle, Nibelungenstr. 5 in Bürstadt, Winkler Scheck-Karten-Tankstelle, Alfred-Nobel-Str. 2 in Viernheim und SB-Tankstelle Monika Roth, Mannheimer Str. 40 in Lampertheim.

Weitere Informationen zu Rapsöl und Biodiesel gibt es im Internet unter www.ufop.de


Erste Passivhausfabrik Europas steht in Zwingenberg: Die SurTec GmbH ist ein Vorzeigebetrieb der chemischen Industrie

Kreis Bergstraße. Chemie und Umweltschutz - das hört sich bei vielen wie zwei unvereinbare Gegensätze an. Und doch ist es möglich - zumindest bei einem chemischen Betrieb in Zwingenberg. Die Firma SurTec zeigt, dass die Herstellung hochwertiger chemischer Produkte in einem ökologischen Musterhaus möglich ist.

Am Anfang stand die Idee

Im Jahr 1992 hatte sich der Lever-Konzern entschlossen, seine Sparte Oberflächentechnik zu verkaufen. Eine Gruppe von führenden Mitarbeitern entschloss sich daraufhin, selbst Unternehmer zu werden und kaufte in einem Management-Buy-Out die Firma SurTec. Da Verwaltung und Labor in Trebur und die Produktion in Bammental lagen, stand bald fest, dass Verwaltung, Labor, Produktion und Lager in einem neuen Gebäude an der Bergstraße zusammen geführt werden müssen. Die Firmenphilosophie von SurTec beinhaltet unter anderem, die häufig sehr giftigen Verfahren in der Oberflächentechnik und Galvanik durch recyclebare Erzeugnisse mit geringstmöglicher Umweltbelastung zu ersetzen. Deshalb war sehr schnell klar, dass zu modernen Produkten auch ein Gebäude gehört, das dem Stand der Technik entspricht.

Partner für ein Pilotprojekt

Im Wohnungsbau existieren bereits zahlreiche Beispiele von Passivhäusern, im Industriebereich jedoch nicht. Die speziellen Anforderungen eines Betriebs mit Produktions- und Laborbereich, Lagerhaltung und Bürotrakt und geringem Heizenergiebedarf stellten eine große Herausforderung an die Planung und erforderten neue technische Lösungen. Mit Unterstützung des Passivhaus Instituts und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme wurde vom Architekten Martin Zimmer vom Darmstädter "Atelier für Architektur und Städtebau" eine Konzeption erarbeitet, die eine effektive chemische Produktion mit Labor, Verwaltung und Lager ermöglicht und gleichzeitig ein optimales Luftdichtigkeits- und Lüftungskonzept enthält.

Lichtdurchflutete Oase inmitten der Fabrik

Das Gebäude ist in drei unterschiedliche Abschnitte gegliedert. Zwischen Lager und dem Bereich für Labor und Produktion befindet sich ein Verbindungsgang, der gleichzeitig die Produktion mit Tageslicht versorgt. Von den Produktionsstätten ist der Bürotrakt durch ein Atrium getrennt. Von hier aus können zum einen alle Gebäudebereiche erreicht werden und zum anderen dient es als Aufenthaltsbereich für Pausenzeiten und für Veranstaltungen. Das Atrium nimmt die gesamte Gebäudelänge und -höhe ein. Es ist intensiv begrünt, so dass im zentralen Bereich des Gebäudes eine grüne Oase für ein harmonisches Raumklima sorgt. Der Büroteil ist sehr offen gestaltet und mit Stegen, Rampen und Brücken über das Atrium erschlossen. Ein Teich um den Bürotrakt entwickelt sich bereits zum Biotop.

