Als Recycling bezeichnen wir den Vorgang, bei dem wir aus etwa gebrauchten oder defekten Gegenständen oder Produkten einen neuen Rohstoff, den sogenannten Sekundärrohstoff, gewinnen. So wird aus Abfallmaterialien neues Material für neue Produkte gewonnen. Die einfachste Form der Wiederverwertung ist in beinahe jedem deutschen Haushalt zu finden. Abfallreste unserer Lebensmittel werden vor allem in ländlichen Regionen den Haustieren als Futter zur Verfügung gestellt. Dieses Prinzip wird auch bei der Weiterverwendung von Holz- oder Papierabfällen angewendet. Alte Zeitschriften und Zeitungen oder Holzabschnitte werden in vielen Haushalten als Brennstoff für den Ofen und somit zur Wärmegewinnung genutzt. Auch unser Toilettenpapier, welches wir täglich benutzen, ist in den meisten Fällen recycelt.

Vielerorts kursiert heute der Begriff der „Wegwerfgesellschaft“. Gemeint ist die Überfluss- und Konsumgesellschaft, die viele Kritiker heute sehen. Bezeichnend für unsere Gesellschaft sei es derzeit, Produkte schnell zu konsumieren und dann wegzuwerfen. Viele sehen die Industrialisierung und die immer weiter fortschreitende technische Entwicklung in beinahe allen Lebensbereichen als Ursache dieser Wegwerfgesellschaft an. Immer mehr Menschen streben des Weiteren nach Luxusgütern, die nicht nur an sich mehr Energie während der Produktion kosten, sondern weiterhin aufwändigere Verpackungen benötigen.

Seit den 1960er Jahren wird aber in Deutschland das Sammeln von Abfällen und Wertstoffe, und die Wiederverwertung dieser Stoffe durch den „Bundesverband der Deutschen Entsorgungswirtschaft“ organisiert. Dank einheitlicher Verpackungsverordnungen oder Abfallgesetzen werden auch Verpackungshersteller dazu aufgefordert, bei der Produktion von Verpackungen auf wiederverwendbares Material zu achten. Das sogenannte „Duale Sytem Deutschland“, welches der Verbraucher als den Grünen Punkt kennt, kennzeichnet heute alle Produkte und Gegenstände, die recyclebar sind.

Für Deutschland ist das Recycling von großer Bedeutung. Denn Deutschland gehört zu den rohstoffarmen Industrieländern. Das bedeutet, dass bestimmte Industriemetalle, Erdmetale oder Energielieferanten wie Erdöl in unser Land importiert werden müssen. Dies ist oft nur zu hohen Preisen möglich. Durch das Recycling, der Wiederverwertung bestimmter Rohstoffe, kann Deutschland aber auf die Einfuhr dieser Rohstoffe teilweise verzichten und somit Kosten senken. Damit ist die Rohstoffversorgung in Deutschland gesichert.

 

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