Innovativ und nachhaltig in die Zukunft

Dass hier völlig neue Wege gegangen wurden, zeigen neu entwickelte, innovative Lösungen. So ist neben den üblichen Wärmetauschern in den Abluftkanälen die Sprinklerzentrale als Puffersystem zur Wärmespeicherung ausgebaut. Die Konzeption passt genau zum Unternehmensstil: Produkt-Innovationen - wie die Umwandung von „Abfall"-Sauerstoff und -Wasserstoff aus Elektrolysevorgängen in Strom über eine Brennstoffzelle - gehören zum alltäglichen Geschäft der Spezialisten von SurTec. „Es war uns sehr wichtig, ein Unternehmen aufzubauen, das nicht nur umweltgerechte Produkte liefert. Kunden, Nachbarn und Mitarbeiter sollen jederzeit sehen, dass wir überzeugt sind von dem, was wir tun. Nachhaltigkeit lässt sich nur in einem ganzheitlichen Konzept umsetzen. Und - der Erfolg gibt uns recht." so Patricia Preikschat, Geschäftsführerin Technik, Marketing und Vertrieb und Frau der ersten Stunde bei SurTec.

Informationen über den ökologisch-ökonomischen Chemiebetrieb gibt es im Internet unter www.bine.info, www.surtec.com und www.architekturmz.de


Das Kyoto-Protokoll soll zum Weltgipfel in Kraft treten

Im September 2002 wird der Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung im südafrikanischen Johannesburg zusammentreten.

Berlin. Wie zuvor der Deutsche Bundestag hat auch der Bundesrat am 26. April 2002 dem Gesetzesentwurf zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls zugestimmt. Damit steht der Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde bei den Vereinten Nationen nichts mehr im Wege.

Das Kyoto-Protokoll tritt 90 Tage nach der Hinterlegung der letzten für das Inkrafttreten erforderlichen Urkunde in Kraft. Bisher haben bereits 53 Staaten das Protokoll ratifiziert, darunter zwei Staaten, die sich im Rahmen des Kyoto-Protokolls zu konkreten Emissionsbegrenzungen verpflichtet haben.

Die Vertragsstaaten verpflichten sich, mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls ihren Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) um festgelegte Mengen zu reduzieren. Bei Nichterfüllung dieser CO2-Sparziele müssen in der folgenden Verpflichtungsperiode die Ziele mit einem Aufschlag von 30 Prozent erfüllt werden. Auch muss der Staat einen Aktionsplan zur nachträglichen Zielerreichung vorlegen und verliert das Recht, Emissionsrechte zu verkaufen. Bis es so weit ist, muss das Vertragswerk jedoch noch einen weiten Weg durch die Parlamente der Welt gehen. Ist ein völkerrechtlicher Vertrag, wie hier das Kyoto-Protokoll, von einer Regierung unterzeichnet worden, muss die verfassungsmäßig zuständige Institution zustimmen. Im Falle Deutschlands ist dies der Bundestag. Diesen Vorgang nennt man Ratifizierung.

Internationale Verträge und lokale Strategien wirken zusammen

Globale Verträge aushandeln ist aber nur die eine Hälfte der Arbeit, die für den globalen Klimaschutz geleistet werden muss. Die CO2-Einsparungen müssen dann nicht nur in der Industrie, sondern auch in den privaten Haushalten, zum Beispiel in Form von Wärmedämmung oder sparsamem Umgang mit Strom erreicht werden. Das ist die eigentliche Herausforderung die dem Kyoto-Protokoll innewohnt.

Welche Strategie ist die wirkungsvollste?

Die Hessische Landesregierung erprobt daher im Kreis Bergstraße mit zwei Modellprojekten verschiedene Strategien, wie die Bürger ins „Klimaschutzboot" geholt werden können. Das KlimaschutzProjekt Hessisches Ried hat mit dem Förderprogramm zur nachträglichen wärmetechnischen Sanierung von Altbauten bereits eine große Resonanz in der Bevölkerung erreicht. Hier konnte durch gezielte Wärmedämmung an Wohngebäuden der Energieverbrauch gesenkt werden und somit wurde auch der CO2-Ausstoß gemindert.

Klimaschutz durch Wärmedämmung

Weitere Informationen zur Ratifizierung des Kyoto-Protokolls finden Sie unter www.bundestag.de. Informationen zum Weltgipfel in Johannesburg, Südafrika unter www.weltgipfel2002.de.


Mit Kartoffel & Co. das Klima schützen

Jeder weiss, wie man das Klima schützen kann: wenig Auto fahren, das Haus gut dämmen, wenig heizen, Stand-by-Geräte aus und Energiesparlampen an....

Dass unser Nahrungsmittelkonsum pro Jahr so viel CO2-Emissionen verursacht, wie 12000 km Autofahren, wissen allerdings nur die Cracks unter den Klimaschützern. Also: „Das Richtige essen und Kohlendioxid (CO2) einsparen!", so lautet die neue Devise.

Jedes Lebensmittel muss „vom Acker auf den Tisch" - erzeugt, verarbeitet, verpackt, transportiert und im Haushalt weiterverarbeitet werden. Lebensmittel aus der Region, die unverpackt und unbehandelt sind, belasten das Klima deutlich weniger.

Besonders gut für das Klima aber ist, den Verzehr von Tier und tierischen Produkten zu reduzieren, denn der Umweg pflanzlicher Nahrung über das Tier in unsere Mägen ist leider nicht sehr energie-effizient: etwa der Faktor 7 liegt dazwischen! Das schadet den Armen der Welt, die Futter für Tiere aus Massenhaltung produzieren und doch selbst nicht satt werden. Es erzeugt viel schädliches Methan, Tierfutter- und Tiertransporte selbst fressen Energie. Aus diesen Gründen sind tierische Produkte schlichtweg klimaschädlich. Auch der Flächenverbrauch fällt negativ auf: Zwei Hektar Land mit Weizen ernähren zwölf Menschen pro Jahr, die gleiche Menge Rindfleisch nur einen einzigen.

Doch jetzt die CO2-Emissionen im Vergleich:

100 km Auto fahren mit einem neueren Auto setzt 15 Kilogramm CO2 frei. Bei der Erzeugung von einem Liter Milch entsteht gut ein halbes Kilogramm des Treibhausgases, bei einem Kilogramm Käse schon fast sieben. Ein Kilo fleisch von einer Kuh schlägt mit 18,5 Kilogramm CO2 zu Buche. Im Vergleich dazu gibt’s pro Kilo Gemüse nur gut ein halbes Kilogramm CO2.

Mit einer "normalen" Ernährung kommen etwa 1800 Kilogramm CO2 im Jahr zusammen, mit einer vegetarischen Ernährung aus Ökoanbau sind es nur noch gut 800 Kilogramm! Der Unterschied entspricht fast 7000 km mit dem Auto! Eier, Milch und Käse bieten sich auch gut zum CO2-Sparen an.

Schön, dass das Angebot von klimaschonenden - und gesunden - Produkten mittlerweile groß ist: Bioläden, Reformhäuser und Bioprodukte in Supermärkten machen die Umsetzung leicht. Leckere Alternativen gibt es allemal: schon mal Hafermilch, Pfefferpastete oder Sojaeis probiert? Mit dem richtigen Essen das Klima schützen ist spannend und interessant: Umschauen lohnt sich, das Staunen, über aufregende Alternativen zum Fleisch-mit-zwei-Beilagen-Menü gibt’s gratis dazu!

Na, wenn das nicht viele gute Gründe sind....Was lernen wir daraus für unsere eigene CO2-Bilanz? Mit dem Apfel in der Hand kann man ruhig Auto fahren, nur wenn’s der Hamburger sein muss, sollte man lieber das Fahrrad nehmen...und geheizt wird nur in der Fastenzeit!


Mit Sonnen- und Muskelkraft mobil: Ein Systembetreuer aus Einhausen fährt begeistert Twike

Einhausen. „Was ist das denn?" fragen die meisten Leute, wenn sie Joachim Nocks Fahrzeug zum ersten Mal sehen. Es hat drei Räder, zwei Tretkurbeln und dort, wo normalerweise das Lenkrad ist, befindet sich ein Joystick. Der Systemberater fährt die Strecke von Einhausen nach Auerbach zur Arbeit mit einem „Twike", einem Leicht-Elektromobil mit muskelkraftunterstütztem Hybrid-Antrieb. „Das Twike ist mein Hauptfahrzeug. Wir haben zwar noch eine Familienkutsche, aber die benötigt man nunmal mit zwei Kindern", schmunzelt Nock.

Der Kauf des großen Vans war gleichzeitig ein Anlass, den „Familienfuhrpark" umzustrukturieren. „Wir hatten zunächst noch einen Corsa, der war auch noch sehr gut in Schuss, aber wesentlich teurer in der Unterhaltung als das Twike", so Nock. In den ersten fünf Jahren ist das Twike steuerfrei, danach fallen nur etwa 10 Euro Mindeststeuersatz an, da das Fahrzeug keinen Hubraum hat. Auch die Versicherungen sind günstiger als bei einem PKW mit Otto-Motor. 80 Euro für Haftpflicht oder 180 Euro für HAftpflicht inklusice Vollkasko ohne Selbstbeteiligung sind für Nock unschlagbar. „Und eine ‘Tankfüllung’ kostet etwa 80 Cent, da macht das Fahren noch mehr Spaß!" freut sich Nock.

Eine Tankfüllung, das bedeutet, einmal die Akkus voll aufladen. Etwa zwei Stunden dauert das und damit kann man - je nach Geschwindigkeit - zwischen 40 und 70 Kilometer weit fahren mit einer gemütlichen Höchstgeschwindigkeit von 85 Kilometern pro Stunde. Wer dabei kräftig in die Pedale tritt, kann die Reichweite erhöhen. Das Twike gilt als der sparsamste PKW der Welt. In Benzin umgerechnet verbraucht es etwa einen halben Liter Sprit auf 100 Kilometer.

Aber es ist nicht allein die günstige Unterhaltung, die Nock überzeugte. „Ich bin sehr technikbegeistert. Schon allein deshalb habe ich Spaß am Twike. Und das Fahrgefühl ist einfach klasse! Es ist sehr leise, stinkt nicht und ich kann beim Fahren etwas für meine Fitness tun", sagt Nock ganz begeistert. „Außerdem lernt man viele nette Leute unterwegs kennen, deren Neugierde das Twike weckt."

Auf der Fahrzeugrückseite hat er deshalb einen Info-Zettel angebracht - ein „Twike-FAQ". Darauf sind alle Antworten auf die eingangs gestellte Frage zu finden. „Was ist das denn? - Ein Twike!"


Hessische Wirtschaft bekennt sich zu nachhaltiger Entwicklung Umweltallianz Hessen feiert zweijähriges Bestehen

Kreis Bergstraße. Mehrere Betriebe aus der KlimaschutzRegion Hessisches Ried sind Mitglieder der Umweltallianz Hessen. So zum Beispiel Langnese Iglo aus Heppenheim und mehrere Unternehmen aus Bensheim, wie zum Beispiel der Bezirksschornsteinfegermeister Lutz Stärzel aus Bensheim, Tyco Electronics AMP und Sirona. Die Firma Wetzlardruck aus Wetzlar, bei der die Klimaschutzzeitung KliMa gedruckt wird, gehört ebenfalls zum Kreis der 500 Betriebe, die sich neben der Einhaltung gesetzlich normierter Umweltstandards zu weiteren freiwilligen Leistungen für den Umweltschutz verpflichtet haben. Als Gegenleisteung verpflichtet sich die Landesregierung zur Deregulierung bei Umwelltanlagen.

"Mit der Umweltallianz haben wir seit 1999 eine neue Seite im Verhältnis des Staates zur Wirtschaft im Umweltbereich aufgeschlagen. Wir setzen dabei auf die Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes in Eigenverantwortung und die zwei Jahre haben gezeigt, dass dieser Weg richtig ist. Umweltschutz soll nicht zu einem Hemmnis, sondern zu einem integralen Bestandteil des Wirtschaftens am Standort Hessen werden", meinte der Hessische Ministerpräsident Roland Koch bei der Feierstunde zum zweijährigen Bestehen der Umweltallianz im OPEL–LIVE–Besucherzentrum in Rüsselsheim.

"Viele Nachbarn im In- und Ausland haben es bereits verstanden, kundenfreundliche Verwaltungen als Partner von Unternehmen zu etablieren. Mit der Umweltallianz Hessen sind auch wir seit zwei Jahren auf dem richtigen Weg. Die Umweltallianz hat das Klima zwischen Verwaltungen und Betrieben in Hessen deutlich verbessert und vielerorts die Basis für vertrauensvolle Zusammenarbeit geschaffen," sagte Professor Dieter Weidemann, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), anlässlich des Festaktes.

Für die hessische Wirtschaft bekannte sich der Präsident der Spitzenorganisation der freiwillig organisierten Wirtschaft in Hessen zu nachhaltigem Wirtschaften gemäß der Deklaration von Rio de Janeiro aus dem Jahr 1992. Diese Deklaration habe vor zehn Jahren bereits den Regierungen von weiteren staatlichen Reglementierungen abgeraten und den Weg freiwilliger Selbstverpflichtungen empfohlen. Die Umweltallianz folge genau dieser Empfehlung für den Wirtschaftsstandort Hessen und verbinde somit Umweltschutz mit marktwirtschaftlichen Elementen.


Vier goldene Einkaufsregeln: Beim täglichen Einkauf Kilometer und CO2 sparen

regional: Am frischesten und am besten sind Produkte, die in der näheren Umgebung ihres Verkaufsortes gewachsen sind. Ihr Transport erzeugt wenig Verkehr und der Kunde kann sehr leicht Herkunft und Produktionsmethoden überprüfen. Obst, Gemüse und Fleisch aus regionaler Produktion sind auf den Wochenmärkten und in Supermärkten erhältlich

saisonal: Wer preisbewusst einkaufen möchte, wählt Obst und Gemüse der Saison. Viele Gemüse-Kochbücher informieren mit Jahreszeitenkalendern über Anbauperioden einzelner Gemüsesorten. Saisongemüse muss weder aus Übersee eingeflogen, noch im Gewächshaus hochgepäppelt werden.

öko: Etwas teurer, dafür aber besonders schmackhaft, schadstoffarm und umweltschonend sind Produkte aus ökologischem Landbau. Obst, Gemüse und Getreide wird ohne Einsatz von Chemikalien angebaut. Bei Bio-Fleisch verzichten die Landwirte auf Medikamente und Hormone. Die Tiere werden artgerecht gehalten und dürfen erst nach einer bestimmten Lebensdauer geschlachtet werden.

fair: Fair gehandelte Produkte garantieren, dass sie sozialverträglich hergestellt werden und ein möglichst großer Anteil am Ertrag bei der einheimischen Bevölkerung verbleibt.


Aktionen gegen Artensterben: BUND und NABU setzen sich für bedrohte Arten ein

Den Haag/Kreis Bergstraße. Nach Schätzungen von Wissenschaftlern könnten in den kommenden 50 Jahren Hunderttausende von Tier- und Pflanzenarten aussterben. Solche Verluste biologischer Vielfalt habe es seit der Kreidezeit vor rund 65 Millionen Jahren nicht mehr gegeben, hieß es aus Fachkreisen.

Am Rande der UNO-Konferenz zum Schutz der biologischen Vielfalt in Den Haag kritisierte Direktor Klaus Töpfer vom UNO-Umweltprogramm, dass es heute für Firmen billiger sei, einen Wald abzuholzen, als ihn umweltverträglich zu bewirtschaften.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnete die weltweite Situation der Urwälder als alarmierend. Die Hälfte aller ursprünglichen Gebiete seien verschwunden.

Artenschwund ist aber kein Phänomen weit entfernter Länder. Im Hessischen Ried starben seit 1930 viele Arten aus, weil ihre Lebensräume entwässert, zerschnitten oder umgenutzt wurden. Seltene Orchideenarten verschwanden ebenso wie Laubfrosch, Sumpfohreule oder Hamster.

Die Umweltschutzverbände BUND und NABU treten dem Artensterben mit gezielten Aktionen entgegen, an denen sich jeder beteiligen kann. So erfasst der NABU Bergstraße derzeit das Vorkommen des Felshamsters im Hessischen Ried. Einen Fragebogen mit genauer Beschreibung von Aussehen und Lebensweise des Feldhamsters gibt es bei Gerhard Eppler, Bahnhofstr. 81 in 68623 Lampertheim, Telefon 06241/81844.

Der BUND Hessen kooperiert unter anderem mit dem Frankfurter Zoo, um die Europäische Sumpfschildkröte in Südhessen wieder anzusiedeln. Derzeit wird untersucht, ob im Lampertheimer Altrhein eine Neuansiedlung möglich ist.

Mehr Informationen dazu gibt es bei Georg Niedermayer, Untere Gartenstr. 3, 64646 Heppenheim, 06252/5189.

Robert
Nils
Sternenlehrpfad


Die Wüste bringt Leben ins Darmstädter Museum

Einmal erlebt lässt die Faszination der Wüste einen nicht mehr los.

Darmstadt. Seit dem 28. April ist es so weit. Die Ausstellung mit dem schlichten Titel „Wüste" ist eröffnet. Bis zum 27. Oktober erwarten die Organisatoren rund 100 000 Besucher.

Für die Ausstellung wurden rund 15 Tonnen Sand aus Tunesien angekarrt und zu einer typischen Wüstenlandschaft aufgehäuft. Die darauf verstreut angeordneten Pflanzen und Tiere beleben die karge Szene. Da es kaum noch lebende Exemplare gibt, kommen die meisten Tiere kommen aus dem eigenem Depot, so stammt zum Beispiel die Mhorrgazelle aus dem Frankfurter Zoo.

Das Faszinierende an der Szene ist, dass sie sich im unteren Geschoss fortsetzt. Der Raum darunter ist dunkel und zeigt das pulsierende Nachtleben der Wüste. In den Terrarien an den Seiten werden Schlangen, Springmäuse oder Warane gezeigt - teils ausgestopft, teils lebendig. Mit einem Periskop können neugierige „Wüstenforscher" einen Blick an die Oberfläche werfen.

Auch für Kinder hält die Ausstellung einiges bereit, so wurde ein eigenes Laboratorium eingerichtet. Hier können sich Kinder mit einem trinkenden Kamel messen, und um die Wette pumpen: es sind 100 Liter in drei Minuten zu schlagen.

Öffnungszeiten: dienstags bis samstags 10 bis 17 Uhr, mittwochs 10 bis 21 Uhr, sonntags 11 bis 17 Uhr, montags geschlossen.

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Kinder (7 bis 12 Jahre) 2 Euro, Familien 12 Euro, Gruppen pro Person 4 Euro, ermäßigt (auch Schulklassen) pro Person 2 Euro.

Verkehrsverbindungen: Linien D, F, L, 3, 9, Haltestelle Schloss.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: Telefon 06151/165711 oder E-Mail: wueste-wueste@hlmd.de, Hessisches Landesmuseum Darmstadt, Friedensplatz 1, 64283 Darmstadt.